Luis Eising (Kaltenkirchener TS) müssen gegen den VfR Neumünster mit „Köpfchen“ spielen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Am 20. September 2025 feierte Martin Genz sein Debüt als Cheftrainer beim Flens-Oberligisten Kaltenkirchener TS mit einem 4:3-Heimerfolg gegen den VfR Neumünster. Nun kommt es am kommenden Sonntag zum mit Spannung erwarteten Rückspiel in der „Grümmi-Arena“. Bei Youkick berichtet Martin Genz darüber, welch intensive Verbindungen er noch zum VfR pflegt, und wie es ihm in der Schnelle der Zeit gelungen ist, ein Team zu formen, das in der höchsten Landesklasse eine gute Rolle spielt.
Deine Trainerkarriere bei der KTS hatte im letzten Jahr mit einem Erfolg gegen den VfR begonnen. Wie hast du es in der Kürze der Zeit geschafft, aus der KTS ein so erfolgreiches Team zu formen?
„Ja, also ich glaube, dass wir einen relativ glücklichen Start hatten mit dem VfR Neumünster. Das war ein Spiel, das sich die Jungs absolut erkämpft haben und über 90 Minuten lang unbedingt wollten und damals einen noch nicht ganz so gefestigten VfR als Gegner hatten. Von daher war das ein guter Start für mich als Trainer oder für uns als Team insgesamt.
Zwei Tage oder zwei Spieltage vorher gab es ja aber auch schon einen Sieg gegen Inter Türkspor Kiel. Von daher war das schon ein bisschen mit einer gewissen Grundeuphorie verbunden und man muss auch mal ehrlicherweise betrachten, dass die ersten vier, fünf Spiele gegen Mannschaften waren wie gegen Eichede, gegen Heide, Todesfelde. Dann war da auch Phoenix Lübeck II dabei. Also es waren alles Mannschaften aus dem absoluten oberen Bereich der Oberliga und dann ist es auch, glaube ich, nicht verwunderlich, dass man als Aufsteiger solche Spiele auch mal verliert oder verlieren kann.
Also aus dem Gesichtspunkt heraus war das keine ganz große Überraschung, dass man zu Beginn weiter unten steht in der Tabelle, aber die Mannschaft hat sich dann selbst auch da rausgeholt mit viel Einsatz, Leidenschaft. Was ich schon sagte. Und ja, sind ja allgemein eine Truppe, die immer ans Limit gehen muss. Das haben wir in vielen Momenten geschafft und auch dann Spiele mal mit ein bisschen Spielglück gewonnen. Zwei, drei Spiele: so wie gegen Rotenhof in der 91. Minute gewonnen, gegen Preußen Reinfeld in der 89. Minute gewonnen, wo auch dann einfach das Matchglück ein bisschen auf unserer Seite war. Und ja, das hat natürlich dann insgesamt beflügelt. Und ansonsten haben wir, glaube ich, schon eine recht klare Spielphilosophie und eine gewisse Grundstruktur, die wir auf dem Platz haben und sehen wollen. Das setzen die Jungs einfach gut um und, ich denke, dass so was auch Sicherheiten gibt.“
In Hohenwestedt wusste dein Team durch Spielwitz und schöne Kombinationen zu überzeugen, aber richtig gute Torchancen gab es kaum. Woran hat das aus deiner Sicht gelegen?
„Ja, wir sind allgemein ja eine Mannschaft, die sich momentan ein bisschen schwertut gegen Mannschaften, die defensiv sehr kompakt stehen und auch mal mit Fünferketten agieren. Da haben wir jetzt aber auch in der Woche noch mal drüber gesprochen. Wird uns jetzt am Sonntag nicht widerfahren, dass der VfR dort in einer Fünferkette agiert. Aber grundsätzlich ist es so: Gegen tief stehende Mannschaften fehlt uns so ein bisschen manchmal die zündende Idee oder das Spiel im letzten Drittel. Aber auch da haben wir jetzt drüber gesprochen, dass wir da noch mal ein, zwei Lösungswege mit angegeben haben. Bin da also auch optimistisch, dass das eine Entwicklung geben wird in Zukunft. Man muss halt aber auch sagen, dass sich die Mannschaften deutlich mehr auf uns vorbereiten als vielleicht noch in der Hinserie. Also die wissen auch jetzt um die Stärken der einzelnen Spieler und stellen sich da natürlich auch in einer gewissen Form drauf ein.“
Die KTS und den VfR trennen aktuell nur ein Punkt. Erwartest du ein Duell auf Augenhöhe und ist deine VfR-Vergangenheit als Spieler für dich noch ein Thema?
Irgendwie schon noch ein paar. Welten will ich nicht sagen, aber der VfR ist ein renommierter Oberligist, der schon seit Jahren sich immer wieder in der Oberliga wiederfindet. Gut, vielleicht mit kurzen Etappen mal hoch und mit kurzen Etappen auch mal runter, aber ansonsten ein gestandener Oberligist, der Top-Arbeit macht. Danny, glaube ich, einen überragenden Job gemacht hat bisher und auch, ja die Mannschaft da überragend mitzieht. Von daher ist das schon das, glaube ich, ein bisschen Augenwischerei. Weil ich glaube, dass wir auch mehr Spiele ausgetragen haben als der VfR aktuell. Ich sehe sie schon noch als ganz klaren Favorit und ja, will gar nicht erst die großen Vergleiche mit dem guten großen Verein ziehen aktuell. Wir bleiben demütig und sind immer noch ein Aufsteiger und wissen auch um unsere Rolle. Also von daher wollen wir da auch gar nicht erst abheben oder in irgendeiner Form Erwartungen hegen, die wir vielleicht aktuell noch gar nicht erfüllen können.
Und ja klar, als VfR-Spieler in Vergangenheit guckt man immer, was seine Ex-Vereine machen. Ich hab jetzt tatsächlich auch nicht viele, sind ja nur zwei im Herrenbereich oder drei besser gesagt, und da schaut man immer mal drauf, was die alten Mannschaften machen. Und das war zwar nur ein kurzes Jahr beim VfR, aber ein sehr intensives. Und mit der Fanbase und mit den vereinzelten Spielern oder Offiziellen hat man ja immer noch ein bisschen losen Kontakt. Das war schon eine schöne Zeit. Von daher schaue ich immer gerne zurück auf den VfR und auch, wie sich das dort entwickelt, und freue mich natürlich auch für die. Würde mich aber auch freuen, wenn sie mit einem Sieg am Wochenende aussetzen würden.“
Hat sich an der Personalsituation etwas geändert?
„Ja, da hat sich einiges geändert. Verletzt fehlen werden Jan Zimmermann, Jonas Bennet Jeschke, Lennart Pietsch, Mika Gutovsky und Timo Gennrich. Jannes Arps ist krank und Justus Scharbert im Urlaub.“
