Holstein Women nach 6:1 beim Kieler MTV im Landespokal-Halbfinale gegen HU

von Michael Felke

Defensivspielerin Luiza Zimmermann, die sich im Spiel gegen den Hamburger SV mit vollem Körpereinsatz in den Zweikampf wirft, erzielte auch ein Tor (Archivfoto). Quelle: Ismail Yesilyurt


Kieler MTV – Holstein Women 1:6 (1:1)

Die Holstein Women stehen im Halbfinale des SHFV-Pokals. Der Regionalligist feiert einen standesgemäßen 6:1-Erfolg beim Kieler MTV, tat sich aber gegen den tapfer kämpfenden Oberligisten eine Halbzeit lang sehr schwer. Im Halbfinale treffen die Women nun auf den Zweitliga-Absteiger SV Henstedt Ulzburg.

„Es war im ersten Abschnitt ein Spiel auf Augenhöhe. Gerade unsere Defensivarbeit hat gut geklappt“, meinte KMTV-Trainer Stephan Mordhorst, der eine Spielerin hinter der Viererkette als zusätzliche Absicherung aufbot. Diese taktische Variante funktionierte lange Zeit gut. Holstein ging zwar bereits nach sechs Minuten durch einen Kopfball von Neuzugang Jill Biesold mit 1:0 in Führung. Danach jedoch ließen die Women jegliches Kombinationsspiel vermissen. Lücken ließen sich in den vom KMTV gut zugestellten Räumen nicht finden.

„Wir haben das Spiel nicht auseinander gezogen, es gab wenig Freilaufbewegungen, und wenn, haben wir den Ball zu spät gespielt. Dazu kam auch noch ein mäßiges Passspiel“, sprach KSV-Trainer von einer schwachen ersten Halbzeit. KMTV hingegen spielte einfach, setzte auf schnelle Gegenstöße über die Außen mit Hannah Östermann und Emma Jensen, die ein ums andere Mal die quirlige Annika Alberts in Szene setzten. Die Angreiferin nahm sich in der 39. Minute ein Herz, zog aus 20 Meter ab und traf zum nicht unverdienten 1:1.

Women-Coach Bernd Begunk (li.) nahm in der Pause einige Umstellungen vor (Archivfoto). Quelle: Ismail Yesilyurt
Women-Coach Bernd Begunk (li.) nahm in der Pause einige Umstellungen vor (Archivfoto). Quelle: Ismail Yesilyurt

„Ein gerechter Pausenstand. Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit schien es so, als wenn wir eingeschlafen wären. Holstein hat es dann auch gut gemacht. Schnelle Spielzüge und konsequente Abschlüsse“, schilderte Mordhorst, dessen Team beinahe im Fünf-Minuten-Takt fünf Treffer kassierte und bis zur 69. Minute mit 1:6 zurück lag. Paula Harder, die per Kopf traf (1:2, 49.), eröffnete nach feiner Vorarbeit von Sina Meyer den Torreigen für die Women, ehe Vita Onderka per 18-Meter-Schuss erfolgreich war (1:3, 53.).

„Wir haben in der Halbzeit umgestellt. Danach hatten wir mehr Ballbesitz, und die Kombinationen klappten. Nun waren wir flexibler, und der Zug zum Tor war da“, meinte Begunk, der seine Tochter Sarah einwechselte und auf der Acht positionierte, während er Samanta Carone von der Innenverteidigung auf die Sechs beorderte. Holstein kam in Fahrt und war jetzt drückend überlegen. Sarah Begunk (61.), Luiza Zimmermann (65.) und abermals Vita Onderka (69.) schraubten das Ergebnis beinahe mühelos auf 6:1 für Holstein.

„Ohne Frage geht der Sieg der Women in Ordnung. Aber ich finde, dass das Ergebnis zu hoch ausgefallen ist. Meine Mannschaft hat nie aufgesteckt und sich gut verkauft“, meinte KMTV-Trainer Stephan Mordhorst, während KSV-Trainer Bernd Begunk entgegnete: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nur noch einen Schuss aufs Tor bekommen. Da waren wir klar besser. Ein glanzloser Sieg, der aber in der Höhe verdient ist.“

Kieler MTV: W. Jensen – A. Östermann – Stoffels, Steding, Uck, Massmann (66. Nommels) – Hofmann (66. Bertermann) – Klein (66. Ballay), H. Östermann, E. Jensen – Alberts (46. Marcinkowski).
Trainer: Stephan Mordhorst.

Holstein Women: Nentwich – Labuj, Carone, Zimmermann, S. Meyer – Grosnick – Biesold (46. Redant), Grapengeter (46. Begunk), Onderka (69. Braren), Krohn – Harder (58. K. Meyer).
Trainer: Bernd Begunk.

Schiedsrichter: Nicole Hartmaring-Jaacks (SV Westerrade).

Zuschauer: 50.

Tore: 0:1 Biesold (4.), 1:1 Alberts (39.), 1:2 Harder (49.), 1:3 Onderka (53.), 1:4 Begunk (61.), 1:5 Zimmermann (65.), 1:6 Onderka (69.).

ähnliche Artikel

Consent Management Platform von Real Cookie Banner