Enno Schulze (vorne, Preetzer TSV), hier gegen Nico Schümann (Probsteier SG), besorgt die halbe Miete für den PTSV. © 2025 Ismail Yesilyurt
Die Schusterstädter melden sich nach einer langen Durststrecke eindrucksvoll zurück. Im Nachholspiel am späten Dienstagabend feierte die Elf von Trainer Fabian Doege einen deutlichen Heimsieg gegen den Tabellenletzten TSV Gremersdorf und schielt nun bestimmt wieder vorsichtig in Richtung der vorderen Plätze.
Nach einem sportlichen Sinkflug – vom Spitzenreiter der Verbandsliga Ost im ersten Saisondrittel bis ins Niemandsland der Tabelle – scheint die „Gehirnerschütterung“ aus sieben sieglosen Spielen endgültig auskuriert. Nach dem 4:0 – auch an einem Wochentag – gegen den Suchsdorfer SV ist es der zweite Erfolg 2026 in Folge. Mit dem 6:1 (3:1) gegen den Aufsteiger TSV Gremersdorf festigten die Preetzer ihre Position und könnten im letzten Saisondrittel noch einmal zum Stolperstein für die Konkurrenz werden. Sollte der Landesligaabsteiger seine Nachholspiele nutzen, scheint selbst der Relegationsplatz zwei bei acht Punkten Rückstand und einem Spiel weniger nicht mehr völlig außer Reichweite.
Der TSV Gremersdorf, der das letzte Spiel am Freitag zuhause gegen Eidertal Molfsee II 1:4 verloren hatte, wird sicherlich seine in der Vereinsgeschichte erste überregionale Saison in der Verbandsliga trotz der schwierigen Lage genießen. Auch, wenn in den letzten elf Spielen der Abstand auf den Relegationsplatz zur Kreisliga mit elf Punkten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr wettgemacht werden kann. Vielleicht kommt Cheftrainer Christian Ippig noch in den Genuß, eine längere Zeitspanne mehr Auswahl auf der Bank zu haben. In Preetz war schon zum wiederholten Male in dieser Spielzeit die dünn besetzt. Mit zwei Ü40- Spielern, die auch zum Einsatz kamen.
Slapstick und individuelle Fehler prägen die Anfangsphase
Dabei begann die Partie unter Flutlicht durchaus kurios. Zwar brachte Enno Schulze die Hausherren bereits in der 3. Minute in Front, doch die Sicherheit gab dieser frühe Treffer nicht. Ein Missverständnis in der Preetzer Defensive zwischen Tim Schanko und Torhüter Felix Bellmann führte in der 8. Minute zum Ausgleich durch ein Eigentor.

„Die ersten fünf Minuten waren gut, dann waren wir zehn Minuten lang richtig schlecht“, bilanzierte Preetz-Coach Fabian Doege kritisch. „Gremersdorf hat gut gepresst, wir haben uns im Aufbau immer wieder den Ball abjagen lassen.“ Fast wäre der Außenseiter sogar in Führung gegangen, doch ein Kopfball von Matthias Ruske verfehlte das Gehäuse nur knapp.
Gremersdorf kämpft mit dem „letzten Aufgebot“
Für die Gäste aus Gremersdorf war es ein gebrauchter Abend, der symptomatisch für die schwierige Premierensaison in der Verbandsliga steht. Trainer Christian Ippig musste mit einem extrem dünnen Kader anreisen; kurzfristige Krankheitsfälle dezimierten das Team so stark, dass sogar zwei Ü40-Spieler auf der Bank Platz nehmen und später eingreifen mussten.
„Ein ganz bitterer Abend, der richtig aufs Gemüt schlägt“, gestand Ippig nach Abpfiff. Besonders schmerzte ihn die Chancenverwertung und das Pech in den entscheidenden Momenten: „Wir haben die Riesenchance zum 2:1 und im Gegenzug kriegen wir das 2:1 und 3:1 durch Slapstick-Tore. Da gehen die Köpfe natürlich runter.“ Trotz der Niederlage hob er die Moral hervor: „Vom Engagement her kann ich den Jungs keine Vorwürfe machen. Lennart Petersen hat heute alles weggekämpft und ein tierisches Laufpensum absolviert.“

Preetzer Torhunger nach dem Seitenwechsel
Nachdem Moritz Danberg (23.) und Alexander Frank (37.) noch vor dem Pausenpfiff für eine beruhigende 3:1-Führung gesorgt hatten, dominierte der PTSV den zweiten Durchgang fast nach Belieben. Enno Schulze avancierte mit zwei weiteren Treffern (57., 80.) zum Mann des Tages, zudem trug sich Jendrik Müller (66.) in die Torschützenliste ein.
„In der zweiten Halbzeit finden nur noch wir statt“, so Doege. „Es war keine Glanzleistung, aber wir haben sechs Tore geschossen.“ Während für Gremersdorf der Klassenerhalt bei elf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz in weite Ferne rückt, blickt Preetz optimistisch nach vorne. Schon am Freitag wartet mit dem Derby gegen den Heikendorfer SV die nächste Bewährungsprobe, die die Richtung für die weiteren Spiele vorgeben wird.
Stimmen zum Spiel
Preetzer TSV: Bellmann – Karius, Beuck, Ziehmer (80. Rothermund), Schanko (46. Ziebell) – Moritz Danberg, Müller, Rose (46. Doege), Windmüller, Schulze – Michel Danberg (31. Alexander Frank).
Trainer: Fabian Doege.
TSV Gremersdorf: Mandt – Keibel, Wagner, Bormann, Severin, Eichholz (46. Liebrecht) – Winter, Kock, Petersen – Ruske, Jäkel (72. Reise).
Trainer: Christian Ippig.
SR: Tim Schröder (SV Henstedt-Ulzburg).
Ass.: Julia Faden, Kian Rohwerder.
Z.: 50.
Tore: 1:0 Enno Schulze (3.), 1:1 Tim Schanko (8., ET), 2:1 Moritz Danberg (23.), 3:1 Alexander Frank (37.), 4:1 Enno Schulze (57.), 5:1 Jendrik Müller (66.), 6:1 Enno Schulze (80.).
