TSB Flensburg ist Landesliga-Meister: Last-Minute-Tor lässt TSB jubeln

von Olaf Wegerich

Meister 2025-26 in der Landesliga Schleswig-Holstein – der TSB Flensburg. © 2026 Jacqueline Röder


Der SV Frisia 03 Risum-Lindholm hat dem designierten Meister TSB Flensburg am Sonntag alles abverlangt, musste sich aber am Ende dramatisch mit 2:1 (1:1) geschlagen geben. Auf dem sehr hoch gemähten Rasenplatz an der Eckernförder Landstraße sah es lange nach einem Punktgewinn für Frisia und somit einer Vertagung der Meisterschaft aus, ehe ein unglücklich abgefälschter Schuss in der Nachspielzeit die Flensburger Vorentscheidung im Titelrennen herbeiführte.

Doppelschlag in der Anfangsphase

TSB Flensburg übernahm erwartungsgemäß von Beginn an die Spielkontrolle und ließ den Ball gut laufen, ohne jedoch zunächst zwingend gefährlich zu werden. Frisia hingegen konzentrierte sich auf eine kompakte Defensive und lauerte auf Umschaltmomente. Mit der ersten nennenswerten Offensivaktion schlugen die Gäste eiskalt zu: Nach einem Ballgewinn trieb Renz Rapräeger den Ball über 30 Meter und bediente Jannik Drews, der in der 15. Minute von der linken Strafraumkante aus zum überraschenden 0:1 traf.

Das Spitzen-Trainerduo Tore Wächter (li.) und Anton Merz (Co-Trainer) reparierten den Betriebsunfall Oberliga-Abstieg  des TSB Flensburg. © 2026 Jacqueline Röder
Das Spitzen-Trainerduo Tore Wächter (li.) und Anton Merz (Co-Trainer) reparierten den Betriebsunfall Oberliga-Abstieg des TSB Flensburg. © 2026 Jacqueline Röder

Die Freude der Frisianer währte jedoch nur kurz, denn quasi im Gegenzug egalisierte der TSB den Spielstand. Cedric Neumann bekam den Ball im 16-Meter-Raum, drehte sich geschickt um mehrere Frisia-Verteidiger und verwandelte zum 1:1-Ausgleich (16.).

Frisia-Bollwerk hält stand

Im Anschluss an den Doppelschlag entwickelte sich eine Partie, in der TSB weiterhin spielerisch dominierte, während Frisia kaum noch Entlastungsangriffe starten konnte. Die Flensburger erarbeiteten sich zahlreiche Ecken und Standards, die jedoch allesamt von der aufmerksamen Frisia-Defensive um Keeper Jorge Hansen entschärft wurden. TSB drückte, fand aber gegen das Friesische Abwehrbollwerk nur selten ein Durchkommen.

Später Schock in der Nachspielzeit

Auch im zweiten Durchgang bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild. Frisia verteidigte konzentriert und TSB Flensburg fiel trotz Überlegenheit wenig Zwingendes ein. Als viele bereits mit einer Vertagung der Flensburger Meisterfeier rechneten, kam es in der Nachspielzeit zur dramatischen Entscheidung. In der 90.+3 Minute konterte Frisia und rückte mit mehreren Leuten auf, TSB konnte jedoch den Ball gewinnen und spielte einen langen Ball über die linke Seite. Dieser landete ausgerechnet bei Ex-Frisianer Tobias Zuth, dessen Abschluss von einem Frisia-Verteidiger so unglücklich abgefälscht wurde, dass er sich unhaltbar über Jorge Hansen hinweg zum 2:1 ins Tor senkte. Dies war der späte Genickbruch für die Gäste, die sich für eine starke kämpferische Leistung nicht belohnen konnten.

