Eidertal biegt die Kurve gerade: Spektakuläres 7:3-Festival in Rantrum

von Ismail Yesilyurt

Kristof Koop und die SpVg Eidertal erwischten den TSV Rantrum auf dem falschen Fuß. © 2026 Ismail Yesilyurt

Irgendwie ist der Wurm drin beim TSV Rantrum! Nach einer herben 3:7 (2:4)-Heimniederlage gegen die SpVg Eidertal Molfsee müssen die Nordfriesländer tief in ihren Geschichtsbüchern blättern, um ein derartig defensives Fiasko zu finden. Während die Gäste aus Molfsee in diesem einen Spiel mehr Treffer erzielten als in ihren gesamten zuvor absolvierten fünf Partien (4 Tore) zusammen, erlebten die Hausherren einen rabenschwarzen Nachmittag in ihrer einst gefürchteten Hochburg. Eidertals neuer Trainer Heiko Dukats-Jadwizak konstatierte nach dem Schlusspfiff treffend, dass das Ergebnis bei weiteren Chancen sogar noch hätte zweistellig ausfallen können.

Blitzstart für Rantrum – Molfsee schlägt eiskalt zurück

Dabei sah es für die Gastgeber zunächst gut aus. Das Spiel startete wie erwartet. Denn nach gerade einmal drei Minuten brachte Marvin Matthiesen den TSV, der ungeachtet der Tabellenpositionen als Favorit ins Rennen ging, nach einem Standard per Kopf mit 1:0 in Führung. Doch die Gäste zeigten sich davon unbeeindruckt.

„Wildes Spiel, wie du am Ergebnis sehen kannst. Wir lagen nach zwei Minuten zurück nach einer Ecke, die von drei Metern, ich sag mal, mehr oder weniger ohne Gegenwehr eingeköpft wird. Sind aber bei uns geblieben und haben dann ja relativ zeitnah auch den Ausgleich gemacht und das 2:1 gemacht“, beschrieb Eidertals Coach die Anfangsminuten.

Der gut aufgelegte Kristof Koop (10.), der insgesamt drei Toren erzielte, und Carlo Heun (14.) drehten die Partie rasant zugunsten der Gäste, ehe Samir Heißenberg (17.) für Rantrum im direkten Gegenzug zwar noch einmal auf 2:2 stellte. Doch Molfsee hatte taktisch die passenden Mittel parat und nutzte die Stärken gegen das vermeintlich eingespielte Rantrumer Gefüge gnadenlos aus. Durch zwei weitere Treffer von Kristof Koop (25.) und Makar Mynzu (35.) schraubten die Gäste das Resultat noch vor dem Pausenpfiff auf eine komfortable 4:2-Führung in die Höhe.

Desaströser Auftritt der Hausherren nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel hofften die Rantrumer auf eine Wende, wurden jedoch früh kalt erwischt. Nikita Podlipnikov erhöhte in der 52. Minute auf 5:2 für Eidertal. Zwar keimte durch den Anschlusstreffer zum 3:5 durch Damian Krause (54.) noch einmal kurz Hoffnung auf, doch die Gäste machten mit einem Doppelschlag durch Koop (61.) und den eingewechselten Ben Moritz Lipfert (64.) zum 7:3 alles klar.

„Sind dann rausgekommen und hatten gedacht, dass sie richtig, ich sag mal bildlich gesprochen, bis an die Zähne bewaffnet dann rauskommen. Uns ist dann tatsächlich das 5:2 gelungen, das sehr zur Beruhigung beigetragen hat, aber dann fiel durch den Fehler in der Abwehr das 5:3. Haben wir dann ja noch mal das 6:3 und das 7:3 geschossen und die waren dann auch nachher ziemlich in der zweiten Halbzeit mental, moralisch platt, weil sie halt die ganze Zeit dem Rückstand hinterherlaufen mussten“, kommentiere Heiko Dukats-Jadwizak den Verlauf in Abschnitt zwei.

