Nahne Paulsen und der TSB Flensburg fliegen gleich an die Spitze der Flens-Oberliga. © 2026 Jacqueline Röder
Nach einem Jahr Abstinenz hat sich der TSB Flensburg auf eindrucksvolle Art und Weise in der Oberliga Schleswig-Holstein zurückgemeldet. Die Mannschaft von Cheftrainer Tore Wächter feierte am ersten Spieltag einen völlig – nicht mal im Traum – unerwarteten und auch in der Höhe verdienten 7:1 (2:1)-Kantersieg gegen den Oldenburger SV. Mit dieser Gala grüßt der Aufsteiger vorerst als Tabellenführer der höchsten Spielklasse.
Während die Hausherren seit nunmehr 32 Punktspielen ungeschlagen sind, erlebten die Gäste aus Ostholstein einen absoluten Albtraum. Nach dem historischen Halbfinal-Einzug im Landespokal durch ein 4:3 gegen das Spitzenteam PSV Neumünster schien der OSV in Flensburg völlig von der Rolle. Oldenburgs Coach Florian Stahl nahm die schwere Pleite komplett auf seine Kappe: „Ich muss vorweg sagen, dass ich die Niederlage komplett auf meine Kappe nehme, stelle mich da schützend vor meine Truppe. Wir haben sie komplett unterschätzt, muss ich sagen.“
Frühe Führung und schnelle Antworten
Die Partie begann rasant. Bereits in der 4. Minute brachte Nahne Paulsen die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Zwar zeigten sich die Gäste zunächst unbeeindruckt und glichen nach einer Eckenvariation durch Robin Bünning zum 1:1 aus (19.), doch Flensburg schlug eiskalt zurück. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete der TSB blitzschnell um, und Benett Kwame vollendete zur erneuten Führung (28.).

Tore Wächter zeigte sich nach Abpfiff begeistert von der geschlossenen Leistung seines Teams: „Das war heute wirklich ein gelungener Einstand in die Oberliga. Ein, finde ich, absolut verdienter Sieg. Eine sehr, sehr, sehr konzentrierte Leistung in allen Phasen des Spiels von den Jungs.“
Torfestival nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel brachen bei den Gästen alle Dämme. Flensburg nutzte jede Nachlässigkeit gnadenlos aus. Erneut Benett Kwame (49.) und Elias Marcel Kurzbach (53.) schraubten das Ergebnis binnen weniger Minuten auf 4:1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Messe gelesen.
Oldenburgs Trainer Stahl haderte vor allem mit der Einstellung seiner Mannschaft: „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, viel wacher rauszugehen, viel präsenter zu sein. Aber die Truppe war heute auch einfach nicht griffig genug, unglaublich viele technische Fehler gehabt.“ Die Hausherren spielten sich in einen Rausch: Erneut Nahne Paulsen (61.), ein Eigentor von Robin Bünning (64.) sowie der eingewechselte Jakob Friedrichs (66.) machten das 7:1 perfekt.

Trotz des Traumstarts mahnte Wächter zur Gelassenheit: „Man darf das alles auch, muss das auch alles richtig einordnen. Drei Punkte, die uns guttun. Aber jetzt heißt es auf jeden Fall, am Dienstag gegen Rotenhof wieder hochkonzentriert auf den Platz zu kommen.“ Für den Oldenburger SV gilt es hingegen, das Debakel schnell aufzuarbeiten, bevor es gegen den nächsten Aufsteiger mit der U21 des VfB Lübeck geht.
Stimme zum Spiel
- TSB Flensburg: Ole Rathmann – Tom Schäpler (69. Melf Siemund), Patrick Thomsen, Alton Zymeraj, Jon Jessen (69. Niklas Lüthje) – Felix Stuewe (79. Lars Wolff), Elias Kurzbach (57. Cedric Neumann), Noel Kurzbach, Nahne Paulsen – Benett Kwame, Kean Wojnarowski (56. Jakob Friedrichs)
- Trainer: Tore Wächter
- Oldenburger SV: Cedric Cordes – Patrick Schulz (56. Finn Severin), Rico Mielke, Robin Bünning, Heinrich Lunau – Luca Neumann (66. Leon Wellendorf) – Noah Enseleit (56. Jan-Eric Kränzke), Mika Wölk (56. Marvin Müller), Marcell Sobotta, Silas Bünning (66. Tolas Shamzin) – Daniel Junge
- Trainer: Florian Stahl
- Schiedsrichter: Dajinder Daniel Pabla (TuS Jevenstedt)
- Assistenten: Moritz Fink, Yoshua Wiegand
- Tore: 1:0 Nahne Paulsen (4.), 1:1 Robin Bünning (19.), 2:1 Benett Kwame (28.), 3:1 Benett Kwame (49.), 4:1 Elias Marcel Kurzbach (53.), 5:1 Nahne Paulsen (61.), 6:1 Robin Bünning (64., Eigentor), 7:1 Jakob Friedrichs (66.)
