Marvin Bruhn (SV Frisia 03 Risum-Lindholm) öffnete mit dem 1:0 die Tür zum Erfolg gegen den SVE Comet Kiel. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der SV Frisia 03 Risum-Lindholm hat den Anschluss an die Spitzengruppe in der Landesliga Schleswig hergestellt. Durch einen 4:1 (1:0)-Heimerfolg gegen den Tabellenletzten SVE Comet Kiel konnte die Mannschaft von Trainer Uwe Petersen den Abstand auf den Tabellenzweiten Eckernförder SV auf zwei Zähler verkürzen und ist punktgleich mit der davor durch das bessere Torverhältnis platzierten SpVg Eidertal Molfsee auf den 5. Platz vorgerückt. Der SVE Comet Kiel, auch im Hinspiel 1:4 unterlegen, bleibt auch nach der 14. Saisonniederlage weiterhin abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand zum Relegationsplatz, den derzeit der TSV Hattstedt belegt, beträgt weiterhin 8 Zähler.
Gefälliges Spiel ohne Kieler Torgefahr
Nach einer denkbar schlechten Vorbereitung, die Gästetrainer Jan Schümann sogar als „katastrophal“ umschrieb, zeigte der SVE Comet Kiel in den ersten gut zwanzig Minuten nach einer langen Anreise von einer Stunde und vierzig Minuten zunächst wenig Respekt vor dem Gegner und wusste in einer Phase, in der beide Mannschaften merklich um Struktur in ihrem Spiel bemüht waren, auch spielerisch zu überzeugen.
Die Gäste kombinierten sich gefällig durch die Reihen, schafften es jedoch über die gesamte Spielzeit kaum, wirklich gefährlich vor das Tor von Hansen zu kommen. Frisia hingegen agierte zielstrebiger und suchte immer wieder den Weg zum Abschluss, ließ dabei aber die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Insgesamt wirkten die Frisianer etwas lauffreudiger. Während die Hausherren durchgehend versuchten, die Kieler hoch unter Druck zu setzen, blieb die Frisia-Abwehr im Spielaufbau weitestgehend unbedrängt.
Bruhn mit dem Führungstreffer
Nachdem Bruhn in der 15. Minute die erste Chance per Schlenzer aus 16 Metern ungenutzt ließ, fiel der Führungstreffer in der 37. Minute: Nach einem Steckpass von Shams lief Bruhn von rechts auf den Kasten zu und markierte das 1:0. Anschließend blieben noch zwei Großchancen nach hohen Ballgewinnen der Frisianer ungenutzt, und es ging mit dem 1:0 in die Pause.
Chancenwucher macht die Partie unnötig spannend
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum: Während das Spielgeschehen ausgeglichen blieb, erarbeitete sich Frisia ein deutliches Chancenplus. Anstatt jedoch frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, blieben zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt. In der 69. Minute erhöhte Drews schließlich auf 2:0, als er ein Zuspiel von Bruhn aufnahm, in die Mitte zog und aus der Distanz per Linksschuss traf.
Knutzen mit dem Anschlusstreffer
Comet Kiel bestrafte die mangelnde Chancenverwertung der Hausherren jedoch prompt: Nach einer schönen Kombination über die linke Seite erzielte Knutzen in der 72. Minute mit einem strammen Schuss von der Sechzehnmeterlinie den 2:1-Anschlusstreffer. In der Folge wurde die Partie kurzzeitig hektischer, da Frisia den Sack trotz weiterer Möglichkeiten nicht zumachte und wiederholt am starken Kieler Torhüter Lukas Losch scheiterte.

Joker Rapräeger trifft doppelt und sorgt für den Endstand
Erst in der Schlussphase sorgte der eingewechselte Rapräeger für die Entscheidung. In der 81. Minute verwertete er einen Steckpass von Bruhn zum 3:1. Den Schlusspunkt setzte erneut Rapräeger in der 90. Minute, der nach einer Kombination von Bruhn freistehend im Sechzehner angespielt wurde und zum 4:1-Endstand abschloss.
Kapitän Marvin Bruhn (SV Frisia 03 Risum-Lindholm):
„Am Ende steht ein verdienter Sieg, der aufgrund der vielen liegengelassenen Chancen jedoch erst spät endgültig gesichert wurde. Trotz des deutlichen Ergebnisses war die Partie nach der langen Winterpause und einer schwierigen Vorbereitung für beide Mannschaften spielerisch weitestgehend ausgeglichen. In einem Spiel auf Augenhöhe zeigten sich beide Mannschaften bemüht, wobei Comet Kiel spielerisch gut agierte.“
Trainer Jan Schümann (SVE Comet Kiel):
„Vor allem in den ersten zwanzig Minuten verlief die Partie noch sehr ausgeglichen, und wir hatten viel Ballbesitz, aber das wurde stetig weniger. Spätestens ab der 35. Minute kamen wir nicht mehr so in die Zweikämpfe. Wir kassieren wieder kurz vor der Pause ein Gegentor. Der zweite Gegentreffer war dann ein Schockmoment für uns, dennoch ist uns schnell der Anschlusstreffer gelungen. Wir haben dann auf zwei Offensivkräfte umgestellt und hinten offener gespielt. Nach einem Fehlpass haben wir dann durch einen Konter das 1:3 kassiert. Aber da muss man auch den Gegner loben, der fast alle Chancen zu Toren nutzt. Wir haben einfach die Scheiße am Schuh. Wir hatten zwar einige Chancen, aber nicht das Glück auf unserer Seite. Wir hatten uns viel vorgenommen. Das ist extrem bitter. Am Ende fehlte uns auch die Kondition.“
SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Hansen – Danielsen, Klemmer, Paulsen – J. Traber, T. Traber, Bruhn, Höfer (65. Dethlefsen), Sönnichsen (79. Pause) – Drews (74. Samuelsen), Shams (63. Rapräeger)
Trainer: Uwe Petersen.
SVE Comet Kiel: Losch – Lahu, Morina (72. Petersen), Celik, Gesper – Kusnierczyk – Schmidt, Rassmanns (46. Milbradt), Cheriag (62. Lawson-Body), Assameur (46. Knutzen) – Jasari.
Trainer: Jan Schümann.
Schiedsrichter: Lutz Jessen (IF Stjernen Flensborg).
Assistenten: Daniel Feil und Anika Bargholz.
Zuschauer: 120 auf dem Kunstrasenplatz im Helmut-Henning-Stadion in Risum.
Tore: 1:0 Marvin Bruhn (37.), 2:0 Jannik Drews (69.), 2:1 Maurice Knutzen (72.), 3:1 Renz Rapräeger (81.), 4:1 Renz Rapräeger (90.).
