Geduld mit zwei Strafstößen: TSV Kronshagen siegt 2:0 bei SpVg Eidertal Molfsee

von Ismail Yesilyurt

Emre Boz (TSV Kronshagen), einer der prägenden Figuren des Spiels, wird gleich von Hennes Graefe (SpVg Eidertal Molfsee) gefoult. © 2026 Ismail Yesilyurt


Der TSV Kronshagen hat seine Auswärtsaufgabe bei der SpVg Eidertal Molfsee mit 2:0 (0:0) gelöst. Vor ungefähr 130 Zuschauern brauchten die Gäste im ersten Durchgang zwar etwas Anlaufzeit, setzten sich am Ende aber dank taktischer Disziplin und zweier verwandelter Strafstöße verdient durch.

Yamaks Matchplan: Mit Ruhe und Ballbesitz zum Erfolg

TSV-Coach Coskun Yamak sah sich in seiner Marschroute bestätigt, auch wenn es torlos in die Kabinen ging: „Genau, das ist unser Spiel: mit Geduld, mit Ballbesitz das Spiel aufbauen und, wir geraten da nicht in Hektik, auch wenn es lange 0:0 steht. Wir wissen, was wir können und wir kriegen immer unsere Chancen und die müssen wir dann nutzen. Die haben wir erste Halbzeit semi genutzt, also gar nicht genutzt, aber dann zweite Halbzeit wurde es besser.“

Vor dem Anpfiff hatte Yamak von seiner Mannschaft gefordert, dem jungen und neu formierten Gegner durch frühes Kontrollieren den Stecker zu ziehen: „Wir wussten, Molfsee ist eine junge Truppe, bisschen zusammengewürfelt, aber die können Fußball spielen und eigentlich wollten wir denen den Stecker früh genug ziehen. So hat es ein bisschen lange gedauert bis in die zweite Halbzeit, aber ich denke mal, dass das ein verdienter Sieg war und auch so gerecht in der Höhe.“

Molfseer Defensivtaktik geht lange auf

Die Gastgeber aus Eidertal zeigten sich gut eingestellt und hielten dem Druck der Gäste im ersten Durchgang stand. Eidertal-Trainer Heiko Dukats-Jadwizak, der nach den Ausfällen aus der Vorwoche (beim 3:0-Sieg bei Rot-Schwarz Kiel) mit Makar Mynzu und Sören Schnoor gegen Kronshagen mit Topleistungsträger Marco Wiegang verzichten musste, zeigte sich mit der Leistung seines Teams trotz der Niederlage zufrieden: „Ich finde auch, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Für mich war das, hätte das auch 0:0 ausgehen können oder unentschieden ausgehen können. Ich finde, wir haben da in der Abwehr gut gestanden. Auch die haben ja auch eine Wucht vorne. So muss man ja einfach mal sehen und das war unser Ziel.“ Nach noch nicht mal einer Stunde musste auch noch der angeschlagene Innenverteidiger und Stammspieler Christian Alberts aus dem Spiel raus.

Abbas Sharba (re., TSV Kronshagen) und Kristof Koop (SpVg Eidertal Molfsee) prallen im Kopfballduell aufeinander. © 2026 Ismail Yesilyurt
Abbas Sharba (re., TSV Kronshagen) und Kristof Koop (SpVg Eidertal Molfsee) prallen im Kopfballduell aufeinander. © 2026 Ismail Yesilyurt

Chancen hatten beide Seiten. Wobei die Anzahl der klaren Möglichkeiten zugunsten der Gäste anzeigte. So hatte Justus Schröder nach etwas mehr als einer halben Stunde die erste Großchance. Ein Ball von Laurynas Kulikas rutschte zum Neuzugang von der Probsteier SG durch. Der schnippelte aus zentraler Position aus ungefähr zehn Metern den Ball rüber anstatt rein ins Tor.

Yamak-Truppe bei den Chancen quantitativ und qualitativ vorne

Kurz darauf köpfte Kronshagens Verteidiger Julius Kolbe einen Freistoß von Rune Möller an den Pfosten. Eine Minute später rettete Eidertals Keeper Mika Mohr nach einem Solo von Emre Boz die Gastgeber mit einer starken Parade vor dem 0:1. Kurz vor der Pause prüfte Eidertals Joel Prempeh – wie auch in der 48. Minute – den Kronshagener Schlussmann. Doch Paul Frech, Sohn des Ex-Holstein-Keepers Michael Frech, hat die richtigen Gene seines Vaters und TSV-Torwarttrainers geerbt. In der zweiten Halbzeit liegen ähnliche Werte bei den Verhältnissen im Abschluss vor.

Strafstöße bringen die Entscheidung

Die spielentscheidenden Szenen in einem oft intensiv und mit viel Wucht geführten Zweikämpfe ereigneten sich nach dem Seitenwechsel und waren mit Elfmeterentscheidungen verbunden. In der 56. Minute verwandelte Laurynas Kulikas, nach Foul von Leif Celik an Teyi Lawson-Body, einen Foulelfmeter zur 1:0-Führung für Kronshagen, ehe Emre Boz in der 74. Minute mit einem an ihn verwirkten Strafstoß zum 2:0-Endstand nachlegte.

