Achterbahnfahrt: Eidertal Molfsee kassiert schmerzhaftes 0:4 gegen Frisia Risum-Lindholm

von Ismail Yesilyurt

Renz Rapräeger (li., Frisia Risum-Lindholm) traf doppelt für die Frisia. © 2026 Ismail Yesilyurt

Die sportliche Achterbahnfahrt setzt sich für Cheftrainer Heiko Dukats-Jadwizak und seine SpVg Eidertal Molfsee in der Landesliga Schleswig unerbittlich fort. Nach dem berauschenden 7:3-Torfeuerwerk in der Vorwoche beim TSV Rantrum folgte nun ein herber Rückschlag und ein ernüchterndes 0:4 (0:2) auf heimischem Platz gegen den SV Frisia 03 Risum-Lindholm. Die Nordfriesen, die zuvor zwei Spiele sieglos geblieben waren, meldeten sich zurück in der oberen Tabellenhälfte und entführten die Punkte verdient nach Hause.

Frühe Effizienz der Gäste trotz starkem Gegenwind

Dabei begann die Partie für die Gäste keineswegs wie auf Schienen. Bei den Nordfriesen hakte es etwas hier und da. Dazu kam ein unsichtbarer Gegner.

„Zu Beginn taten wir uns im Spielaufbau noch etwas schwer. Gerade im Zentrum waren unsere Abstände teilweise zu groß und insgesamt wirkte unser Spiel etwas unsortiert. Hinzu kam der starke Gegenwind, der einen kontrollierten Spielaufbau zusätzlich erschwerte. Unsere Möglichkeiten konnten wir dafür konsequent nutzen“, hieß es aus den Reihen der Frisia.

Dennoch machten die Gäste aus ihrer Chancenverwertung im ersten Durchgang den entscheidenden Unterschied. Bereits in der 7. Minute schickte Jannik Danielsen einen präzisen Ball in die Tiefe, den Renz Rapräeger eiskalt zur frühen 1:0-Führung für Frisia nutzte. Kurz vor der halben Stunde legten die Gäste nach: Einen Abschluss von Tobias Pause konnte der Molfseer Schlussmann Mika Mohr zunächst noch parieren, doch Eduard Klemmer reagierte am schnellsten, setzte mustergültig nach und staubte mit seinem 2. Saisontor zum 2:0 ab (30.).

Molfsee versuchte zu antworten und hatte kurz vor dem Pausenpfiff die große Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Frisias Keeper Jorge Hansen blieb in einer brenzligen Eins-gegen-eins-Situation Sieger und hielt die wichtige Zwei-Tore-Führung für sein Team fest.

Klare Verhältnisse nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel übernahm die Mannschaft von Uwe Petersen dann komplett das Kommando. Frisia zeigte sich in den Zweikämpfen präsenter und zog das Spiel klar an sich. Wie die Gäste-Analyse bestätigte, „wurden wir nach dem Seitenwechsel deutlich stärker. Wir hatten die Partie besser unter Kontrolle, waren in den Zweikämpfen präsenter und erspielten uns immer wieder gute Möglichkeiten.“

Keeper Mika Mohr (SpVg Eidertal Molfsee) hielt, was zu halten war. © 2026 Ismail Yesilyurt
Keeper Mika Mohr (SpVg Eidertal Molfsee) hielt, was zu halten war. © 2026 Ismail Yesilyurt

Direkt nach Wiederbeginn fiel die Vorentscheidung: Nach einer Ecke von Jawad Shams köpfte Malte Bethke das Leder an das Lattenkreuz, und erneut stand Danielsen goldrichtig, um auf der Linie zum 3:0 abzustauben (50.). Den Schlusspunkt unter eine starke Gästeleistung setzte in der 63. Minute abermals Renz Rapräeger. Nach einer sehenswerten Kombination über Jesse Traber und Luca Sönnichsen auf der linken Außenbahn stand der Torschütze im Zentrum völlig frei und vollendete zum 4:0-Endstand.

