Im Zeichen des Abschieds: Attraktives 3:3 gegen RW Essen

von Ismail Yesilyurt

Kapitän Tommy Grupe (re., VfB Lübeck) wurde von den Fans gewürdigt. © 2022 Olaf Wegerich


(Quelle: VfB Lübeck/Christian Jessen) Mit einem attraktiven 3:3 (2:2) gegen Rot-Weiss Essen verabschiedete sich unsere Mannschaft aus der 3. Liga. Vor 8.091 Zuschauern bei tollen äußeren Bedingungen boten beide Teams am Samstag Sommerfußball der besten Sorte. Die Partie stand zudem im Zeichen einiger Abschiede.

Bereits vor dem Spiel wurde es besonders emotional, denn mit Kapitän Tommy Grupe, Morten Rüdiger und Mirko Boland wurden drei Akteure mit großen Verdiensten als Spieler aus dem grün-weißen Dress verabschiedet. Die drei wurden auch von der Kurve mit einem großen Transparent „Danke Tommy, Motte & Bole“ noch einmal gewürdigt.

Auf dem Platz konnten alle drei wie auch einige andere Akteure nicht eingreifen. Das ebenfalls scheidende Trainerduo aus Jens Martens und Bastian Reinhardt hatte vier Veränderungen in der Startelf vorgenommen. So durfte Emanuel Adou sein Startelfdebüt feiern, außerdem waren Philipp Klewin, Marvin Thiel und Florian Egerer wieder von Beginn an dabei.

Morten Rüdiger (li., VfB Lübeck) gelang mit einem Eckball die Vorlage zum 2-1. © 2022 Olaf Wegerich
Morten Rüdiger (li., VfB Lübeck). © 2022 Olaf Wegerich

Den Start in die Partie hätte sich der VfB kaum besser wünschen können. Nach einer abgewehrten Thiel-Flanke und einem Fehlpass der Essener kam Marius Hauptmann aus rund 25 Metern zum Schuss und traf mit seinem Flachschuss zum 1:0 (6.). Das turbulente Spiel nahm aber auch in die andere Richtung schnell Fahrt auf. Im Anschluss an einen kurz ausgeführten Freistoß traf Leonardo Vonic relativ ungehindert aus sieben Metern zum 1:1-Ausgleich (8.).

Nach der turbulenten Startphase beruhigte sich das Geschehen zunächst etwas. Doch der VfB hatte die besseren Offensivszenen weiterhin auf seiner Seite. Hauptmann verpasste eine scharfe Sternberg-Flanke nur knapp (20.). Zwei Minuten später fiel das zweite Tor für unsere Grün-Weißen. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke nahm Emanuel Adou den Ball aus 17 Metern direkt und traf mit einem abgefälschten Schuss zum 2:1 (22.). Der dritte Treffer wäre nach einem tollen Zusammenspiel zwischen Daouda Beleme und Hauptmann möglich gewesen. Thiel hatte die Kugel links im Strafraum bekommen, den ersten Schuss parierte Keeper Jakob Golz, den zweiten setzte Thiel knapp rechts am Essener Tor vorbei (27.). Die Essener machten aus ihren Ballbesitzphasen nur wenig. Der Ausgleich vor der Pause fiel aus recht heiterem Himmel. Eine Flanke des eingewechselten Sandro Plechaty erwischte wiederum Vonic und lenkte den Ball unhaltbar zum 2:2 ins Netz (43.).

Im zweiten Abschnitt fiel wiederum schnell das erste Tor für unseren VfB. Ulrich Taffertshofer leitete den Treffer mit einem schönen öffnenden Pass ein. Janek Sternberg hatte auf der linken Seite im Strafraum viel Platz und traf mit einem Flachschuss zum 3:2 (48.). Wie schon im ersten Abschnitt gab es auch nun die Chance, die Führung auszubauen. Nach einem Beleme-Zuspiel stand Tarik Gözüsirin 16 Meter vor dem Tor ziemlich frei, setzte seinen Schuss jedoch knapp links am Tor vorbei (53.). Auf der Gegenseite war aber auch eine Portion Glück dabei, als Isiah Young einen Kopfball an die Latte setzte (57.) und fünf Minuten später mit einem Schuss das Quergestänge erneut touchierte (62.). Die Essener hatten in dieser Phase Vorteile, Philipp Klewin musste auch einen Plechaty-Schuss zur Ecke lenken (70.).

Mirko Boland (li., VfB Lübeck, Archivfoto) gelang die Führung. Leider aus Abseitsposition. © 2024 Olaf Wegerich
Mirko Boland (li., VfB Lübeck). © 2024 Olaf Wegerich

Das 3:3 war aber eher ein Zufallsprodukt, als ein Schuss von Vonic so abgefälscht wurde, dass sich der Ball unhaltbar hinter Klewin zum 3:3 in den rechten oberen Winkel senkte (74.). Dem Sieg näher war anschließend aber eindeutig der VfB. Ein Schuss von Egerer strich nur knapp am Tor vorbei (79.), einen Schuss aus spitzem Winkel des eingewechselten Robin Velasco parierte Golz (79.). Ein Kopfball von Felix Drinkuth senkte sich gefährlich, aber nur auf das Tornetz (85.). Manuel Farrona Pulido traf aus spitzem Winkel nur die Latte des Essener Tores (87.). Golz lenkte zudem noch einen Hauptmann-Schuss zur Ecke (90./+2). In der Schlussphase erhielt auch Jannik Löhden, der als einer der letztjährigen Aufstiegshelden ebenfalls sein letztes Spiel im VfB-Trikot bestritt, verdiente stehende Ovationen bei seiner Auswechslung in der 88. Minute.

Insgesamt war dieses 3:3 ein versöhnlicher Abschluss einer wenig erbaulichen Saison, sodass die Mannschaft auch vom Publikum noch einmal mit einem Applaus verabschiedet wurde. Auch für unsere Trainer Jens Martens, dem für seine Bereitschaft zur Hilfe in einer schwierigen Situation unser großer Dank gilt, und Bastian Reinhardt war es ein emotionaler Abschied von der Lohmühle. In der kommenden Saison startet der VfB in der Regionalliga unter dem künftigen Trainer Guerino Capretti einen neuen Anlauf in Richtung Profifußball – noch ohne konkreten Zeitplan.

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