OSV-Konter eiskalt – verhexter Mittwoch für Todesfelde

von Ismail Yesilyurt

Freddy Kaps (in weiss, SV Todesfelde) trifft drei Mal gegen den SV Todesfelde. © Ismail Yesilyurt


Großer Coup des Oldenburger SV beim Ligaprimus SV Todesfelde! Mit einem 5:2 bringt das Team von Florian Stahl dem besten Team in der Oberliga Schleswig-Holstein die erste sportliche Niederlage bei und holt sich wichtige (Bonus)Punkte für den Klassenerhalt. Aufgrund der Dominanz mit weiterhin zehn Punkten Vorsprung auf dem ersten Verfolger ist es „meiner Meinung nach kein Beinbruch“ für den Tabellenführer. „Manchmal ist auch eine Niederlage auch gut, weil man natürlich dann wieder einen neuen Fokus hat“, verarbeitet Todesfeldes Offensivspieler Benjamin Petrick die Niederlage positiv.

Mangelhafte Chancenverwertung und Lücken in der Defensive

Die Gründe für das 2:5 sind vielfältiger Natur. An erster Stelle steht die mangelhafte Chancenverwertung, die aus zehn klaren Möglichkeiten nur zwei Treffer abwarf. „Wir hätten gefühlt noch eine Stunde spielen können und hätten die Dinger nicht gemacht“, bilanzierte Petrick. Doch die Niederlage allein auf das Pech im Abschluss zu schieben, wäre zu kurz gegriffen. In der Defensive offenbarte der Gastgeber ungewohnte Lücken: der zweite entscheidende Faktor. Besonders das Umschaltspiel der Oldenburger bekam man zu keinem Zeitpunkt in den Griff.

Benjamin Petrick (SV Todesfelde) hätte am Samstag seine Torbilanz gerne ausbauen wollen. © 2025 Ismail Yesilyurt
Benjamin Petrick (SV Todesfelde). © 2025 Ismail Yesilyurt

„Taktisch war das von uns nicht gut. Wir hatten an diesem Tag eine ganz schlechte Restverteidigung“, analysierte Petrick. „Wir hatten eigene Standards und nur 20 Sekunden später standen die mit drei gegen zwei vor unserem Tor.“

Trainingsplatz nicht vorteilhaft für Todesfelder Spiel

Zwar erschwerte der tiefe Untergrund auf dem Neben(Trainings)platz – von Todesfeldes Nummer 34 wenig schmeichelhaft als „Kartoffelacker“ bezeichnet – das gewohnte Kombinationsspiel gegen die tiefstehende Acht-Mann-Mauer der Gäste, doch als Ausrede für einen möglichen dritten Grund wollte Petrick das nicht gelten lassen. Die gewohnte Sicherheit in der Ballzirkulation sei schlicht nicht vorhanden gewesen.

Die Oldenburger gaben auch immer die passende Antwort auf die Treffer der Elf von Björn Sörensen. Nach dem 1:2 schlug Frederik Kaps drei Minuten später in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erneut zu. Und als das 2:4 aus Sicht des SVT eine Resthoffnung aufflammen ließ, löschte Silas Bünning schnell das aufkeimende Feuer. „Du denkst, da geht vielleicht noch was, und kriegst direkt durch einen Konter das 2:5. Wir wurden einfach gnadenlos ausgekontert.“

Matchwinner Frederik Kaps und ein Freund-Traumtor

Beim Oldenburger SV passte im Nachholspiel am Mittwochabend auch einfach alles. Der tolle Schuss von Marcel Freund zum 2:0 oder auch die Aktionen von Frederik Kaps, der mit seinen drei Toren zum Matchwinner avancierte. Übrigens die Saisontreffer Nummer sechs, sieben und acht für den Trainer der erfolgreichen U19 von Holstein Kiel in der DFB-Nachwuchsliga. „Ich glaube, so trifft er den Ball nie wieder. Also das war echt ein richtig wunderschönes Tor. Also so wird er den nie wieder treffen“, staunte Petrick über das Freund-Tor.

Trainer Florian Stahl (Oldenburger SV) mit Anweisungen an sein Team. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der Plan von Trainer Florian Stahl (Oldenburger SV) mit der Kontertaktik ging auf. © 2025 Ismail Yesilyurt

Leidenschaftliche Truppe von Florian Stahl

Daneben überzeugte der OSV mit einer starken geschlossenen Mannschaftsleistung. „Die haben das halt wirklich gut gemacht. Die haben halt wirklich sich in jeden Ball reingeschmissen. Die haben jeden Ball abgefeiert, den sie geblockt haben“, lobte Benjamin Petrick den leidenschaftlichen Auftritt der abstiegsbedrohten Oldenburger.

Gleich nach dem Wiederbeginn gibt es den nächsten sehr empfindlichen Nackenschlag für die Heimelf. Den Foulelfmeter verwandelt Kaps zum 4:1 für Oldenburg. Die Sörensen-Auswahl versucht danach alles Mögliche, um den Anschluss zu finden. Doch vor dem Gehäuse von Cedric Cordes haben die SVT-Kicker keinen guten Tag erwischt. Für den in der Pause eingewechselte Morten Liebert, Noah Awuku und Tyler Körting scheint alles verhext zu sein, der Ball will nicht rein. Der fortgeführte Einbahnstraßenfußball im zweiten Abschnitt endet für den SV Todesfelde somit in einer Sackgasse.

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