Kilia stürmt auf Rang drei: Schwabe-Doppelpack beim 4:1 gegen Rotenhof

von Ismail Yesilyurt

Keeper Tom Pachulsk (Kilia Kiel) war wieder top. © 2026 Ismail Yesilyurt


Der FC Kilia Kiel hat sein Nachholspiel am späten Mittwochabend gegen den TuS Rotenhof souverän mit 4:1 gewonnen und ist damit auf den dritten Platz der Oberliga Schleswig-Holstein geklettert. Die Partie des 18. Spieltags war im November wegen Vereisung des Kunstrasens im Kilia-Stadion kurzfristig von Schiedsrichter Jan-Ole Ehlers abgesagt worden, nun legten die Kieler vor 230 Zuschauern einen reifen Auftritt hin.

Frühe Dominanz und effiziente Offensive

Von Beginn an bestimmte Kilia das Geschehen. Aus einer klaren Ballbesitzüberlegenheit heraus erspielte sich das Team von Trainer Nicola Soranno konsequent Chancen. Viele Angriffe liefen über die rechte starke Seite Luca Senger. Manager Berkant Özel lobte die Herangehensweise: „Und dementsprechend dann natürlich auch, dadurch, dass wir so viel Ballbesitz und die haben laufen lassen, kamen ja auch die ersten Chancen beziehungsweise sehr effizient das Tor gleich von Marc Schwabe.“

Auffälig - Luca Senger auf der rechten druckvollen Außenbahn. © 2026 Ismail Yesilyurt
Auffälig – Luca Senger auf der rechten druckvollen Außenbahn. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der Neuzugang vom Oldenburger SV nutzte bereits seine erste Möglichkeit eiskalt. Weil, so wie gegen Eutin jetzt ohne Ende Torchancen hatte er bis dahin nicht. Das war, glaube ich, seine echte erste Torchance“, so Özel. Schwabe ließ sich auch vom herausstürzenden Keeper Sörensen nicht beeindrucken: „Er wurde ja vom Torwart eher nach außen getrieben. Also es war schon klasse, wie der Junge da die zwei Gegenspieler hat einfach stehen lassen.“

Kurz darauf erhöhte Julius Alt mit seinem achten Saisontreffer per präzisem Schuss auf 2:0 – die verdiente Pausenführung war perfekt.

Joker Klein sticht – Knuth verkürzt vom Punkt

Zur zweiten Halbzeit brachte Soranno Tino Klein, der sich sofort eintrug: In der 49. Minute besorgte er mit seinem zweiten Saisontor das 3:0. Wenn Klein einmal Tempo hat, dann ist der junge Offensivspieler schwer zu halten „Also da haben auch wirklich alle Zuschauer gesagt: Wow, der Junge, das ist ein Talent“, kommentierte Özel, „also der wird immer stärker, traut sich immer mehr zu. Finde ich toll.“

Wenig später wurde es turbulent: Ein Abschluss der Rotenhofer landete am Oberschenkel und an der natürlichen Handbewegung von Tom Warncke. Der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter und zeigte Rot. Özel sah die Szene kritisch: „Da hätte er ruhig einen Elfmeter geben können. Aber die Rote Karte war für mich auch überzogen.“ Auch, wenn dadurch eine Torverhinderung stattfand. Aber die Handproblematik ist ja bis in die höchsten Ligen bekannt. Für die Gäste aus Rendsburg verkürzte Felix Knuth mit einem verwandelten Handelfmeter auf 1:3. Für den Kapitän des TuS war es auch bereits das achte Saisontor.

Kilia Kiel hatte wieder mehrfach Grund, zu jubeln. © 2026 Ismail Yesilyurt
Kilia Kiel hatte wieder mehrfach Grund, zu jubeln. © 2026 Ismail Yesilyurt

Unterzahl: Kilia verteidigt geschlossen

„Nein, gar nicht“, sagte Özel auf die Frage, ob das 3:1 mit 40-minütiger Unterzahl (inklusive 5 Minuten Nachspielzeit) noch einmal in Gefahr gebracht habe. „Also wir mussten natürlich durch einen Mann weniger viel laufen, um die Räume und die Lücken dicht zu machen. Das haben sie aber sehr, sehr gut gemacht. Die haben sich wirklich verausgabt.“

Pachulski in Topform, starker Schwabe setzt Schlusspunkt

Rotenhof suchte Lösungen, fand aber kaum Wege durch die kompakte Kieler Defensive. Dabei zeigte Tom Pachulski seinen hohen Wert für den amtierenden Landesmeister und reagierte glänzend bei zwei guten Möglichkeiten der Knuth-Auswahl. Schwabe, derzeit in den letzten Spielen auf Höchstleistung, zog dann mit seinem fünften Saisontreffer einen Schlussstrich. „Pachulski war wieder, ja, ich kann sagen, Weltklasse, wie er mit seinem Arm den Ball da knapp über die Latte gelenkt hat“, schwärmte Özel über die Parade des Kilia-Goalies nach etwa 70 Minuten. „Und dann hatte er später noch eine Position, wo er auch bei einem Schuss reflexartig unten war. Und hat den Ball um den Pfosten gelenkt. Also der Junge ist in einer Topform.“

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