Überblick wellyou-Frauen-Oberliga mit Bericht und Fotogalerie

von Olaf Wegerich

Die erfolgreichste Torschützin am Sonntag – Joy Maja Stolz (li., Merkur) gegen Larissa Book (Holstein II). © 2023 Olaf Wegerich


Der Startschuss für die wellyou-Frauen-Oberliga knallte am vergangenen Sonntag in Kaltenkirchen. Zeitversetzt fanden 4 der 6 Begegnungen des 1. Spieltages statt. Zusätzlich ein vorgezogenes Spiel zwischen dem TSV Klausdorf und SV Wahlstedt. Da Oberligameister Kieler MTV und Aufsteiger Vineta Audorf an der Deutschen Meisterschaft im Beachsoccer teilnehmen, mussten 2 Spiele des Eröffnungsspieltages verlegt werden.

Der erste Ball rollte ab 11:30 Uhr in der ersten Partie zwischen dem ATSV Stockelsdorf und Frisia Risum-Lindholm. Die Begegnung zwischen Rot-Schwarz Kiel und SSC Hagen Ahrensburg, das Ahrensburg mit 2:0 gewann schloss den Fußball-Sonntag der Frauen ab.

ATSV Stockelsdorf – Frisia Risum-Lindholm 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Amelie Schütt (33.), 1:1 Aileen Tobiesen (52.).

Gleich im ersten Spiel gibt es eine Überraschung. Der Zweite der Vorsaison Frisia Risum-Lindholm, der 2022/23 unbesiegt blieb, kommt nicht über eine Punkteteilung hinaus. Nach dem Rückstand gelingt Frisia trotz einiger Chancen nur der Ausgleichstreffer.

TSV Siems – SG Niebar 5:0 (2:0)

Trotz einer über weite Strecken ansprechenden Leistung musste die SG NieBar zum Saisonauftakt in der wellyou-Frauen-Oberliga gegen den favorisierten TSV Siems eine deutliche 0:5 (0:2) Niederlage hinnehmen. Die ohne ihren neuen Trainer Frank Weschke, der sich eine Woche vor Schulbeginn noch im Dänemarkurlaub befindet, angetretenen NieBar-Frauen zeigten gegen den spielstarken TSV Siems eine couragierte Leistung, hatten aber auch Glück, dass die in der Offensive stark besetzten Lübecker Vorstädter insgesamt fünfmal, davon allein viermal im ersten Durchgang, das Aluminium trafen.

Trotz der klaren Feldvorteile der Siemser hielt die Mannschaft von Co-Trainer Lukas Kuchenbecker, der Frank Weschke an der Seitenlinie vertrat, gut mit und war auch mehrfach drauf und dran, selbst einen Treffer auf dem ungewohnten Kunstrasenplatz in Kaltenkirchen, wo alle Spiele des 1. Spieltages ausgetragen wurden, zu erzielen.

Christin Engellandt (SG NieBar) hat gegen Mandy Scheer (Siems) aufgepasst und den Ball abgefangen. © 2023 Olaf Wegerich)
Christin Engellandt (SG NieBar) hat gegen Mandy Scheer (li., Siems) aufgepasst und den Ball abgefangen. © 2023 Olaf Wegerich)

Zweimal Alina Ecberger sowie jeweils einmal Jana Reimers und Lilly Jurkat-Einfeldt aus spitzem Winkel scheiterten an der guten Joana Brusch im Siemser Tor. Bis zur Halbzeit führte Siems durch Treffer von Sophie Hagedorn (15.) sowie durch einen Strafstoß von Ronja Bär (32.) bereits mit 2:0.

Auch nach dem Seitenwechsel spielte die SG NieBar bei extremer Hitze weiter mutig mit, hatte aber Pech nur zwei Minuten nach der Pause das 0:3 durch Mandy Scheer (47.) hinnehmen zu müssen. Danach konnte die SG Niebar die Partie lange Zeit offen gestalten und kam wiederholt gefährlich vor das Tor der nicht immer sattelfesten Siemser Abwehr.s

Anstatt des durchaus verdienten Ehrentreffers kassierte die SG Niebar noch weitere Treffer durch die überragende Sophie Hagedorn (85.) und Fabienne Laborn (90.), als die Absicherung nach zwei schnellen Kontern nicht funktionierte. „Der zweite Treffer, der zum Elfmeter führte, war sehr strittig und fiel zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Vom Spielansatz war das schon ganz gut, was wir gezeigt haben. Leider sind uns individuelle Fehler unterlaufen und wir müssen konditionell noch nachlegen“, sagte Trainer Lukas Kuchenbecker.

