Glückliches Ende im Spitzenspiel: Probsteier SG dreht 0:2-Rückstand gegen Kilia Kiel II

von Ismail Yesilyurt

Bennet Nitta (Probsteier SG) ist mit dem 3-2 gegen Kilia Kiel II der Matchwinner. © 2026 Ismail Yesilyurt

Im absoluten Topspiel der Liga zwischen Tabellenführer Probsteier SG und dem Tabellendritten FC Kilia Kiel II hat am Ende das glücklichere Team den Platz als Sieger verlassen. Wie es im Fußball oft so ist, gewann nicht die über weite Strecken bessere Mannschaft, sondern der Tabellenführer, der dank einer enormen Moral einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2 (2:2)-Heimsieg verwandelte.

Kilia dominiert den Tabellenführer in der Anfangsphase

Die Gäste aus der Landeshauptstadt legten los wie die Feuerwehr und stellten den Spitzenreiter vor riesige Probleme. Kilia-Trainer Leon Trentepohl bewertete die starke Anfangsphase seines jungen Teams:

„Wir waren sehr gut auf den Gegner eingestellt, haben den Jungs einen Plan mit an die Hand gegeben, welchen wir in den ersten 30 Minuten sehr gut umgesetzt und somit auch folgerichtig verdient 2:0 geführt haben.“

Durch ein Eigentor von Christoph Will (6.) und einen Treffer von Ben Lennox Bauer (21.) lagen die Gäste völlig verdient mit 2:0 vorn. Auch Heim-Coach Jörg Ahrens räumte unumwunden ein:

„In den ersten 30 Minuten haben wir eigentlich gar nicht stattgefunden, haben uns durch schlechtes Passspiel, schlechtes Aufbauspiel, schlecht geführte Zweikämpfe immer wieder zu Ballverlusten geführt und Kilia hat das mit ihrer starken, jungen, talentierten Mannschaft uns da wirklich vor riesige Probleme gestellt. Hat viele Zweikämpfe im direkten Eins-gegen-eins für sich entschieden. Hat auch immer wieder blitzschnell umgeschaltet und die Führung mit 0:2 war auch völlig verdient.“

Trainer Leon Trentepohl (Kilia Kiel II) und seine Jungs werden für eine gute Performance nicht belohnt. © 2026 Ismail Yesilyurt
Trainer Leon Trentepohl (Kilia Kiel II) und seine Jungs werden für eine gute Performance nicht belohnt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Standard bricht den Bann: Schönberger schlagen vor der Pause zurück

Doch der Tabellenführer ka wie aus dem Nichts zurück ins Spiel. Ein Standard brachte den Anschlusstreffer durch Sherko Mohamad Ali (35.), ehe ein weiteres Eigentor von Bennett Ludwig (40.) kurz vor dem Pausentee den 2:2-Ausgleich bescherte.

„Und wie das dann so ist im Fußball: durch einen einfachen Standard erzielen wir dann unseren ersten Treffer und dann merkte man gleich, da ging dann ein Ruck durch die Mannschaft und wir haben das dann völlig ausgeglichen gestalten können, haben dann noch vor der Pause das 2:2 gemacht“, erzählte Ahrens.

Späte Entscheidung nach Standard

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste etwas tiefer und ließen defensiv kaum noch etwas zu, während die Heimelf in einem umkämpften Spiel das Heft des Handelns übernahm. Leon Trentepohl zeigte sich hinterher enttäuscht über den Spielverlauf im zweiten Durchgang: „In der zweiten Halbzeit haben wir etwas tiefer agiert. Defensiv haben wir eigentlich nichts zugelassen, während wir vorne 2-3 gute Abschlüsse hatten und ein paar Szenen, wo der letzte Pass auf die freien Mitspieler nicht ankommt oder nicht gespielt wird. Deswegen ist es für uns umso bitterer, dass wir dann das 2:3 wieder nach einem Standard kassieren.“

