Jesper Tiedemann erzielte in der 44. Minute das 2:0 für den PSV Neumünster. Das reichte nicht zum Punktgewinn. © 2026 Olaf Wegerich
Ist das bitter. Der PSV Neumünster kassiert mit seinem letzten Aufgebot vier Spieltage vor Saisonende der Flens-Oberliga bei der Regionalligareserve vom 1. FC Phönix Lübeck durch einen späten Treffer von Christen Frederik Mensah (90.) eine mehr als unglückliche 2:3 (2:0) Auswärtsniederlage. Der PSV bleibt aber weiterhin auf dem 8. Platz und profitierte dabei auch von der Satruper 2:4-Niederlage in Oldenburg.
PSV mit massig Ausfällen
In Lübeck musste das Trainerteam des PSV um Dennis Buthmann und Nils Voss kurzfristig auf eine Vielzahl von gestandenen Oberligaspielern verzichten. Grady Zinkondo musste noch am Spieltag mit Magenbeschwerden absagen, Nico Mauras spürte beim Warmmachen eine Muskelverhärtung, und Abwehrchef Geart Latifi musste mit einem stark geschwollenen Sprunggelenk ebenso passen. Latifi stand zwar ebenso wie Mauras und Zinkondo auf dem Spielberichtsbogen, wäre aber nur im absoluten Notfall zum Einsatz gekommen. Einziger wirklich einsatzbereiter Auswechselspieler war somit Ersatztorhüter Adrian Weiß. Wäre eine Einwechselung von Weiß von Nöten gewesen, hätte Stammtorhüter Tilman Körtzinger als Feldspieler weiterspielen müssen.
Gäste mit vielen Umstellungen
Somit war der PSV wieder einmal zum Improvisieren gezwungen, und Spieler mussten aus der Not heraus Positionen besetzen, auf denen sie bisher noch nicht zum Einsatz gekommen waren. So spielten Til Küffner und Tim Möller Außenverteidiger, und Paul Eberhardt und Tim Jansa teilten sich die Sechserposition.
PSV mit starker erster Hälfte
Trotz der mehr als schwierigen Voraussetzungen spielten die Gäste aus Neumünster gegen die Lübecker eine überragende erste Hälfte und ließen keinen Torschuss der Mannschaft von Trainer Kevin Wölk zu.
Werner mit dem Führungstreffer
Aus einer sehr kompakten Abwehr wurden die Gäste im Umschaltspiel immer wieder gefährlich. So auch beim Führungstreffer durch Meiko Werner (32.) – der eigentlich in der Innenverteidigung spielte – der sich über Außen durchsetzt, dann in den Strafraum dribbelt und flach ins kurze Eck trifft.
Mit der Führung im Rücken wurde der PSV immer sicherer und vergab weitere gute Chancen, nachzulegen. So verpassten nacheinander Ben-Luca Nohns und Jesper Tiedemann eine scharfe Hereingabe von Ahmad Bello, und Tim Möller zielte neben das Tor.
Tiedemann legt kurz vor der Pause nach
Doch den Gästen gelingt unmittelbar vor der Pause nach einem langen Ball auf Jesper Tiedemann (44.), der frei vor dem Lübecker Torhüter überlegt einschiebt, der so wichtige zweite Treffer.
„Das war fußballerisch richtig gut, und die Halbzeitführung war aus meiner Sicht auch absolut verdient“, lobte Buthmann den guten Auftritt vor der Pause.
Phönix mit frischen Kräften dominiert
In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild dann komplett, und die Gastgeber entfachten mit vier frischen Kräften wesentlich mehr Druck. „Da haben wir fast nur noch verteidigt, und die Beine wurden schwer“, musste Buthmann mit ansehen, wie die Gastgeber durch Arvid Krogmann (68.) schnell den 1:2-Anschlusstreffer erzielen konnten, ehe Malel El Shaikh (78.) den sich anbahnenden 2:2-Ausgleich nachlegte.

Phönix mit dem Führungstreffer
Richtig bitter wurde es dann zum Spielende. Anstatt des durchaus verdienten Punktgewinns für den PSV dribbelt Christen Frederik Mensah (90.) in den Neumünsteraner Strafraum und trifft aus gut 16 Metern in das linke untere Eck zum schmeichelhaften 3:2-Erfolg für die Lübecker Regionalligareserve.
Nohns verpasst den möglichen Ausgleich
In der vierminütigen Nachspielzeit hat Ben-Luca Nohns (90+4) für den PSV dann sogar noch den Ausgleichstreffer auf dem Fuß, aber die Sturmspitze der Gäste verpasst aus halbrechter Position knapp das lange Eck.
Stimme zum Spiel
Dennis Buthmann (PSV Neumünster): „Unter diesen Voraussetzungen war es für uns sehr schwer. Es tut mir unheimlich leid für die Jungs nach der guten ersten Hälfte. Wir haben alles reingeworfen, und die Jungs haben sich in jeden Ball geschmissen. Bei der Aufstellung mussten wir experimentieren. Wir konnten keine Auswechslungen vornehmen, während Phönix nach der Pause vier frische Kräfte mit hoher Dynamik und Qualität bringen konnte. Wir können froh sein, dass diese Seuchensaison mit so vielen Verletzungen bald beendet ist. Das ist der Wahnsinn, was wir gerade erleben.“
1. FC Phönix Lübeck II: Galytsky – Grobauer, Simsek (67. Blazheski), Achtenberg (46. Taritas), Krogmann – Seibt, Rasgele – Enseleit (46. El Shaikh), Hadj, Mensah (90. Knott) – Ofosu.
Trainer: Kevin Wölk.
PSV Neumünster: Körtzinger – Küffner, Werner, Mahmud, Möller – Eberhardt, Jansa – Tiedemann, Barendt, Bello – Nohns.
Trainer: Dennis Buthmann und Nils Voss.
Schiedsrichter: Frederik Simon (Heikendorfer SV).
Assistenten: Mats Casper Stahlberg und Kevin Soll.
Zuschauer: 80 auf dem Kunstrasenplatz an der Travemünder Allee in Lübeck.
Tore: 0:1 Meiko Werner (32.), 0:2 Jesper Tiedemann (44.), 1:2 Avid Krogmann (68.), 2:2 Malek El Shaikh (78.), 3:2 Christen Frederik Mensah (90.).
