Gremersdorf weitaus besser als ein Schlusslicht – Punkte bleiben in der Wik

von Ismail Yesilyurt

Kapitän Maximilian Bormann und der TSV Gremersdorf haben bald eine Saison mit personellen Dauerproblemen hinter sich. © 2025 Ismail Yesilyurt


Der Wiker SV hat seine Pflichtaufgabe im Nachholspiel am Ostermontag erfüllt und gegen das Tabellenschlusslicht TSV Gremersdorf in der Verbandsliga Ost einen 2:0-Heimsieg eingefahren. Doch das Ergebnis spiegelt nur bedingt den Spielverlauf wider: Der krasse Außenseiter aus Gremersdorf verkaufte sich teuer und hielt die Partie lange offen, bevor individuelle Fehler auf einem schwer bespielbaren Platz die Entscheidung herbeiführten.

Taktische Disziplin des Teams von Christian Ippig

Von Beginn an entwickelte sich auf dem Kieler Sportplatz am Nord-Ostsee-Kanal eine zerfahrene Begegnung. Der Untergrund machte beiden Teams sichtlich zu schaffen und verhinderte jeglichen spielerischen Fluss. Gremersdorfs Trainer Christian Ippig fand nach Schlusspfiff deutliche Worte für die Rahmenbedingungen: „Ja, eine unnötige Niederlage heute kassiert auf einem sehr, sehr schlechten Platz in Wik. Uneben, Löcher drin, also ein vernünftiges Fußballspiel war da fast nicht möglich.“

Jonas Kock (re.) und der TSV Gremersdorf zeigten beim Wiker SV eine ansprechende Leistung. © 2025 Ismail Yesilyurt
Jonas Kock (re.) und der TSV Gremersdorf zeigten beim Wiker SV eine ansprechende Leistung. © 2025 Ismail Yesilyurt

Dennoch gelang es den Gästen, den favorisierten Tabellenachten in der ersten Halbzeit vor erhebliche Probleme zu stellen: mit einer kompakten Defensive und gezielten Entlastungsangriffen. „In der ersten Halbzeit stehen wir doch sehr stabil hinten, können einige Nadelstiche setzen, haben uns gut zurückgezogen, das Tempo rausgenommen. Ja, kann man sehr zufrieden sein mit der ersten Halbzeit, Wik sicherlich nicht“, resümierte Ippig den ersten Durchgang.

Ein Aufbaufehler bricht den Bann

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Wik reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem Nico Otto in die Partie. Die Entscheidung fiel schließlich in der 58. Minute, als Gremersdorf von der Marschroute abwich, den Ball in der Gefahrenzone sicher zu klären.

Ippig ärgerte sich über die Entstehung des Rückstands: „In der zweiten Halbzeit leider halten wir uns nicht daran, dass wir die Bälle hinten lang rausspielen bei den schlechten Platzverhältnissen. Versuchen dort aufzubauen, ja, verlieren den Ball und in der Rückwärtsbewegung dann nicht schnell genug und schon liegen wir 1:0 zurück.“

Cheftrainer Christian Ippig und der TSV Gremersdorf werden nächste Saison die Verbandsliga Ost wieder in Angriff nehmen nach dem Abstieg. © 2025 Ismail Yesilyurt
Cheftrainer Christian Ippig und der TSV Gremersdorf werden nächste Saison die Verbandsliga Ost wieder in Angriff nehmen nach dem Abstieg. © 2025 Ismail Yesilyurt

Nico Otto nutzte die Unordnung und erzielte die Führung für die Wiker. Gremersdorf hatte fast im Gegenzug die Riesenchance zum Ausgleich durch Artem Winter, doch der Ball strich knapp über die Querlatte. Mitten in die Gremersdorfer Bemühungen hinein sorgte Andre Wittern in der 68. Minute für die Vorentscheidung zum 2:0.

Fehlende Durchschlagskraft das TSV-Problem in Kiel

Für Gremersdorf, das weiterhin mit lediglich sechs Punkten im Keller feststeckt, war es eine Niederlage der Sorte „vermeidbar“. Besonders die harmlose Offensive bereitet Sorgen, da das Team aufgrund personeller Engpässe ohne gelernten Stoßstürmer agieren musste. „Ja, ist leider so, dass wir heute wieder quasi ohne Stürmer gespielt haben und da ist natürlich nach vorne dann immer, ist nicht so toll, dass wir Chancen produzieren können und auch verwerten können. Aber nichtsdestotrotz, die Leistung war okay. Typisches 0:0-Spiel, aber wir verlieren wieder“, so das abschließende Fazit von Christian Ippig.

Gremersdorf richtet den Blick auf die drei Heimspiele in Serie. Das Ziel vor der nun auch mathematischen Rückkehr in die Kreisliga: Ein zweistelliger Punktestand soll her, um die Saison erhobenen Hauptes zu beenden.

Stimme zum Spiel

Christian Ippig (Trainer TSV Gremersdorf)

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