Trainer Stefan Pohlmann vom TSV Heiligenstedten kann trotz 2:0-Führung mit der Punkteteilung leben. © Olaf Wegerich
Der TSV Heiligenstedten hat zum Saisonstart den ersten wichtigen Zähler auf dem Weg zum Saisonziel Klassenerhalt eingefahren, schrammte dabei jedoch denkbar knapp an einem Dreier vorbei. Gegen den letztjährigen Aufsteiger TSV Hattstedt führte die Mannschaft von Trainer Stefan Pohlmann nach einer starken Umschaltleistung zwischenzeitlich mit 2:0, musste sich am Ende nach einem späten Gegentreffer in der Nachspielzeit jedoch mit einem 2:2 (1:0) begnügen.
Die Partie begann für die Gäste aus Hattstedt aus Sicht von Trainer Sebastian Kiesbye „absolut ungünstig“. Nach einer vergebenen Möglichkeit durch Niklas Ludwig schaltete Heiligenstedten blitzschnell um, und Marlon Bolten traf per erstem Torschuss direkt in der 4. Minute zum 1:0 für den Aufsteiger. In der Folge übernahm Hattstedt zwar deutlich mehr Ballbesitz und Spielanteile, biss sich an der kompakten Defensive aber lange die Zähne aus. „Wir fanden nicht so richtig im letzten Drittel die nötige Durchschlagskraft. So sind wir dann tatsächlich mit 1:0 in die Pause“, bilanzierte Kiesbye. Ein schöner Konter über Kjell Butzke auf Moritz Steinmann, der marlon Bolten auf die Reise schickte sorgte für den Pausenstand.
Blitzstart nach Wiederbeginn durch Bolten-Doppelpack
Der zweite Durchgang fing für die Gäste ähnlich katastrophal an wie der erste. Wieder nutzte Heiligenstedten einen Konter eiskalt aus: In der 51. Minute schlug erneut Marlon Bolten zu und stellte auf 2:0 für die Hausherren.

Hattstedts Coach Kiesbye reagierte umgehend und brachte mit einem Dreifachwechsel frisches Personal. Der Schachzug zeigte sofort Wirkung: Der eingewechselte Oke Paulsen schlug mit seiner gefühlt dritten Ballberührung in der 58. Minute eiskalt zu und verkürzte auf 1:2. „Der eine Wechsel schlug dann sofort ein“, freute sich Kiesbye über das schnelle Tor, auch wenn danach zunächst die Offensivaktionen der Gäste verflachten: „Es fehlten immer wieder die richtigen guten Aktionen im letzten Drittel. Und dann fehlte aber trotzdem auch wieder so dieser Wind, den der Anschlusstreffer dann mit sich bringen sollte eigentlich.“
Jorden belohnt späte Bemühungen in der Nachspielzeit
Heiligenstedten verpasste es in der Folge, die sich bietenden Räume bei Kontern konsequent zum dritten Treffer auszuspielen. TSV-Coach Stefan Pohlmann haderte mit dieser mangelnden Präzision: „Leider fehlte uns im Endeffekt im letzten Drittel an Klarheit und Genauigkeit, um im Umschaltspiel den dritten Treffer machen zu können.“
So rächte sich die ausgelassene Effizienz in der Schlussphase. „Habe ich auch nicht mehr so richtig dran geglaubt. Gehofft natürlich, aber angebahnt hat es sich nicht, dass wir dann doch noch mal vors Tor kamen.“ Das tat Hattstedt doch noch in der Nachspielzeit: Ruven Jorden wuchtete das Leder in der 90.+1 Minute zum umjubelten 2:2-Ausgleich in die Maschen.

Während Kiesbye trotz der späten Punktrettung von zwei verschenkten Punkten im Kampf um das gesicherte Tabellendrittel sprach – der Coach monierte die fehlende Durchschlagskraft über weite Strecken –, konnte Heiligenstedten trotz des späten Dämpfers stolz auf eine couragierte Leistung sein nach dem 2:2.
„Am Ende glaube ich, sogar ein verdientes Unentschieden. Auch wenn sicherlich Hattstedt deutlich mehr Spielanteile hatten, aber wir durch unser Konterspiel, glaube ich, ja die größeren Torchancen hatten“, bilanzierte Stefan Pohlmann, der mit seinem Team länger in der Landesliga verbleiben möchte als nach dem Aufstieg 2022/23 in die Parallelstaffel Holstein. Da dauerte das Abenteuer in Schleswig-Holsteins zweithöchster Spielklasse ein Jahr lang.
Stimmen zum Spiel
- TSV Heiligenstedten: Nils Witten – Ben-Joshua Matthiesen, Fynn Krüger, Horatio Schultz, Yannick Wulf (68. Tim Berkhahn) – Moritz Steinmann, Nick Müller – Kjell Butzke (68. Steven Bolln), Marlon Bolten, Luke Clasen (76. Christian Klatte) – Sascha Behrens (84. Martin Schmidt)
- Trainer: Stefan Pohlmann
- TSV Hattstedt: Boy Tamme Boysen – Ruven Jorden, Luca Sander (56. Tarek Yassine), Leon Poschkamp, Tobias Wetzel – Ruda Jaber, Mart Lewe Michelsen (56. Manuel Lorenzen), Nico Thiesen – Dennis Jeßat (80. Niklas Völker), Mirko Krueger (56. Oke Paulsen), Niklas Ludwig
- Trainer: Sebastian Kiesbye
- Schiedsrichter: Philip Zeich (SV Henstedt-Ulzburg)
- Assistenten: Kjell Liedtke, Martin Bläsing
- Zuschauer: 97
- Tore: 1:0 Marlon Bolten (4.), 2:0 Marlon Bolten (51.), 2:1 Oke Paulsen (58.), 2:2 Ruven Jorden (90. +1)
