Christopher Kramer (VfR Neumünster), hier gegen Sascha Steinfeld (SV Eichede), war nach dem 2:0 Turm in der Schlacht. © 2026 Olaf Wegerich
Nur vier Tage nach dem Hinspiel empfing Rasensport Neumünster den SV Eichede in der Grümmi-Arena zum letzten Heimspiel der Saison. Am Mittwoch hatte man sich in Stormarn 0:0 getrennt. Heute allerdings musste die Cornelius-Elf den vielen englischen Wochen heftig Tribut zollen. Gleich sechs Akteure der Mittwochs-Elf waren gar nicht oder nur so eben einsatzbereit. Torjäger Kastriot Alija (Magen-Darm) und Defensivallrounder Christoph Kahlcke, der am Mittwoch schon nach fünf Minuten nach Ibo verlangen musste, waren so gar nicht im Aufgebot. „Diese Saison ist für mich gelaufen“, so Kahlcke, der sich damit in die Reihe der Dauerverletzten Sven Freitag, Visar Mehmeti, Radovan Karaman und Kevin Schulz einreihte.
Freundschaftliches Kaffeetrinken in der Innenstadt
Drei Stunden vor Spielbeginn saßen die befreundeten Berk Akcicek (VfR) und Marko Ljuljic (SVE) noch in Neumünsters Innenstadt friedlich beim gemeinsamen Kaffeetrinken zusammen. Genaue Aufstellungsprognosen ihrer jeweiligen Elf konnten aber beide nicht geben. Zu unklar war noch, wer überhaupt auflaufen konnte.

Alle einsatzbereiten VfR-Abgänge in der Startelf
Trainer Danny Cornelius machte aus der Not eine Tugend und ließ bis auf Jan Lippegaus und Rafael Krause alle angeschlagenen Spieler erstmal draußen. So saßen die Stammkräfte Kapitän Kenny Korup (Zerrung), Nick Neca, Keeper Christopher Newe und Ola Adesanya (alle muskuläre Probleme) nur auf der Ersatzbank. Cornelius nominierte stattdessen alle einsatzbereiten VfR-Abgänge für die Startelf, die vor dem Anpfiff gebührend verabschiedet und von den Fans gefeiert wurden. Neben dem zuletzt überragenden Berk Akcicek (SV Wasbek) waren das Arayk Arshakyan (SV Wasbek), der überhaupt nur einmal vor über einem Jahr in der Startelf stand und heute seine Oberligatauglichkeit unterstrich. Auch Wirbelwind Jordan Markwardt spielte. Er wechselt vermutlich zum Aufsteiger Rapid Lübeck. Alle waren nicht durchgehend Stammkräfte. Im Gegensatz zum in die Regionalliga (Weiche 08 Flensburg) wechselnden Ilir Serifi, der unter Cornelius eine beeindruckende Aufwärtsentwicklung hingelegt hat. Auch die langjährige, überaus verdienstvolle Physiotherapeutin Kerstin Felgentreu wurde verabschiedet.
Auch Eichede wieder arg dezimiert
Aber auch der Gast aus Eichede war wie schon am Mittwoch arg dezimiert. Immerhin standen der Keeper Christopher Barkmann, der langjährige Kapitän Evgenij Bieche und Sturmspitze Jens Wollesen wieder in der Startelf. In der Innenverteidigung agierte mit Sascha Steinfeldt erneut der aktuelle Co-Trainer. Er wird nächstes Jahr Cheftrainer. Außerdem feierten mit Danylo Pomihalov und den spät eingewechselten Jannes Ackermann und Hans-Frederik Voigts gleich drei Nachwuchsspieler ihr Ligadebüt.

Eichedes Unterstützung kommt aus Leamington/GB
Eine gut 20-köpfige sanges- und trinkfreudige Fangruppe des Leamington FC aus der Nähe von Coventry unterstützte von Beginn an leidenschaftlich den SVE, mit dem man seit 2014 freundschaftlich verbunden ist. Doch im Laufe der Partie kommt man auch mit den Fans des VfR ins Gespräch. Beeindruckt zeigt man sich, dass hier an diesem Ort auch der in England immer noch hochverehrte Uwe Seeler mehrfach gastierte. „Neumunster first division against HSV – really? – Greaaat!“ Zum Schluss ist ein Teil der Gruppe auch beim obligaten Fantalk dabei und trägt VfR-Caps. Ganz großes Kino!
SVE mit Ballbesitzvorteilen
Von Beginn an hatte der SVE im Gegensatz zu letztem Mittwoch die höheren Ballbesitzphasen. Doch in Führung ging die Heimelf. Der wieder superstarke Berk Akcicek steckte genial auf den einlaufenden Winterneuzugang Manuel Carvalho durch, der frei vor Barkmann eiskalt zum 1:0 (10.) einschob. Sein erster Treffer für Rasensport.
Apropos Carvalho
Cornelius hatte die Tormaschine heute auf rechts gegen den körperlich stärksten Eicheder Lucas Irmler gestellt. Eine kluge Entscheidung, denn außer seinen gefürchteten Einwürfen konnte der zum finanzstarken TuS Dassendorf abwandernde Irmler heute keine Impulse setzen.