Schießen den TSB Flensburg wieder in die Oberliga zurück - die Torschützen Tobias Zuth (li.) und Cedric Neumann. © 2026 Jacqueline Röder
Schießen den TSB Flensburg wieder in die Oberliga zurück – die Torschützen Tobias Zuth (li.) und Cedric Neumann. © 2026 Jacqueline Röder

Stimmen zum Spiel

Trainer Tore Wächter (TSB Flensburg):
„Ich bin sehr froh das wir mit dem Sieg heute den Betriebsunfall behoben haben und in der nächsten Saison wieder in der Oberliga spielen dürfen. Wir hatten uns eigentlich alle schon mit einem Unentschieden abgefunden. Zum Spielende wurde die Anspannung immer höher und dann macht Tobias Zuth gegen seinen alten Verein mit einer abgefälschten Bogenlampe doch noch den Siegtreffer für uns. Am Ende fragt eh keiner wie sondern nur ob. Das war heute ein hartes Stück Arbeit für uns aber wir hatten genug Chancen das Spiel früher zu ziehen. Frisia war sehr stark im Block und hat mit viel Leidenschaft gespielt. Auch bei ihren Kontern waren sie stets gefährlich. Die haben schon Qualität.

Wir sind bisher ungeschlagen und das wollen wir auch bleiben. Wir dürfen die Zügel jetzt nicht loslassen. Das sind wir auch den anderen Mannschaften für die es noch um etwas geht schuldig. Außerdem stehen wir noch im Kreispokal-Halbfinale. Also wir haben schon noch Ziele. Die Jungs sollen den Abend heute ohne mich genießen. Denen sei alles gegönnt.“

Marvin Bruhn (SV Frisia 03 Risum Lindholm):
An erster Stelle gratulieren wir TSB natürlich zur verdienten Meisterschaft. Es ist schon beeindruckend, was sie diese Saison geleistet haben. Mit dem Kader gehören sie auf jeden Fall in die Oberliga. Zum Spiel selbst: Der Sieg ist natürlich verdient, aber wenn es bis zur 90. Minute noch 1:1 steht, will man natürlich auch gerne einen Punkt mitnehmen. Dementsprechend unglücklich fühlt sich die Niederlage dann an. Jetzt geht’s weiter, und wir treffen auf den direkten Konkurrenten Molfsee.“

26. Spieltag – Landesliga Schleswig

Datum Begegnung Erg.
18.04.26 SpVg Eidertal Molfsee – TSV Hattstedt 4:0
18.04.26 TSV Friedrichsberg-B. – SVE Comet Kiel 6:3
18.04.26 SSG Rot-Schwarz Kiel – Eckernförder SV 0:2
18.04.26 TSV Kropp – TSV Kronshagen 2:2
18.04.26 SC Weiche Flensburg 08 II – TSV Klausdorf 5:2
19.04.26 TSV Rantrum – Heider SV II 11:0
19.04.26 TSB Flensburg – SV Frisia 03 2:1
19.04.26 TuS Jevenstedt – SV Dörpum 0:1

Tabelle Landesliga Schleswig

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 TSB Flensburg (Ab) 25 92:21 71
2 Eckernförder SV (Ab) 25 56:24 55
3 SpVg Eidertal Molfsee (Ab) 26 82:52 46
4 SV Frisia 03 Risum-Lindholm 25 67:38 46
5 SSG Rot-Schwarz Kiel 24 50:46 44
6 SC Weiche Flensburg 08 II 25 63:48 41
7 TSV Klausdorf 25 63:52 41
8 TSV Rantrum 25 84:50 40
9 SV Dörpum 25 58:51 34
10 TSV Kronshagen 26 32:36 29
11 TSV Friedrichsberg-Busdorf 25 49:68 28
12 TSV Kropp 25 36:58 24
13 TSV Hattstedt (Auf) * 26 41:69 22
14 TuS Jevenstedt 25 30:59 21
15 SVE Comet Kiel (Auf) 26 38:89 14
16 Heider SV II (Auf) * 26 38:118 9
* Punktabzüge berücksichtigt: TSV Hattstedt (-2), Heider SV II (-3).

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