Rezan Acer (Inter Türkspor Kiel) wird von Prempton Jasari (re.) und Abbas Sharba (TSV Kronshagen) gedoppelt. © 2026 Ismail Yesilyurt
In einem heiß erwarteten Spitzenduell der Landesliga Schleswig lieferten der TSV Kronshagen und Inter Türkspor Kiel ein ansehnliches Landesliga-Duell. Vor 350 Zuschauern sahen die Fans eine Begegnung auf hohem technischen und taktischen Niveau, die am Ende mit einem gerechten 2:2-Unentschieden (2:0) endete.
Kronshagen dominiert den ersten Durchgang
Die Hausherren legten vor heimischem Publikum in ihren Aktionen, defensiv wie auch offensiv gutes Tempo vor und erarbeiteten sich im ersten Durchgang nach und nach ein Übergewicht. Hauptdarsteller der ersten 45 Minuten war Offensivanführer Laurynas Kulikas, der den TSV mit einem Doppelpack in Führung brachte. Zunächst verwandelte er in der 21. Minute einen Elfmeter sicher, nachdem es im Strafraum ein Foul gegeben hatte. Kurz vor der Pause schlug Kulikas erneut zu: Nach einer mustergültigen Vorarbeit von Emre Boz – der mit seiner Spielweise an Mesut Özil erinnerte – zirkelte Kulikas den Ball unhaltbar aus rund 20 Metern sehenswert unter die Latte zum 2:0

Inter Türkspor Kiel schläft nach dem 0:1
Inter-Trainer Onur Cokgez zeigte sich nach dem Abpfiff kritisch mit dem Auftakt seiner Mannschaft und war mit den „wilden Entscheidungen“ des Referee nicht einverstanden. Wozu auch der diskutable Elfmeterpfiff gehörte. Man habe nach dem Gegentor die erste Halbzeit komplett verschlafen und schwere Beine gehabt, auch bedingt durch fünf personelle Ausfälle. Vor allem Offensivspieler Melih Cerrah, einer der Unterschiedsspieler der Elf vom Kieler Ostufer, wurde schmerzlichst vermisst.
Auf der Gegenseite fühlte sich Kronshagens Coach Coskun Yamak trotz der Führung bereits auf der Hut: „Und dann gehen wir in die Kabine, wussten, dass Inter mit Wut und mit Tempo rauskommen wird.“
Inter Türkspor schlägt nach der Pause furios zurück
Ganz nach den Worten von Coach Cokgez kam Inter Türkspor mit viel Energie und personellen Veränderungen (Youssef Bouzoumita und Krenar Svirca kamen in die Partie) aus der Kabine. Die Gäste drängten den TSV in die Defensive. Zwar überstand Kiel in der 54. Minute noch eine Schrecksekunde, als ein katastrophaler Querpass von André Volkers beinahe mit einem Heber aus etwa 30 Metern über „Libero“ und Torwart Oleksii Drui von Kulikas bestraft wurde, doch nur wenig später schlug Inter eiskalt zu.

Andre Volkers macht Fehler wett
In der 56. Minute tankte sich Linksverteidiger André Volkers stark in Zusammenarbeit mit Wandspieler Christopher Kramer nach vorne, spielte einen druckvollen Querpass an den zweiten Pfosten, wo der eingewechselte Joker Youssef Bouzoumita zum 1:2-Anschlusstreffer einschob. Nur vier Minuten später folgte der nächste Schock für Kronshagen: Nach einer Flanke von rechts traf ein Inter-Spieler den Ball zunächst nicht richtig, was jedoch zur optimalen Vorlage für Christopher Kramer wurde, der aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich vollstreckte (60.).
Coskun Yamak schilderte die unglückliche Entstehung dieses Tores aus Sicht des TSV: „Und vor dem 2:2 musste ausgerechnet unser Abwehrchef Sebastian Henke mit einerKopfverletzung raus und genau in der Zeit, wo er behandelt wurde, fiel dann auch das 2:2 durch Kramer und Kramer war halt für Basti eingeteilt.“
Gerechte Punkteteilung im Schlussspurt
Nach einem Lattentreffer von Inters Rückkehrer Jeppe Waschko (kam von Kilia Kiel) fanden die Gastgeber ihre Ordnung wieder und in der Folge entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen ein ausgeglichenes und intensives Spiel.

Onur Cokgez fasste das Derby versöhnlich zusammen: „Aber ich muss sagen, im Großen und Ganzen war das, glaube ich, gerecht, das 2:2.“ Auch wenn sich das Remis für Kronshagen aufgrund der starken ersten Halbzeit eher wie eine Niederlage anfühlte, zog Yamak ein stolzes Fazit: „Respekt an meine Jungs, dass sie bei dem Wetter und bei dem Gegner mit so einer hohen Qualität dieses Tempo gegangen sind. Das zeigt, dass bei uns was zusammenwächst.“
Stimmen zum Spiel
- TSV Kronshagen: Paul Frech – Abbas Sharba, Finn Kallenbach, Sebastian Hencke (65. Julius Kolbe), Teyi Lawson-Body, Julius Siebenhüner (90. Peeke Schmitz) – Premton Jasari (79. Ole Sand), Justus Schröder, Emre Boz (73. Rune Möller) – Malte Andres (82. Lucas Sylla), Laurynas Kulikas
- Trainer: Coskun Yamak
- Inter Türkspor Kiel: Oleksii Drui – Rinol Lahu (46. Krenar Svirca), Till Börner, Moritz Haye, André Volkers – Justin Petersen (46. Youssef Bouzoumita), Julius Alt, Rezan Acer, Eugen Halili (73. Ömer Sönmez), Jeppe Waschko – Christopher Kramer
- Trainer: Onur Cokgez
- Beste Spieler: Sharba,Hencke, Boz, Kulikas – Lahu, Volkers, Acer
- Schiedsrichter: Frederik Simon (Heikendorfer SV)
- Assistenten: Kevin Soll, Torge Callsen
- Zuschauer: 350
- Tore: 1:0 Laurynas Kulikas (21., Strafstoß), 2:0 Laurynas Kulikas (39.), 2:1 Youssef Bouzoumita (56.), 2:2 Christopher Kramer (60.)
