TSV Hattstedt feiert dritten Sieg in Folge in Friedrichsberg

von Ismail Yesilyurt

Rouven Jorden (li.) und der TSV Hattstedt haben einen guten Lauf. © 2025 Ismail Yesilyurt

Mit Riesenschritten hat sich der TSV Hattstedt am eigenen Schopf aus dem Keller der Landesliga Schleswig gezogen. Ganz wie der Baron von Münchhausen, der sich einst aus dem Sumpf zog, brauchten die Nordfriesen dabei keine Lügengeschichten – sondern ehrliche, harte Arbeit. Mit einem verdienten 3:2 (1:2)-Auswärtserfolg beim TSV Friedrichsberg-Busdorf feierte das Team den dritten Dreier in Serie nach den vorherigen Erfolgen gegen Eidertal Molfsee und den TSV Kropp und schloss mit nun 12 Punkten zum breiten Mittelfeld auf.

Sehr erfreut blickte Hattstedts Cheftrainer Sebastian Kiesbye auf die kleine Serie zurück und überlegte: „Drei Siege in Folge: Ich glaube nicht, dass wir das geschafft haben“ – zumindest im letzten Aufstiegsjahr war das nicht der Fall.

Kuriose Chancen im ersten Durchgang

Die Partie begann für die Gäste allerdings denkbar ungünstig. „Wir kamen leider nicht so gut in die Partie, bekamen durch einen Eckball ziemlich früh das 1:0“, schilderte Kiesbye die Anfangsphase, in der ein Innenverteidiger unaufmerksam war und Luca Clausen (8.) die Hausherren in Führung brachte.

Zwar fanden die Nordfriesen in der Folge besser ins Spiel und kamen durch Mirko Krueger (30.) zum verdienten 1:1-Ausgleich, doch kurz vor der Pause folgten wilde Szenen. Hattstedt vergab eine Riesenchance zur Führung, als Dennis Jeßat allein auf den Torhüter zulief, diesen umkurvte, das Leder im Rutschen aber nicht schnell genug im leeren Kasten unterbrachte und nach einer Rettungstat des Verteidigers nur den Pfosten traf. Wie verhext fiel im direkten Gegenzug das Tor auf der anderen Seite: Nach einem abgefälschten Schuss landete der Ball zum 2:1 für Friedrichsberg im Netz durch den dritten Saisontreffer von Zakaria El-Omrani (40.).

Tjark von Lanken (TSV Friedrichsberg), mit einer der besten Spieler, klärt vor Alban Jashari (SVE Comet Kiel)
Tjark von Lanken (li., TSV Friedrichsberg) ist einer der wenigen, der in einer neuformierten Schleswiger Mannschaft, aus der letzten Saison noch dabei ist. © Ismail Yesilyurt

Friedrichsbergs Coach Dennis Usadel zeigte sich trotz der schmeichelhaften Pausenführung kritisch: „Ja, das einzig Positive war heute das Halbzeitergebnis, wo wir 2:1 geführt haben. Konnten aber in keiner Phase heute des Spiels irgendwie unser Spiel durchdrücken.“

Traumtor und kalte Dusche für die Hausherren

Nach dem Seitenwechsel drehte Hattstedt das Spiel dann komplett. „Wir sind dann wieder sehr gut aus der zweiten Halbzeit rausgekommen, haben sehr früh nachgelegt“, freute sich Kiesbye. Ausgerechnet der Innenverteidiger, der beim Gegentor noch geschlafen hatte, fasste sich ein Herz: Rund 20 bis 25 Meter vor dem Tor bekam er den Ball und jagte das Ding trocken in den Winkel – ein absolutes Traumtor zum 2:2 durch Luca Sander (54.).

Nur wenige Minuten später machte es Dennis Jeßat (63.) nach einem mustergültig ausgespielten Konter über zwei Stationen besser als vor der Pause und versenkte die Kugel eiskalt zum 3:2-Siegtreffer.

Während Friedrichsberg in der zweiten Hälfte laut Usadel „irgendwo gar nicht mehr ins Spiel“ kam und „heute einfach einen schlechten Tag erwischt“ hatte, mussten die Gäste in der Schlussphase noch einmal zittern. Die harten Wochen und das Spiel unter der Woche steckten den Spielern in den Knochen, doch mit cleverem Wechselspiel brachten die Nordfriesen den Vorsprung über die Zeit. Mit diesem Schwung im Rücken blickt Hattstedt nun gespannt auf das anstehende Derby in der kommenden Woche zuhause gegen den TSV Rantrum.

Stimmen zu Spiel

Sebastian Kiesbye (Trainer TSV Hattstedt)
Dennis Usadel (Trainer TSV Friedrichsberg-Busdorf)
  • TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Sazan Serbest Mohammed (46. Omar Al-Batal), Tjark von Lanken, Julian Dietz, Julian Lechtenfeld – Zakaria El-Omrani, Marko Grbavac (71. Ali Alhindawi), Daniel Schubert – Alin Ungureanu, Juri Alexa, Luca Clausen (79. Max Albrecht)
  • Trainer: Dennis Usadel
  • TSV Hattstedt: Janis Hinz – Ruven Jorden, Manuel Lorenzen, Luca Sander, Tobias Wetzel – Mart Lewe Michelsen, Ruda Jaber (72. Tom Heldt), Nico Thiesen – Dennis Jeßat, Mirko Krueger (53. Oke Paulsen), Niklas Ludwig (76. Rinor Ademi)
  • Trainer: Sebastian Kiesbye
  • Schiedsrichter: Oskar Kühle (SV Viktoria 08)
  • Assistenten: Hendrik Plambeck, Chris Hartmuth Weyhe
  • Tore: 1:0 Luca Clausen (8.), 1:1 Mirko Krueger (30.), 2:1 Zakaria El-Omrani (40.), 2:2 Luca Sander (54.), 2:3 Dennis Jeßat (63.)
Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 9810 31:102125
2. (2) Inter Türkspor Kiel (A) 9711 38:92922
3. (3) TSV Klausdorf 9531 19:13618
4. (4) SSG Rot-Schwarz Kiel 8503 15:12315
5. (↑ 8) TuS Nortorf (N) 9504 17:16115
6. (↓ 5) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 9423 21:20114
7. (↑ 9) SV Dörpum 9414 13:15-213
8. (↓ 7) SC Weiche Flensburg 08 II 9405 23:23012
9. (↓ 6) Husumer SV (N) 9333 21:21012
10. (10) TSV Hattstedt 9333 20:20012
11. (↑ 14) TSV Rantrum 8224 18:21-38
12. (↓ 11) Heikendorfer SV (N) 8224 12:20-88
13. (↓ 12) TSV Friedrichsberg-Busdorf 8215 8:15-77
14. (↓ 13) SpVg Eidertal Molfsee 9207 12:17-56
15. (15) TSV Kropp 8125 7:27-205
16. (16) TSV Heiligenstedten (N) 8116 11:27-164

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