Mainz zerlegt den HSV im Volkspark – 0:5 vor ausverkauftem Haus

von Martin Bläsing

Nicolas Copaldo (Hamburger SV) gegen Philip Tietz vom FSV Mainz 05. © 2026 Martin Bläsing

Der Hamburger SV hat beim ersten Bundesliga-Heimspiel der neuen Saison einen bitteren Nachmittag erlebt. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion unterlagen die Rothosen dem 1. FSV Mainz 05 deutlich mit 0:5 (0:2). Sheraldo Becker eröffnete den Torreigen, Phillip Tietz traf doppelt und ausgerechnet Ex-HSVer Ransford Königsdörffer setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt.

Der HSV hatte sich für sein erstes Heimspiel der Bundesliga-Saison viel vorgenommen. Trainer Merlin Polzin schickte dabei gleich mehrere Neuzugänge von Beginn an auf den Rasen. Doch schon früh zeigte sich, dass die eingespielten Mainzer den Hamburgern einen äußerst unangenehmen Nachmittag bereiten würden.

Becker bringt Mainz auf Kurs

Die Gäste agierten von Beginn an konzentriert und nutzten Hamburger Fehler konsequent aus. Nach 19 Minuten schlug Mainz erstmals zu. Nach einem Ballgewinn schalteten die Gäste schnell um, Kaishu Sano setzte Sheraldo Becker in Szene und der Angreifer vollendete zur 1:0-Führung.

Der HSV versuchte anschließend, mehr Kontrolle über die Partie zu bekommen. Die Hausherren hatten ihre Ballbesitzphasen, fanden gegen die kompakte Mainzer Defensive jedoch kaum Wege in gefährliche Abschlusspositionen.

Statt des Ausgleichs fiel kurz vor der Pause das 0:2. Wieder war Becker entscheidend beteiligt: Seine Vorlage fand Phillipp Mwene, der in der 41. Minute vollendete. Damit ging es für den HSV mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine.

Dreifachwechsel bringt keine Wende

Polzin reagierte zur Halbzeit deutlich und wechselte gleich dreimal. Fábio Vieira, Prince Daka und Sidi Nandja kamen für Bilal Nadir, Martin Adeline und Jordan Torunarigha. Doch nur drei Minuten nach Wiederbeginn folgte der nächste Rückschlag.

Becker setzte sich auf der rechten Seite durch und legte für Phillip Tietz auf, der aus kurzer Distanz zum 0:3 traf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde die Aufgabe für den HSV nahezu unlösbar.

Hamburg bemühte sich zwar weiter um den Anschlusstreffer, entwickelte offensiv aber zu wenig Durchschlagskraft. Mainz verteidigte konzentriert und blieb gleichzeitig bei seinen Umschaltaktionen gefährlich.

Terem Moffi vom Hamburger SV. © 2026 Martin Bläsing
Terem Moffi vom Hamburger SV. © 2026 Martin Bläsing

Tietz schnürt den Doppelpack

In der Schlussphase wurde es für den HSV endgültig bitter. In der 83. Minute war erneut Tietz zur Stelle. Nach Vorarbeit von Jae-sung Lee erzielte der Angreifer seinen zweiten Treffer des Nachmittags und erhöhte auf 0:4. Doch damit nicht genug.

In der Nachspielzeit schrieb ausgerechnet ein ehemaliger Hamburger die letzte Geschichte dieses Spiels. Der im Sommer nach Mainz gewechselte Ransford Königsdörffer traf nach Vorlage von Mwene zum 0:5-Endstand.

Für den HSV endete das erste Heimspiel der Saison damit in einer deutlichen Niederlage. Mainz dagegen überzeugte mit hoher Effizienz und einer reifen Auswärtsleistung. Für die Rheinhessen bedeutete das 5:0 zugleich einen historischen Erfolg: Der Verein stellte damit seinen höchsten Bundesliga-Auswärtssieg ein.

  • Hamburger SV: Heuer Fernandes – Torunarigha (46. Nandja), Bornauw, Capaldo – Møller Wolfe (84. Lemke), Remberg, Nadir (46. Fábio Vieira), El Ouahdi – Grønbæk, Adeline (46. Daka) – Moffi (64. Stange).
  • Trainer: Merlin Polzin.
  • FSV Mainz 05: Schwolow – Potulski, Gruber, Posch (88. Nakuzola) – Caci (81. da Costa), Sano (88. Maloney), Amiri, Lee (88. Ruoppi), Mwene – Tietz, Becker (68. Königsdörffer).
  • Trainer: Urs Fischer.
  • Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen)
  • Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
  • Tore: 0:1 Becker (19., Sano), 0:2 Mwene (41., Becker), 0:3 Tietz (48., Becker), 0:4 Tietz (83., Lee), 0:5 Königsdörffer (90.+1, Mwene).

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