8:0-Auswärtserfolg: Frisia 03 bestraft engagierte Friedrichsberger eiskalt

von Ismail Yesilyurt

Renz Rapräeger (li., Frisia Risum-Lindholm), ist mit vier Toren Spieler des Spiels. © 2026 Ismail Yesilyurt


Das nackte Ergebnis liest sich wie eine sportliche Hinrichtung, doch wer am Samstagnachmittag am Sportplatz in Friedrichsberg zu Gast war, rieb sich verwundert die Augen. Der SV Frisia 03 Risum-Lindholm feierte einen fulminanten 8:0 (2:0)-Auswärtssieg beim TSV Friedrichsberg-Busdorf – ein Resultat, das den tatsächlichen Spielverlauf über weite Strecken auf den Kopf stellte. Während die Hausherren das Spiel machten, demonstrierte Frisia eine gnadenlose Effizienz, die den TSV am Ende völlig auseinanderbrechen ließ.

Renz Rapräeger trifft vierfach

Topmann am späten Mittwochabend war Renz Rapräeger, der gleich vier Mal ins Schwarze traf und sein Torkonto auf 11 erhöhte. Bester interner Torschütze ist indes Marvin Bruhn, der mit zwei Toren in Schleswig bereits erstaunliche 23 Treffer in seiner Bilanz stehen hat.

Dominanz ohne Ertrag und ein kapitaler Fehler

Von Beginn an suchte der TSV Friedrichsberg-Busdorf die Spielkontrolle. Die Mannschaft von Trainer Michael Schröder agierte mutig, verzeichnete viel Ballbesitz und versuchte, spielerische Lösungen gegen die Nordfriesen zu finden. „Ich fand eigentlich, dass wir die ersten zwanzig, fünfundzwanzig Minuten gut im Spiel waren, sehr viel Ballbesitz hatten und immer wieder spielerische Ansätze nach vorne wirken lassen wollten“, analysierte Schröder nach der Partie.

Max Quapp (TSV Friedrichsberg-Busdorf). © 2025 Ismail Yesilyurt
Max Quapp und der TSV Friedrichsberg-Busdorf sind am Mittwoch mit dem falschen Fuß aufgestanden. © 2025 Ismail Yesilyurt

Doch mitten in die Zufriedenheit der Gastgeber platzte der erste Nackenschlag: Ein Fehlpass des TSV-Keepers landete direkt bei Marvin Bruhn, der nicht lange fackelte und zum 0:1 vollendete (23.). Wenig später schloss Renz Rapraeger einen mustergültigen Konter nach einem 40-Meter-Sprint mit einem Schuss in den Winkel zum 0:2 ab (32.). Frisia war bis dato kaum am Ball gewesen, lag aber mit zwei Toren vorn.

Jorge Hansen wird zum Spielverderber

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern ein Bild der Belagerung. Friedrichsberg drückte massiv auf den Anschluss und schnürte Frisia in der eigenen Hälfte ein. Dass die Partie in dieser Phase nicht kippte, lag allein an Frisia-Schlussmann Jorge Hansen. Mit einer spektakulären Fußabwehr gegen Tim Asmussen und einer Rettungstat gegen Jan Böhnert hielt er die Null fest.

Michael Schröder konnte es an der Seitenlinie kaum fassen: „Wir kommen eigentlich gut aus der Halbzeit. Haben zwei, drei Situationen, mit denen man eigentlich ein Tor machen muss. Aber so ist es manchmal.“

Spielführer Marvin Bruhn (Frisia Risum-Lindholm). © 2025 Ismail Yesilyurt
Marvin Bruhn (in gelb, Frisia Risum-Lindholm) hat einen guten Lauf in dieser Saison. © 2025 Ismail Yesilyurt

Auch Torschütze Marvin Bruhn gab später offen zu: „Das Ergebnis ist absolut verrückt, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Friedrichsberg war gerade in der ersten Halbzeit und auch zu Beginn des zweiten Durchgangs die Mannschaft mit mehr Spielkontrolle. Wir hatten phasenweise kaum Zugriff, aber am Ende haben wir die Räume konsequent genutzt und sind natürlich froh über die drei Punkte, die uns auf Platz drei bringen.“

Der bittere Einbruch nach dem Doppelschlag

Die Entscheidung fiel schließlich in der 56. Minute, erneut durch einen Konter, den Rapraeger zum 0:3 veredelte. Nur 60 Sekunden später brach der Widerstand der Gastgeber endgültig: Jannik Drews erhöhte nach einem Ballgewinn von Lasse Böckenholt auf 0:4. „Danach haben wir die Balance zwischen Offensive und Defensive komplett verloren“, konstatierte Schröder frustriert.

In der letzten halben Stunde ergab sich ein demoralisierter TSV seinem Schicksal. Frisia nutzte nun jeden Umschaltmoment mit einer Brutalität, die man selten auf Verbandsliga-Plätzen sieht. Marvin Bruhn (61.), erneut Rapraeger (65./90.) mit seinen Treffern drei und vier sowie ein zweites Tor von Jannik Drews (79.) schraubten das Ergebnis in astronomische Höhen.

Während Frisia durch den Erfolg auf den dritten Tabellenplatz klettert, muss Friedrichsberg die Wunden lecken. „Das müssen wir abhaken und nach vorne schauen. Samstag kommt Hattstedt zum Sechs-Punkte-Spiel“, so Schröder. Personell arg gebeutelt und durch drei verletzungsbedingte Wechsel zusätzlich geschwächt, bleibt dem TSV nur die Hoffnung, dass die spielerisch gute erste Stunde als Mutmacher für den Abstiegskampf dient. Wobei regulär es bei den drei Regelabsteigern bleiben würde und der Relegationsplatz auch zum Klassenerhalt ausreicht.

Nachholspiele – Landesliga Schleswig

Datum Begegnung Erg.
29.04.26 TuS Jevenstedt – Eckernförder SV 1:4
29.04.26 SSG Rot-Schwarz Kiel – TSV Klausdorf 0:2
29.04.26 TSV Friedrichsberg-B. – SV Frisia 03 Risum-L. 0:8
29.04.26 TSB Flensburg – SC Weiche Flensburg 08 II 1:0
29.04.26 TSV Rantrum – SV Dörpum 1:0

Tabelle Landesliga Schleswig

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 TSB Flensburg (Ab) 27 102:22 77
2 Eckernförder SV (Ab) 27 64:25 61
3 SV Frisia 03 Risum-Lindholm 27 76:39 50
4 SSG Rot-Schwarz Kiel 27 53:50 48
5 SpVg Eidertal Molfsee (Ab) 27 83:53 47
6 TSV Rantrum 27 88:52 46
7 TSV Klausdorf 27 67:55 44
8 SC Weiche Flensburg 08 II 27 65:53 41
9 SV Dörpum 27 62:54 37
10 TSV Kronshagen 27 34:36 32
11 TSV Kropp 27 39:59 28
12 TSV Friedrichsberg-Busdorf 27 49:80 28
13 TSV Hattstedt (Auf) 27 42:71 22
14 TuS Jevenstedt 27 31:65 21
15 SVE Comet Kiel (Auf) 27 38:91 14
16 Heider SV II (Auf) 27 39:127 9

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