Auch Doppeltorschütze Renz Rapräeger, der seine Saisonbilanz an Treffern um 100 Prozent erhöhte, zog ein zufriedenes Fazit: „Molfsee hatte anfangs etwas mehr Ballbesitz und hat uns früh gepresst. Durch das schnelle 1:0 und die präzisen langen Bälle von Jorge Hansen konnten wir uns aber immer wieder gut lösen und Chancen erspielen. Insgesamt fehlte Molfsee die Durchschlagskraft. Wichtig war, dass wir nach der Pause direkt das 3:0 nachgelegt haben und diesmal nicht eingebrochen sind. Danach konnten wir das Spiel souverän runterspielen. Am Ende war es ein verdienter Zu-Null-Sieg.“

Molfseer Frust über individuelle Fehler

Auf Seiten der Hausherren herrschte nach Schlusspfiff große Enttäuschung über die verpasste Chance, den Schwung aus der Vorwoche mitzunehmen. Trainer Heiko Dukats-Jadwizak erklärte, warum es nicht geklappt hat: „Krankheits- und urlaubsbedingt mussten wir die Aufstellung ändern und konnten leider den Schwung und die Leistung aus dem vorherigen Spiel und der Trainingswoche nicht mitnehmen und sind darüber hinaus an individuellen Fehlern gescheitert. Im Grunde genommen brauchte unser Gegner die Geschenke nur annehmen. Darüberhinaus waren unsere Gegner auch griffig, bissig und willens den Ball in unserem Tor unterzubringen. Wir wiederum haben diese Bissigkeit vorm Tor heute nicht gehabt und selbst klare Torchancen haben wir nicht verwertet.“

Während Frisia Risum-Lindholm am Ende auch in der Höhe verdient jubeln durfte – und dabei besonders den reibungslosen und tatkräftigen Einbau der Spieler Sönnichsen, Ribeiro und Schwerdtfeger aus der zweiten Herren lobte –, ist die fehlende Konstanz bei dem in großen Teilen neu zusammen gesetzten jungen Eidertaler Kader natürlich noch ein Punkt, der Zeit benötigt.

  • SpVg Eidertal Molfsee: Fynn Mohr – Mirko Schöning (56. Makar Mynzu), Tom Braesch (56. Luca Schemborski), Christian Alberts (17. Arda Capat), Carlo Heun – Marco Wiegand – Joel Prempeh, Leif Celik (72. Jonathan Okhotor), Nikita Podlipnikov (46. Enis Jashari), Ben Lipfert – Kristof Koop
  • Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
  • SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jorge Hansen – Jannik Danielsen, Lasse Böckenholt, Malte Bethke – Tobias Pause, Eduard Klemmer (80. Morten Erwin Höfer), Jesse Traber, Luca Sönnichsen (86. Yannick Schwerdtfeger) – Jawad Shams – Tom Ribeiro, Renz Rapräeger
  • Trainer: Uwe Petersen
  • Schiedsrichter: Mika Baghai-Anaraki (VfL Oldesloe)
  • Assistenten: Claudius Böhnke, Gernot Zesch
  • Zuschauer: 87
  • Tore: 0:1 Renz Rapräeger (7.), 0:2 Eduard Klemmer (30.), 0:3 Jannik Danielsen (50.), 0:4 Renz Rapräeger (63.)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 7610 23:71619
2. (↑ 3) TSV Klausdorf 7430 14:8615
3. (↓ 2) Inter Türkspor Kiel (A) 6411 25:61913
4. (↑ 5) SC Weiche Flensburg 08 II 7403 20:15512
5. (↑ 7) SSG Rot-Schwarz Kiel 7403 12:10212
6. (↓ 4) TuS Nortorf (N) 7403 13:12112
7. (↑ 8) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 7322 19:17211
8. (↓ 6) Husumer SV (N) 7232 16:18-29
9. (↑ 11) Heikendorfer SV (N) 7223 11:17-68
10. (↓ 9) SV Dörpum 6213 9:11-27
11. (↓ 10) TSV Friedrichsberg-Busdorf 6213 6:10-47
12. (12) SpVg Eidertal Molfsee 7205 11:14-36
13. (13) TSV Rantrum 6123 14:16-25
14. (14) TSV Kropp 6123 6:15-95
15. (15) TSV Heiligenstedten (N) 7115 10:25-154
16. (16) TSV Hattstedt 6033 10:18-83

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