Rantrum kündigt Aufarbeitung an

Trainer Erik von Lanken (TSV Rantrum) wird mit seiner langjährigen Erfahrung sicherlich seinem Team den richtigen Weg weisen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Trainer Erik von Lanken (TSV Rantrum) wird mit seiner langjährigen Erfahrung sicherlich seinem Team den richtigen Weg weisen. © 2026 Ismail Yesilyurt

Aufseiten der Hausherren herrschte nach Abpfiff natürlich Entsetzen. Trainer Erik von Lanken redete das Debakel nach dem Spiel nicht schön und fand deutliche Worte:

„Ja, nachdem wir ganz gut ins Spiel gekommen sind und 1:0 nach einem Standard führen, hatten wir über das gesamte Spiel Komplettausfälle zwischenzeitlich in allen Mannschaftsteilen, sodass wir letztendlich uns auch über das Ergebnis überhaupt nicht beschweren können.“

Von Lanken sprach von einer „katastrophalen“ Leistung und einem „furchtbaren Tag“ statt eines bloßen gebrauchten Tages. Die Fehlerfülle habe es den Gästen viel zu leicht gemacht. Dennoch kündigte der Übungsleiter eine sachliche und konzentrierte Aufarbeitung an:

„Das kann man natürlich nicht einfach so stehen lassen. Das werden wir natürlich da uns mit der Mannschaft drüber unterhalten müssen und das werden wir tun in einer gebührenden Sorgfalt und auch ohne irgendwie nun den Teufel an die Wand malen zu müssen.“

Am kommenden Samstag wird sich dann zeigen, ob die tiefen Narben des 3:7 gut behandelt worden sind und beim TSV Friedrichsberg nicht wieder aufplatzen. Der aktuelle 13. Tabellenplatz mit 5 Punkten steht weit außerhalb der Ambitionen, mit denen die Rantrumer in die neue Saison gegangen sind. Eidertal Molfsee, dass sich mit einem Punkt mehr direkt vor dem TSV gesetzt hat, hingegen reist nach dem Kantersieg mit breiter Brust und großer Hoffnung heim. Dort wartet am Samstag Frisia Risum-Lindholm.

Stimme zum Spiel

Heiko Dukats-Jadwizak (Trainer SpVg Eidertal Molfsee)
  • TSV Rantrum: Tristan Zacharias – Thies Clausen, Hannes Guth, Marvin Matthiesen (77. Marvin Christiansen), Max Flemming – Brian Kliese, Louis Petersen – Samir Heißenberg (46. Nico Samow) – Oke Flatterich, Kevin Henke (46. Marvin Theede (68. Gunnar Malte Hermerding)), Damian Krause (89. Timon Hansen)
  • Trainer: Erik von Lanken
  • SpVg Eidertal Molfsee: Fynn Mika Mohr – Tom Braesch, Christian Alberts, Kristof Koop (86. Michel Eckey), Joel Prempeh, Carlo Heun, Leif Celik (63. Hennes Graefe), Nikita Podlipnikov (82. Paul Vones), Jascha Puhlmann, Johannes Kristen (79. Jonathan Okhotor), Makar Mynzu (63. Ben Lipfert)
  • Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
  • Schiedsrichter: Lukas Klingelhöfer (Roter Stern Lübeck)
  • Assistenten: Patrick Möller, Yannic Horstmann
  • Zuschauer: k.A.
  • Tore: 1:0 Marvin Matthiesen (3.), 1:1 Kristof Koop (10.), 1:2 Carlo Heun (14.), 2:2 Samir Heißenberg (17.), 2:3 Kristof Koop (25.), 2:4 Makar Mynzu (35.), 2:5 Nikita Podlipnikov (52.), 3:5 Damian Krause (54.), 3:6 Kristof Koop (61.), 3:7 Ben Lipfert (64.)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 6510 16:41216
2. (↑ 4) Inter Türkspor Kiel (A) 6411 25:61913
3. (↓ 2) TSV Klausdorf 6330 11:6512
4. (↓ 3) TuS Nortorf (N) 6402 11:9212
5. (5) SC Weiche Flensburg 08 II 6303 16:1249
6. (6) Husumer SV (N) 6231 13:1129
7. (↑ 10) SSG Rot-Schwarz Kiel 6303 9:909
8. (↓ 7) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 6222 15:17-28
9. (↓ 8) SV Dörpum 6213 9:11-27
10. (↓ 9) TSV Friedrichsberg-Busdorf 6213 6:10-47
11. (↑ 12) Heikendorfer SV (N) 6213 9:15-67
12. (↑ 15) SpVg Eidertal Molfsee 6204 11:1016
13. (↓ 11) TSV Rantrum 6123 14:16-25
14. (↓ 13) TSV Kropp 5113 4:13-94
15. (↓ 14) TSV Heiligenstedten (N) 6114 7:21-144
16. (16) TSV Hattstedt 5032 9:15-63

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