In der 75. Minute war es schließlich Bennet Nitta, der das Spiel komplett drehte und per 3:2 den Sieg für die Hausherren perfekt machte. Trotz der Niederlage zog Kilia-Coach Trentepohl viel Positives aus dem Auftritt: „Auch wenn wir heute keine Punkte mitnehmen, nehmen wir zumindest die Erkenntnis mit, dass wir auch den Tabellenführer sehr gut bespielen und vor Aufgaben stellen können.“

Die PSG feiert indes den sechsten Sieg im sechsten Spiel und bleibt Tabellenführer, wobei Coach Ahrens mahnende Worte fand: „Und ja, auf jeden Fall hat heute die glücklichere Mannschaft gewonnen und nicht die bessere. Vielleicht, weil wir einen Tick routinierter waren als das junge Team von Kilia. Aber wir müssen jetzt aufpassen und dürfen es jetzt nicht zur Gewohnheit werden lassen, schläfrig ins Spiel zu gehen und permanent 0:2-Rückständen hinterherzulaufen.“

Schon in der Vorwoche lag die PSG 0:2 nach der Halbzeit gegen den SVE Comet Kiel zurück und gewann noch mit 4:2. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht!

Stimme zum Spiel

Jörg Ahrens (Trainer Probsteier SG)
  • Probsteier SG 2012: Thomas Bohrmann – Benedikt Fimm, Nico Schümann, Christoph Will, Armin Hadzimujic (77. Ferhat Yurtseven) – Robin Witt (46. Jerik Willert), Azem Mehanovic – Delpiero Bamm (46. Rene Puls), Sherko Ali (82. Paul Schlünsen), Bennet Nitta – Lennart Reinke (71. Tino Spierling)
  • Trainer: Jörg Ahrens
  • FC Kilia Kiel II: Nico Kerber – Haider Al Kilidar (71. Fadi Mohamad), Bennett Ludwig, Ivan Lytvynenko, Jamie-Luca Rohr (81. Tom Laugwitz) – Ali Kalma (89. Mohammed Slimi), Ben Bauer, Eren Özdemir, Ruben Pineiro (71. Igor Vitiuk), Seymen-Ahmet Ködörgü – Dastyn-Sven Ritter (57. Kjell Ullrich)
  • Trainer: Leon Trentepohl
  • Schiedsrichter: Moritz Meier (TSV Neustadt)
  • Assistenten: Jasper Landschof, Julian Franke
  • Zuschauer: k.A.
  • Tore: 0:1 Christoph Will (6., Eigentor), 0:2 Ben Bauer (21.), 1:2 Sherko Mohamad Ali (35.), 2:2 Bennett Ludwig (40., Eigentor), 3:2 Bennet Nitta (75.)

Tabelle

Verbandsliga Ost
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) Probsteier SG 2012 6600 26:91718
2. (2) Kieler MTV 6420 17:51214
3. (3) TS Einfeld (N) 6402 16:9712
4. (4) FC Kilia Kiel II (N) 6321 20:11911
5. (5) SG Sarau/Bosau 6321 13:9411
6. (↑ 9) Wiker SV 6312 13:11210
7. (↓ 6) SVE Comet Kiel (A) 6303 12:1029
8. (↓ 7) SV Bönebüttel-Husberg (N) 6303 10:18-89
9. (↓ 8) TSV Plön 6222 15:1058
10. (10) TSV Altenholz 6204 11:13-26
11. (↑ 14) TSV Flintbek 6204 15:19-46
12. (↓ 11) SpVg Eidertal Molfsee II 5131 11:15-46
13. (↓ 12) Preetzer TSV 6123 10:14-45
14. (↓ 13) Suchsdorfer SV 6123 8:15-75
15. (15) SG Dobersdorf/P’hagen (N) 5014 8:19-111
16. (16) MTV Dänischenhagen 6015 5:23-181

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