Oldenburg/Göhl schockt Pönitz: 3:1 gegen Tabellenführer

von Ismail Yesilyurt

Niclas Viehrig, hier gegen Sherko Ali (MED SV), und die SG Oldenburg/Göhl verteidigten mit Können, Geschick und Glück den Sieg gegen Pönitz. © 2025 Ismail Yesilyurt


Nach dem TSV Plön, der einen steilen Aufstieg aus dem Abstiegskeller hinter sich hat, scheint auch die SG Oldenburg/Göhl Geschmack bekommen zu haben. Die stark abstiegsbedrohte Oberligareserve siegte am letzten Wochenende beim favorisierten Kieler MTV mit 2:1 und legte ein paar Tage später nach.

Und wie! Gleich mit 3:1 bezwang die SG GO am Freitagabend auf dem Kunstrasenplatz Spitzenreiter SVG Pönitz. Damit musste die SVG seine dritte Saison-Niederlage hinnehmen, wird aber auch nach dem 23. Spieltag in der Verbandsliga Ost weiterhin von ganz oben grüßen. Die Oldenburger mit 16 Punkten sind nun mit dem Relegationsplatz gleichauf, nur die schlechtere Torbilanz hält sie noch auf direktem Abstiegsrang.

Das 1:0Robin Bünning traf per Kopf nach Ecke zum 1:0 (27.). Mika Wölk knallte einen Freistoß zum 2:0 (45.+1): „Der Apfel fällt da nicht so weit vom Stamm. Das macht er halt schon gut, ganz wie der Papa. So ein bisschen hab ich mich erinnert gefühlt an den jungen Rafael van der Vaart. Habe ich danach auch zu ihm gesagt“, freute sich Jens Theuerkauf, Co-Trainer der SG, mit. Auch über den Superpass von Wölk zum 3:0. Mattis Markmann vollendete zum 3:0 (70.). Moritz Scholz verkürzte auf 1:3 (79.), zu mehr reichte es für die Scharbeutzer nicht.

Acht Spieler mit Oberligaerfahrung dabei – Überraschung gelingt

Der Erfolg ist vielleicht nicht so überraschend, wenn man beim Blick auf die Startformation gegen den Tabellenführer in diesem Ostholsteinischen Derby feststellt, dass acht Spieler (darunter auch U19-Kicker), die mehr oder weniger Einsätze in der Oberliga haben, dabei waren.

Wobei zwei Rekonvaleszenten mit Marvin Freund und Tim Röben-Müller auf dem Feld standen und ansonsten Spieler, die auch schon wenige Spiele in der zweiten Mannschaft gemacht haben. Robin Bünning, letzte Saison aufgrund der Verletzung von Marvin Freund aus der Verbandsliga in die Oberliga zum Stammspieler befördert, ist weiterhin in der höchsten Landesklasse gesetzt. Torwart Mike Bennecke, der Job-Sharing auf seiner Position in der Oberliga mit Cedric Cordes betreibt, war auch schon mehrmals im zweiten Team der Oldenburger im Tor.

„Und egal, was da dann gesagt wird: Ja, Unterstützung von der A-Jugend denke ich, das ist völlig legitim und der ein oder andere, der schon lange nicht mehr in der Oberliga gespielt hat oder wieder herangeführt werden muss, auch“, erklärte Theuerkauf die Zusammenstellung des Kaders gegen die SVG Pönitz.

Seine Mannschaft schießt zum ersten Mal in dieser Saison eine Fahrkarte - Cheftrainer Christian Born (SVG Pönitz). © 2025 Ismail Yesilyurt
Trotz der Niederlage in Oldenburg bleibt die Saison weiterhin Cheftrainer Christian Born und die SVG Pönitz eine sehr starke. © 2025 Ismail Yesilyurt

SVG-Chefcoach Christian Born war natürlich nicht amused über das Upgrade der SG, fasste sich aber auch an die eigene Nase: „Unsere Defensive war heute nicht sattelfest und vorne machen wir die Tore nicht. Wir kommen in der zweiten Halbzeit mit Emotionen, Power, und viel Spirit raus. Aber bekommen die Angriffe leider nicht zu Ende gespielt.“ Ein ähnliches Endergebnis wie im Hinspiel beim 7:3 für die Pönitzer: durchaus möglich bei effizienter Verwertung der Chancen.

Born frustiert über Abschlussschwäche und Doppelmoral

„Wir können das heute für uns einordnen. Wir scheitern an unserer Chancenverwertung. Wir müssen wie im Hinspiel eigentlich mindestens fünf Tore machen, aber ständig scheitern wir an dem Torabschluss. Was mich aber am meisten abfuckt, ist die Doppelmoral von diesem Spiel. Vor einigen Monaten beschwert sich ein Verantwortlicher vom OSV über Holstein Kiel. Ich zitiere: ‚Das war eine extreme Frechheit. Da kamen sechs Spieler aus dem Kader der Zweitligamannschaft zum Einsatz. Das ist für mich eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung.‘ Das lassen wir uns mal auf der Zunge zergehen. Und hey mann, ich bin fein damit, dass wir heute an uns scheitern in der Offensive. Ich kann aber Doppelmoral überhaupt nicht leiden. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Heute wurden Ziegelsteine geworfen!“

Theuerkauf: „A-Jugend hängt sich rein“

Jens Theuerkauf betonte den Teamgeist seiner SG Oldenburg/Göhl: „Ja, ganz wichtiger Sieg heute Richtung Ziel Relegation. Bonuspunkte natürlich gegen den Tabellenführer. Man muss schon sagen unsere A-Jugendlichen, die ja letztendlich dann ein Stück weit die SG eins in der nächsten Saison verkörpern werden, die hängen sich da voll rein und wollen offensichtlich mit aller Macht eben in der Verbandsliga spielen und nicht in der Kreisliga.“

In der Summe aller Faktoren sprang schließlich ein positives Ergebnis für die SG GO mit dem vierten Saisonsieg heraus. Auch wenn der Ligaprimus nach der Halbzeit seine Bemühungen intensivierte.

„In der zweiten Halbzeit ist es dann halt ganz viel Abwehrschlacht von unserer Seite, aber auch immer mal wieder der ein oder andere Nadelstich nach vorne. Ein Heber von Ben Erich, der an den Pfosten geht, dann auf der Linie lang trudelt und dann leider nicht drin ist. Aber Pönitz hatte natürlich dann viel mehr vom Spiel und hat gedrückt, aber ist immer wieder auch an Mike im Tor gescheitert“, so Theuerkauf über einen der besten Spieler. „Aus meiner Sicht auch ein verdientes 3:1.“

Stimme zum Spiel

Jens Theuerkauf (Co-Trainer SG Oldenburg/Göhl)

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