Regionalliga-Reform: Eine „Never ending Story“?

von Ismail Yesilyurt

Die Quadratur des Kreises – gilt als unlösbares Problem der Geometrie – wird die Regionalliga-Reform hoffentlich nicht. Doch viele Hürden müssen überwunden werden, damit alle vier oder fünf Regionalliga-Meister künftig direkt in die 3. Liga aufsteigen können. Aktuell steigen die Meister aus Südwest und West direkt auf, während aus Nord, Nordost und Bayern ein Meister im jährlichen Wechsel direkt folgt. Die restlichen beiden duellieren sich in der Aufstiegsrelegation im Hin- und Rückspiel. In dieser Saison ist übrigens der Regionalliga-Nord-Meister, aktuell der SV Meppen, direkter Aufsteiger.

Zur Lösungssuche haben Regionalverbände und DFB eine Arbeitsgemeinschaft (AG) gegründet. Ihr Fokus und Ziel: Ein Vorschlag für die neue Aufstiegsregelung, basierend etwa auf einem viergleisigen Modell. Dabei käme etwa das Kompassmodell infrage: Staffeln nicht mehr nach Verbandsgrenzen, sondern dynamisch nach kürzesten Fahrtstrecken der Klubs – jedes Jahr neu.

Nach widersprüchlichen Medienberichten meldet sich nun der Norddeutsche Fußballverband (NoFV) mit der folgenden Pressemeldung zu Wort.

Erklärung zur aktuellen Berichterstattung zur Regionalliga-Reform

(Quelle: Norddeutscher Fußball-Verband) Aufgrund unzutreffender Medienberichte in den vergangenen Tagen sieht sich der Norddeutsche Fußball-Verband zu folgender Klarstellung veranlasst:

Die von den Regionalverbänden gemeinsam mit dem DFB eingesetzte Arbeitsgemeinschaft zur Regionalliga-Reform hat bisher kein Modell zur Lösung vorgeschlagen, weil die noch in der Diskussion befindlichen Modelle nicht abschließend auf die jeweils mit ihnen verbundenen Vor- und Nachteile untersucht worden sind.

Demgemäß gibt es auch kein vom „DFB favorisiertes Modell“. Dies hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf in der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten am 9. März ausdrücklich klargestellt. Auch aus der heutigen Erklärung des DFB ergibt sich eindeutig die Unrichtigkeit der diesbezüglichen Berichterstattung. So heißt es dort: „Der Deutsche Fußball-Bund hat den Beschluss der Regional- und Landesverbände, eine Arbeitsgruppe zur Reform der Regionalligastruktur einzurichten, von Beginn an begrüßt.

Klar ist: Der DFB hat in dieser Frage keinerlei Entscheidungsbefugnisse, übernimmt aber gerne eine Mediatoren- und Vermittlerrolle. Ziel der Arbeitsgruppe unter der Leitung des früheren DOSB-Vorstandsvorsitzenden Michael Vesper ist es, einen erneuten ernsthaften Versuch zu unternehmen, dass alle Regionalliga-Meister in Deutschland in die 3. Liga aufsteigen können. Derzeit werden innerhalb der AG die Vor- und Nachteile verschiedener Optionen intensiv geprüft. Angesichts dieses Sachstands ist es selbstverständlich, dass ich persönlich den Ausgang dieser Analyse abwarte. Seitens des DFB-Präsidenten gibt es derzeit kein präferiertes Modell…“

Die in den Medien aufgestellte Behauptung, der Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes, Peter Frymuth, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes Dr. Christoph Kern und der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes Ralph-Uwe Schaffert würden die Umsetzung des sog. „Kompassmodells“ blockieren, entbehrt daher der Grundlage.

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