Laurynas Kulikas (TSV Kronshagen) ist ein sichere Elfmeterschütze. Links  Jascha Puhlmann (SpVg Eidertal Molfsee). © 2026 Ismail Yesilyurt
Laurynas Kulikas (TSV Kronshagen) ist ein sichere Elfmeterschütze. Links Jascha Puhlmann (SpVg Eidertal Molfsee). © 2026 Ismail Yesilyurt

Während die Elfmeter im Molfseer Lager für Diskussionen sorgten – Dukats-Jadwizak monierte beim zweiten Vergehen, dass der Spieler bereits vorher abgehoben sei –, sah Yamak die Sache völlig klar: „Für mich waren beide Elfer klar. Also der erste, da trifft der Cope am Fuß und hat gar nichts mit dem Ball zu tun und den zweiten hat, glaube ich, hier alle Zuschauer gesehen und auch der Trainer von drüben.“ Mitte der ersten Halbzeit hätten die Gastgeber auch gerne einen Elfmeterpfiff gehört. Nach einem schnellen Umschaltspiel und Zusammenspiel zwischen Prempeh und Kristof Kopp, kam Letztgenannter nach einer Grätsche von Abbas Sharba im Strafraum zu Fall.

Emre Boz Offensiv-Antreiber

Großer Antreiber besonders nach der Pause beim Gewinner der Partie war Emre Boz. Der nominell als Stürmer aufgebotene Linksfuß, der mit seinen erfolgreichen Dribblings für Freiräume sorgte, kam oft aus dem Mittelfeld nach vorne und sorgte so für wichtige Impulse.

Joel "JoJo" Prempeh (SpVg Eidertal Molfsee) setzt sich gegen Julius Kolbe (TSV Kronshagen) durch. © 2026 Ismail Yesilyurt
Joel „JoJo“ Prempeh (SpVg Eidertal Molfsee) setzt sich gegen Julius Kolbe (TSV Kronshagen) durch. © 2026 Ismail Yesilyurt

Sicherlich nicht unbeobachtet von Oberliga-Scouts, die sicherlich die gute Vorstellung von Boz gesehen haben. Wobei der primäre Blick wohl eher auf Joel Prempeh gerichtet war, der die meisten gefährlichen Situationen für die Eidertaler mit seinem Durchsetzungsvermögen vorbereitete und zwei Mal selbst abschloss. Sicherlich dürften beide Kicker einiger Notizen auf dem Merkzettel wert gewesen sein.

Kronshagen bleibt vorsichtig, Molfsee sieht Aufwärtstrend

Trotz des erfolgreichen Saisonstarts will von übereilten Aufstiegsträumen beim TSV Kronshagen noch niemand etwas wissen. Auf die Ambitionen angesprochen, gab sich Yamak zurückhaltend: „Ich bin noch vorsichtig. Wir haben Anfang der Saison gesagt, dass wir eine bessere Platzierung als letzte Saison erreichen möchten. Zehnter waren wir. Dass wir das schaffen, ist glaube ich allen klar, aber wir gucken mal, wo es hingeht. Wir gucken von Spiel zu Spiel.“

Auf Molfseer Seite blickt man trotz der Pleite optimistisch nach vorn. Dukats-Jadwizak betonte: „Der Tabellenstand täuscht über die Leistung hinweg. Wir sind auf einem guten Weg. Ich weiß nicht, wenn ich die ganzen Spiele sehe, die wir jetzt gemacht haben und wo wir angefangen sind, wo wir jetzt sind, ist es genau das, was wir erwartet haben nach dem Umbruch. Dass es halt viele Wochen dauert, bis wir dahin kommen, wo wir hinwollen.“

Stimmen zum Spiel

Coskun Yamak (Trainer TSV Kronshagen)
Heiko Dukats-Jadwizak (Trainer SpVg Eidertal Molfsee)
  • SpVg Eidertal Molfsee: Fynn Mika Mohr – Jascha Puhlmann, Tom Braesch, Christian Alberts (52. Arda Capat), Carlo Heun – Leif Celik – Joel Prempeh, Enis Jashari, Hennes Graefe (46. Nikita Podlipnikov), Russell Khadi (62. Luca Schemborski) – Kristof Koop
  • Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
  • TSV Kronshagen: Paul Frech – Sebastian Hencke, Julius Kolbe (46. Thorge Jess), Teyi Lawson-Body – Ole Sand (68. Luca Bertermann), Justus Schröder, Lucas Sylla (68. Malte Andres), Abbas Sharba (80. Matteo Morawe) – Rune Möller, Laurynas Kulikas, Emre Boz (80. Peeke Schmitz)
  • Trainer: Coskun Yamak
  • Schiedsrichter: Krischan Kropp (Rödemisser SV)
  • Assistenten: Lennard Gawellek, Kevin Jacobsen
  • Zuschauer: 130
  • Tore: 0:1 Laurynas Kulikas (56., FE), 0:2 Emre Boz (74., FE)

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