Finn Kruse rettet Wasbek Punkt in Nortorf in der Nachspielzeit

von Helwig Pfalzgraf

Maurice Petersen (li.) und der TUS Nortorf teilten auch im Rückspiel gegen Wasbek die Punkte. © 2025 Olaf Wegerich


Im Spitzenspiel der Verbandsliga West traf Tabellenführer TuS Nortorf auf den Tabellendritten SV Wasbek. 2:2 lautete das Endergebnis, damit konnte der TuS Nortorf den Vorsprung auf den zweiten Verfolger Wasbek bei stattlichen elf Punkten halten.

Routinierte Nortorfer

Die routinierten Nortorfer um die früheren langjährigen Oberliga-Cracks Malte Lucht, Paul Falk, Mika Jöhnck und neuerdings auch mit dem regionalligaerfahrenen Keeper Chris Kröhnert spulten im bisherigen Saisonverlauf souverän ihr Pensum herunter und sind auch trotz des heutigen Remis auf dem besten Weg in die Landesliga.

Wechselgerüchte um Wasbeks Youngster

Etwas anders ist die Lage in Wasbek. Nachdem in den letzten beiden Jahren insgesamt neun ehemalige U19-Akteure sowie mit Tino Knobel auch ein Oberligaakteur des VfR Neumünster von der Geerdtstraße an den Bahndamm gewechselt waren, waren die Erwartungen ebenfalls ambitioniert. Doch inzwischen ist mit Chams Belhiba einer dieser Ex-VfR-Spieler zum stark abstiegsbedrohten Oberligisten Inter Türkspor Kiel gewechselt. Und auch um die übrigen Jungs gibt es in der Neumünsteraner Fußballszene hartnäckige Wechselgerüchte.

Nortorf mit Spielkontrolle und früher Führung

Die Hausherren bestimmten zunächst das Geschehen. Nachdem Lasse Böttcher (10.) noch freistehend an Jonte Peters im SVW-Gehäuse gescheitert war, machte er es zwei Minuten besser. Nach Vorarbeit von Malte Lucht köpfte er dessen butterweiche Flanke gegen die Laufrichtung von Peters ins lange Eck.

Auch danach hatte die Elf von Jan-Niclas Bräunling mehr vom Spiel, viele Chancen gab es aber nicht. Erst langsam kam auch Wasbek besser ins Spiel.

Schiri Hofgrefe blockt Jöhnck …

Nach 32 Minuten eine kuriose Szene. Wasbek hatte im letzten Drittel den Ball verloren, Nortorf schaltete um, am Anstoßpunkt wird Jöhnck angespielt. Der schickt mit dem ersten Kontakt Finn Spalding – besser gesagt, er versucht es. Denn sein Direktpass wird nach einem Meter vom im Weg stehenden Schiri geblockt. Verdutzt gucken sich Hofgrefe und Jöhnck an. Hofgrefe pfeift nicht …
Jöhnck reagiert schnell, Steckpass, zweiter Versuch, der kommt über 20 Meter genau, Spalding zieht los …
Erst jetzt (!) pfeift Hofgrefe. Ball 20 Meter zurück, Jöhnck darf dann schön in aller Ruhe nach Vorschrift per Schiriball im Mittelkreis das Spiel fortsetzen. Die gute Konterchance ist dahin, gleich zweimal vom Schiri vereitelt. Das erste Mal unglücklich, das zweite Mal – „wir müssen uns leider an die Regel halten“.

Richtig Aufregung! Hofgrefe nimmt Elfmeter zurück, Notbremse bleibt ungeahndet

Nach 36 Minuten läuft Finn Spalding frei auf Peters zu. Derryl Niechev, 180 Grad hinter ihm laufend, trifft ihn an der Hacke. War das im 16er? – Die einen sagen so, die anderen so.

Aber unzweifelhaft Notbremse, der Ball war von Niechev in keiner Weise zu erreichen. Der gut stehende Hofgrefe entscheidet auf Elfmeter. Am Kelch der roten Karte kommt Niechev vorbei – keine Doppelbestrafung also.

Als das klar zu sein scheint, beschwert sich Wasbeks Bank erst zaghaft, dann lauter zunächst nur beim Assistenten, dann auch in Richtung Spielfeld. Der Assistent war bis jetzt unbeteiligt, steht aber schon an der Eckfahne – gibt ja Elfmeter, da ist dann ja sein Platz. Dann läuft Hofgrefe aber raus zum Assistenten, nach kurzer Beratung wird aus dem Elfmeter ein Freistoß vor dem Strafraum. Niechev bleibt erstaunlicherweise gänzlich straffrei. Nun ist die Nortorfer Bank laut, auch Trainer Bräunling beschwert sich über die nicht geahndete Notbremse. Rufentfernung 40 Meter, der Assistent ruft ebenso laut zurück. Bizarr!

Den Freistoß setzt Paul Falk an die Lattenunterkante. Danach verflacht die Partie, mit einer verdienten Nortorfer Führung geht es in die Pause. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sind Spannung und Niveau zunächst überschaubar. Jöhnck (52.) findet in Peters seinen Meister.

Erst als Jan-Henrik Grümmer aus 16 Metern hart abzieht und Youri von der Mehden nach Krönerts Glanzparade abstaubt (62.), wird es interessanter. Fast im Gegenzug gewinnt Marvin Kaul ein Kopfballduell gegen Mattis Burkhardt, Lucht setzt Spalding ein, dessen Flanke Scherbarth in der Mitte zum 2:1 (64.) nutzt.

TuS macht Sack nicht zu

Nun ist die Elf von Pasqual Rüdiger in Zugzwang. Die Elf hat nun mehr Spielanteile, kombiniert oft gefällig bis zum Strafraum. Doch gefährliche Abschlüsse gibt es zunächst nicht. Nortorf ist dem dritten Tor näher. Jöhnck (71.) scheitert an Peters, Spaldings geblockter Schuss geht haarscharf vorbei (74.), Spaldings Flanke auf den völlig freien Jöhnck (79.) kommt zu ungenau, Lucht (83.) wird im 16er gerade noch geblockt.

Wasbek gibt nicht auf und belohnt sich mit dem 2:2

Zunächst wehrt Kröhnert per Glanzparade (88.) Rune Kuligs 20-Meter-Freistoß ab, doch nach schöner Kombination trifft der eingewechselte Finn Luca Kruse in der Nachspielzeit (90. + 1) zum Ausgleich.

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