Weiches Identitätsfigur René Guder kehrt zum „Storchennest“ zurück

von Ismail Yesilyurt

Rene Guder (Weiche Flensburg) gegen Jesper Tiedemann (li., PSV Neumünster). © 2025 Olaf Wegerich


Es ist das Ende einer Ära an der Flensburger Bredstedter Straße, doch gleichzeitig der Beginn eines vielversprechenden neuen Kapitels in der Landeshauptstadt. René Guder, das Gesicht des SC Weiche Flensburg 08 wird den Verein zum Saisonende verlassen. Dem 31-Jährigen zieht es zum dritten Mal in seiner Karriere zu Holstein Kiel, wo er als erfahrener Führungsspieler die U23-Talente anleiten soll.

Hinter der Entscheidung steht weit mehr als ein einfacher Vereinswechsel. Für den gebürtigen Hamburger ist es der Einstieg in die strategische Zukunftsplanung.

Eine Entscheidung für die Familie und die „Karriere nach der Karriere“

Mit 204 Pflichtspielen und 55 Toren im Gepäck hinterlässt die Nummer 17 eine gewaltige Lücke beim SC Weiche. In der laufenden Spielzeit unterstrich Guder seinen Wert einmal mehr: Mit 14 Torvorlagen ist er der unangefochtene Vorbereiter-König der Liga und führt zudem die mannschaftsinterne Einsatzstatistik an. Dennoch fiel der Entschluss, das Angebot aus Kiel anzunehmen, ganz bewusst im Hinblick auf die Zeit nach dem aktiven Fußball.

„Die Anfrage von Holstein ehrt mich“, erklärt René Guder zu seinem Abschied. „Ich bin in einem Alter, bei dem ich an die Zukunft meiner Familie nach der eigenen Fußballkarriere denken muss.“ Trotz der Vorfreude auf die neue Aufgabe betont der Rechtsfuß seine tiefe Verbundenheit zum Grenzland: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mit Weiche im Herzen verbunden bleiben werde. Es ist ein besonderer Verein für mich.“

Sportlicher Aderlass in Flensburg: „Wir verlieren viel Qualität“

Für den SC Weiche Flensburg 08 bedeutet der Abgang des Routiniers, der auf beiden Flügeln sowie im Sturmzentrum einsetzbar ist, einen herben Verlust. Dominique Natusch, Geschäftsführer Sport beim SC Weiche, macht keinen Hehl daraus, dass man den Top-Scorer gerne gehalten hätte.

Marco Drawz (SV Todesfelde) gegen den Flensburger Matchwinner Rene Guder (re., SC Weiche Flensburg 08) ab. © 2025 Volker Schlichting
Matchwinner Rene Guder (re., SC Weiche Flensburg 08) gegen Marco Drawz (SV Todesfelde). © 2025 Volker Schlichting

„Mit René hätten wir gern verlängert. Wir verlieren mit ihm viel Qualität, und Holstein bekommt einen Top-Führungsspieler“, so Natusch. Dennoch zeigt sich der Geschäftsführer verständnisvoll gegenüber Guders Wunsch nach einer langfristigen Perspektive: „René kann dort in die ‚Karriere nach der Karriere‘ einsteigen. Wenn man das Gesamtpaket sieht, dann bleibt unter dem Strich, dass er zum besten Verein Schleswig-Holsteins wechselt.“

Ein Kreis schließt sich: Die dritte Rückkehr an die Förde

Die Vita von René Guder ist eng mit beiden Standorten verknüpft. Bereits 2016 kam er erstmals als Leihspieler von Holstein Kiel nach Flensburg, feierte dort später unter Daniel Jurgeleit die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und den Landespokalsieg 2018. Über Stationen in der 3. Liga beim SV Wehen Wiesbaden und dem SV Meppen (121 Pflichtspiele) kehrte er 2022 zum dritten Mal nach Flensburg zurück.

Nun schließt sich der Kreis erneut in Richtung Süden. Die „Störche“ gewinnen nicht nur einen Spieler mit der Fähigkeit, die „gefährlichsten Flanken der Liga“ zu schlagen, sondern auch einen Profi, der den jungen Talenten in Kiel die nötige Reife vermitteln kann. In Flensburg verabschiedet man den Publikumsliebling mit Wehmut, aber großem Respekt: „René hat bei Weiche in all den Jahren seine Spuren hinterlassen. Er wird hier fehlen!“

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