TSV Siems: Brusch, Bär, Taube, Laborn, Hopp, Lumma, Scheer, hagedorn, Ulrich, Wiemann, Jegorenko.
Trainer: Mario Markmann.

SG NieBar: Horst – Lüdtke, Stefanie Hansen, Engelhardt, Sonja Hansen – Nicklaus, Ecberger, Reimers- Jurkat-Einfeldt – Otto.
Trainer: Lukas Kuchenbecker.

Schiedsrichter: Juliane Wittig.

Zuschauer: 67.

Tore: 1:0 Sophie Hagedorn (15.), 2:0 Ronja Bär (32., Foulelfmeter), 3:0 Mandy Scheer (47.), 4:0 Sophie Hagedorn (85.), 5:0 Fabienne Laborn (90.).

TSV Klausdorf – SV Wahlstedt 4:2 (2:0)

Der Oberliga-Aufsteiger SV Wahlstedt zeigte im ersten Punktspiel der wellyou-Oberliga gegen den TSV Klausdorf eine Klasseleistung und verpasste bei der 2:4 (0:2)-Niederlage zum Saisonauftakt nur ganz knapp einen Punktgewinn.

Die alles überragende Spielerin auf dem Platz war Jenny Zietz, die viermal für Klausdorf traf. Beiden Mannschaften wurde eine ganz besondere Ehre zu Teil, denn die Partie wurde von der „DFB-Schiedsrichterin des Jahres“ Mirka Derlin vom TSV Dahme geleitet. Wahlstedts Trainer Frank Stoffers war mit nur dreizehn Spielerinnen angereist, da es noch einige Ausfälle wegen Urlaub und Verletzung gab.

Besonders bitter: Torjägerin Kaja Komm, die unter der Woche am Knie operiert wurde, wird deutlich länger ausfallen als die ursprünglich angedachten vier Wochen. „Das war ein kompletter Abriss. Kaja wird wohl mindestens zwölf Wochen nicht spielen können. Jammern hilft nicht. Wir müssen da durch“, sagte Trainer Frank Stoffers.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Mit Lisa Kahl, die zuletzt bei den B-Mädchen auf Kleinfeld gespielt hat, hat sich eine junge Spielerin auf Anhieb bewährt. Im Spiel gegen die Klausdorfer konnte Wahlstedt einen Zwei-Tore-Rückstand zur Halbzeit durch eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang egalisieren. Zunächst gelang Leonie Walczyk (53.) nach Alleingang der Anschlusstreffer. Laura Berisha (65.) schaffte mit einem herrlichen Treffer sogar den 2:2 Ausgleich für Wahlstedt.

Denise Jakubowski (li., TSV Klausdorf) kommt an Lisa Kahl (SV Wahlstedt) vorbei. © 2023 Olaf Wegerich
Denise Jakubowski (li., TSV Klausdorf) kommt an Lisa Kahl (SV Wahlstedt) vorbei. © 2023 Olaf Wegerich

Auch danach spielte die Mannschaft von Trainer Frank Stoffers mutig weiter und sorgte mit Entlastungsangriffen immer wieder für Gefahr und igelte sich keinesfalls in der eigenen Hälfte ein. Nachdem der Klausdorfer Trainer Kevin Duhnke, der immerhin auf neunzehn Spielerinnen zurückgreifen konnte, einige frische Kräfte ins Spiel brachte, erhöhte der Favorit den Druck und kam zu weiteren Chancen, von denen Torhüterin Anna Dreekmann einige stark abwehren konnte.

Die späte Entscheidung für Klausdorf fiel nach einem Eckball, nachdem Dreekmann einen hoch vor das Tor geschlagenen Ball nicht festhalten konnte und Jenny Zietz (86.) aus dem Gewühl zum letztlich verdienten 3:2 traf. Zietz (23., 33.) die bereits in der ersten Hälfte zweimal traf, war die überragende Spielerin der Klausdorferinnen, denn ihr gelang auch zwei Minuten später das entscheidende 4:2.

TSV Klausdorf: Fehlau – Biesold, Paustian (89. Thomas), Wensien, Rose (59. Schumacher), Zietz (46. Kaschner), Thedens (71. Zietz), Vetter (46. Sandmann), Arend, Grußendorf, Jakubowski.
Trainer: Kevin Duhnke.

SV Wahlstedt: Dreekmann – Emilie Stoffers, Peters, Geiselberger, Berisha, Paula Stoffers, Walczyk, Lisa Kahl, Lea Komm, Lienau (42. Lopes-Caspary), Philipkowski.
Trainer: Frank Stoffers.

Schiedsrichter: Mirka Derlin (TSV Dahme).

Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Jenny Zietz (23.), 2:0 Jenny Zietz (33.), 2:1 Leonie Walczyk (53.), 2:2 Laura Berisha (65.), 3:2 Jenny Zietz (84.), 4:2 Jenny Zietz (86.).

Holstein Kiel II – Merkur Hademarschen 1:7 (1:3)

Der SV Merkur Hademarschen feiert einen Traumstart in die wellyou-Oberliga der Frauen. Am 1. Spieltag der neuen Saison konnte sich der Aufsteiger nach einer überzeugenden Leistung auch in der Höhe verdient mit 7:1 (3:1) gegen Holstein Kiel II durchsetzen.

Überragende Spielerin beim SV Merkur war Joy Maja Stolz, der fünf herrliche Treffer gelangen. Die beiden restlichen Tore erzielten Vanessa Schmidt und Jana Hoffmann. Gespielt wurde auf dem Kunstrasenplatz des FSC Kaltenkirchen, wo auch die restlichen vier Auftaktpartien der Oberliga ausgetragen wurden.

Schöne Begleiterscheinung: Dank des hohen Sieges ist der SV Merkur erster Tabellenführer der wellyou-Oberliga. Nach dem frühen Führungstor durch die technisch beschlagene Vanessa Schmidt (9.) setzte Merkur die Holstein-Reserve weiterhin mächtig unter Druck. Wiederholt brannte es lichterloh in der nicht immer sicheren Kieler Abwehrreihe. Wie aus dem Nichts kommt Kiel bei einem seiner wenigen Entlastungsangriffe durch einen zumindest fragwürdigen Foulelfmeter durch Larissa Bock (20.) zum 1:1-Ausgleich.

Vanessa Schmidt (Merkur Hademarschen) umspielt Torhüterin Caja Paulsen (Holstein II) und trifft zum 1-0. © 2023 Olaf Wegerich
Vanessa Schmidt (Merkur Hademarschen) umspielt Torhüterin Caja Paulsen (Holstein II) und trifft zum 1:0. © 2023 Olaf Wegerich

Durch einen Doppelschlag von Joy Maja Stolz (35., 37.) führt der SV Merkur bis zur Pause aber wieder mit 3:1. Bis zur 70. Minute kann Kiel mit Glück und Geschick weitere Gegentore verhindern, doch in den letzten zwanzig Minuten zeigt der SV Merkur noch einmal seine spielerische Klasse und erhöht durch drei weitere Treffer von Joey Maya Stolz (70., 73., 90.) sowie den Treffer von Jana Hamann (79.) auf 7:1.

„Ich bin sehr zufrieden. Wir wollen den Sieg nicht zu hoch hängen. Mit drei Punkten hält man aber nicht die Klasse“, sagte Merkur-Trainerin Franziska Lähn. Denn trotz der über weite Strecken überzeugenden Leistung gegen einen zumindest an diesem Tage schwachen Gegner war sogar ein deutlich höheres Ergebnis möglich, denn Kiels beste Spielerin war mit Abstand Torhüterin Caja Paulsen, die eine Vielzahl von tollen Paraden zeigte und das Ergebnis für ihre Mannschaft im erträglichen Rahmen hielt.

Für die Viererkette in der Abwehr um Tammy Sievers (16) und Nieke Peters (17) hatte B-Lizenzinhaberin Franziska Lähn ein dickes Lob parat. „Das haben die heute sehr gut gemacht „Einziger Kritikpunkt von Lähn: „Manchmal fehlte uns im letzten Drittel die bessere Idee.“

Holstein Kiel II: Paulsen – Sander, Schwarze, Book, Miguel, Braren, Ivers, Matthes, Totz, Lange, Schmidt.
Trainer: Thomas Weide.
Eingewechselt: Lewermann.

SV Merkur Hademarschen: Hornke – Neumann, Peters, Sievers, Henßen (75. Offe) – Gfrörer (83. Krakic), Hamann – Schmidt, Boll (61. Holst), Wolter (75. Reinholz) – Stolz.
Trainerin: Franziska Lähn.

Schiedsrichterin: Nicole Hartmaring-Jaacks.

Zuschauer: 150.

Tore: 0:1 Vanessa Schmidt (9.), 1:1 Larissa Book (20., Foulelfmeter), 1:2 Joy Stolz (35.), 1:3 Joy Stolz (37.), 1:4 Joy Stolz (70.), 1:5 Joy Stolz (73.), 1:6 Jana Hamann (79.), 1:7 Joy Stolz (90.).

Rot-Schwarz Kiel – Hagen Ahrensburg 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Annika Peters (32.), 0:2 Annika Peters (92.).

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