Wenig Chancen
Zwar besaß der SVE schon in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz, doch außer einem Abschluss von Danylo Pomohalov und einem Freistoß von Irmler (36.) hatte Eichede keine Abschlüsse.
Nach der Halbzeitpause intensivierte die Kujawski-Elf ihre Bemühungen. Doch wieder wurde der SVE kalt erwischt. Serifi wurde im Strafraum geklammert. Schiri Tim Jeschkeit zeigte sofort auf den Punkt. Serifi verwandelte selbst (47.) zum 2:0.
Eichede drückt
In der Folgezeit übernimmt die Kujawski-Elf immer mehr die Kontrolle und drückt. Aber die teils neuvormierte Defensive der Lila-Weißen hält dem Druck vorerst stand. Bei den vielen Eichede-Standards erweist sich die nominelle Rasensport-Sturmspitze Christopher Kramer mal wieder als äußerst wertvoll. Er wehrt per Kopf so gut wie alle der zahlreichen Ecken oder Freistöße der Steinburger ab. Erst in der 77. Minute hat der Ex-Rasensportler Marko Ljuljic von halblinks die erste wirklich große Möglichkeit für Eichede. Von halblinks schießt er knapp am langen Pfosten vorbei.
VfR verpasst die Entscheidung
Die Ljuljic-Chance ist der Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase. Zunächst vereitelt der holperige Platz dem einschussbereiten Jonas Schomaker nach einer schönen Ecken-Variante in letzter Sekunde einen gelungenen Abschluss.
Auf einmal Chancen im Minutentakt
Im Gegenzug kann sich das erste Mal Wollesen am Elfmeterpunkt um Tom Schilling herumwinden; seine Granate lenkt Jose Aguirre Dordon mit einer Glanzparade an die Latte. Wiederum nur eine Minute später Konter über den eingewechselten Ola Adesanya, dessen Flanke auf den ganz freien Jordan Marquardt kommt. Der zeigt jedoch völlig frei vor Barkmann Nerven, Barkmann hält. Inzwischen ist bei Rasensport der 42-jährige Co-Trainer Patrick Amponsah für Jan Lippegaus auf dem Platz. Sein 2. Saisoneinsatz ist zugleich sein 130. Meisterschaftsspiel für Rasensport.

Happy End für Eichede
Die immer stärker werdenden Gäste werden am Ende noch mit dem Punktgewinn belohnt. Wollesen staubt ab (86.) und in der Nachspielzeit trifft Silas Meyer in der allerletzten Aktion (90.+5) zum hochverdienten Ausgleich.
Fazit: Damit bleibt der SVE auch im allerletzten Auswärtsauftritt der Saison ungeschlagen und wird trotzdem nur Dritter in der Oberliga. Rasensport hat mit diesem Remis 50 Punkte erreicht und wird die Spielzeit als Tabellenfünfter beenden. Die beste Platzierung seit 2016/17.
Stimmen zum Spiel
VfR Neumünster: Aguirre – Arshakyan (75. Neca), Schilling, Schomaker, Lippegaus ( 82. Amponsah) – Akcicek – Carvalho, Serifi (90. Korup), Krause (63. Adesanya), Marquardt – Kramer.
Trainer: Danny Cornelius.
SV Eichede: Barkmann – Shkuropatov, Giebler, Steinfeldt, Irmler – Tonder, Silas Meyer – Pomihalov (85. Ackermann), Bieche, Ljulic (90.+1 Voigts) – Wollesen.
Trainer: Paul Kujawski.
Schiedsrichter: Tim Jeschkeit (Gettorfer SC).
Assistenten: Jannes Flaszynski, Tarek Dafas.
Zuschauer: 193.
Tore: 1:0 (10.) Carvalho, 2:0 (47., Foulelfmeter) Serifi, 2:1 (86.) Wollesen, 2:2 (90.+5) Silas Meyer.
29. Spieltag – Oberliga SH
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 08.05.26 | TuS Rotenhof – Türkspor Kiel | 2:1 |
| 09.05.26 | SV Todesfelde – Heider SV | 2:0 |
| 09.05.26 | Kaltenkirchener TS – Eutin 08 | 1:2 |
| 09.05.26 | MTSV Hohenwestedt – PSV Neumünst. | 1:3 |
| 09.05.26 | Oldenburger SV – Kilia Kiel | 1:6 |
| 10.05.26 | VfR Neumünst. – SV Eichede | 2:2 |
| 10.05.26 | Holstein Kiel U23 II – TSV Satrup | 6:0 |
| 10.05.26 | 1. FC Phönix II – Preußen Reinfeld | 4:4 |
Tabelle Oberliga Schleswig-Holstein
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 29 | 77:24 | 74 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 29 | 80:25 | 62 |
| 3 | SV Eichede | 29 | 59:27 | 59 |
| 4 | FC Kilia Kiel | 29 | 85:36 | 58 |
| 5 | VfR Neumünster | 29 | 60:53 | 50 |
| 6 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 29 | 67:60 | 45 |
| 7 | Heider SV | 29 | 55:58 | 44 |
| 8 | Polizei SV Union Neumünster | 29 | 63:59 | 41 |
| 9 | TSV Nordmark Satrup | 29 | 42:50 | 37 |
| 10 | TuS Rotenhof | 29 | 50:67 | 34 |
| 11 | Kaltenkirchener TS (Auf) | 29 | 42:54 | 33 |
| 12 | Oldenburger SV | 29 | 58:81 | 29 |
| 13 | Eutin 08 | 29 | 32:62 | 27 |
| 14 | MTSV Hohenwestedt | 29 | 41:66 | 23 |
| 15 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 29 | 30:75 | 20 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 29 | 37:81 | 16 |
