Kastriot Alija (VfR Neumünster) im Test beim SV Mecklenburg Schwerin. © 2025 Olaf Wegerich
Nachdem ein am Donnerstagnachmittag vereinbartes Testspiel beim Oberligisten Dynamo Schwerin kurzfristig wieder abgesagt wurde, ergab sich am Freitagabend für Rasensport Neumünster die kurzfristige Gelegenheit, am Sonnabend beim Verbandsligaspitzenreiter (entspricht unserer Landesliga) FC Mecklenburg Schwerin anzutreten.
Gegen alte Bekannte
In der jüngeren Vergangenheit spielten beide Teams schon häufiger im bundeslandübergreifenden Quervergleich. Zuletzt gewann Rasensport in der Sommervorbereitung in Schwerin mit 5:3. Aktuell strebt der ambitionierte FC Mecklenburg den Wiederaufstieg in die Oberliga an.
Gleich zwei Spiele an einem Tag
Wie ernst und ambitioniert der FC das Unternehmen „Oberliga-Wiederaufstieg“ angeht, beweist die Tatsache, dass die Mannschaft von Trainer Andre Sevecke am Samstag gleich zweimal testete. Eine Hälfte des Kaders schlug im Vorspiel den Landesligisten FC Dornbreite Lübeck mit 5:0, während die andere Hälfte anschließend gegen Rasensport spielte.
Rasensport mit Rumpfelf
Auch aufgrund der kurzfristigen Ansetzung trat die Cornelius-Elf mit nur 14 Spielern an. Kevin Schulz, Christopher Kramer, Christopher Newe, Visar Mehmeti, Tom Schilling, Neuzugang Manuel Carvalho, Sven Freitag, Patrick Amponsah, Bo Blöcker, Yasin Diler und Luis Schmidt waren aus unterschiedlichsten Gründen nicht dabei.
VfR mit Spielkontrolle, aber FCM geht in Führung
Von Beginn an dominierte der Gast im 4-2-3-1-System die Szenerie, hatte gefühlt 70 Prozent Ballbesitz, meist in der Hälfte des Gegners. Schwerin verteidigte jedoch engmaschig und setzte auf Konter. Nach einem Aufbaufehler des VfR nutzte Schwerins Kapitän Nico Zapel dann gleich die erste Chance frei vor VfR-Keeper Jose Aguirre Dardon zum 1:0 (17.). Die nächste Konterchance der Heimelf vereitelte Christoph Kahlcke, der einst unter dem jetzigen Schweriner Sportdirektor Stefan Lau beim TSV Schilksee in der Oberliga debütiert hatte. Kahlcke nahm Paul Puppe die Kugel ab, spielte einen Steilpass auf Ola Adesanya, den dieser passieren ließ, sodass Kastriot Alija frei aufs Tor laufen konnte. Mecklenburgs Keeper Kennedy, längst warmgeschossen, hatte jedoch noch den Fuß dran und klärte zur Ecke.
Kastriot Alija mit dem 1:1
Rasensport hielt den Druck hoch, erzeugte unter anderem durch schöne Seitenverlagerungen von Kenny Korup oder Rückkehrer Radovan Karaman immer wieder Räume, oft fehlte jedoch der letzte Pass. Doch nach einer sehenswerten Direktpassaktion durchs Zentrum über Akcicek und Karaman setzte sich Ilir Serifi durch, scheiterte zunächst an Kennedy, Alija staubte im zweimaligen Nachsetzen zum 1:1 ab (37.).

FCM auf Augenhöhe
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich zunächst ein verteiltes Spiel, auch Jose Aguirre im VfR-Tor war nun stärker gefordert. Alija und Jan Lippegaus waren bei Rasensport ausgewechselt worden, wenig später auch Nick Neca. Damit waren taktische Umstellungen verbunden: Jonas Schomaker spielte in der Innenverteidigung neben Korup, Kahlcke, bis dahin Innenverteidiger, rückte anstelle von Lippegaus auf die Linksverteidigerposition. Araik Arshakyan verteidigte anstelle von Neca rechts, der statt Alija zunächst Rechtsaußen spielte, bevor Jordan Marquardt ihn ablöste. Der VfR brauchte etwas Zeit, um sich neu zu sortieren und wieder mehr Spielkontrolle zu erlangen.
„Freundschaftsspiel?“ – Teilweise durchaus hitzig
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ging es nicht immer in Freundschaftsspielatmosphäre zu. Jonas Schomakers Abräumer wurde mit Gelb bestraft. Beim FCM sah Bashir Schultz ebenfalls Gelb.
Hohes Pressing belohnt – Neuzugänge bringen VfR in Führung
In der Schlussphase hatte wieder der VfR Übergewicht. Rafael Krauses hohes Pressing im gegnerischen Strafraum führte zum Ballgewinn, Krause wurde vom zu spät kommenden Verteidiger abgeräumt. Gleichzeitig mit dem Elfmeterpfiff kam Karaman zum Schuss und traf zum 1:2 (81.). Der starke Schiedsrichter ließ den Treffer trotz heftiger Proteste der Heimelf gelten.
Turbulente Schlussphase: Rot, Ausgleich und Marquardts Lattentreffer
Nach Karamans sehr rüdem Foul an Schultz (85.) sprang der Mecklenburger auf, stürmte auf Karaman zu und checkte ihn um. Karamans Mitspieler sprachen nach Spielschluss sogar von einer Kopfnuss. Gelb für Karaman, für Schultz Gelb-Rot. Testspiel hin oder her: Dem guten Schiedsrichter Marcel Malla blieb keine andere Wahl. In Unterzahl gelang dem FCM durch Zapel dennoch der Ausgleich. Wieder ein Geschenk, diesmal ein missglückter Rückpass auf Aguirre.
In der Schlussminute folgte eine weite Ecke von Serifi auf Adesanya, der den Ball scharf nach innen köpfte. Jordan Marquardt setzte das Spielgerät ebenfalls per Kopf an die Latte. In einem Punktspiel hätte der VfR mit dem Unentschieden wohl hadern können.
Fazit: Intensives Testspiel auf gut bespielbarem Kunstrasen.
FCM Schwerin: Kennedy – Lachitt, Puppe, Stein, Leu (64. Jan Deters), Shalabai, N. N., Zapel, Hoffmann, Schultz, Pataman.
Trainer: André Sevecke.veröffentlichte seine Aufstellung nicht.
VfR Neumünster: Aguirre – Neca (56. Marquardt), Korup, Kahlcke, Lippegaus (46. Schomaker) – Akcicek, Karaman – Alija (46. Arshakyan), Serifi, Krause – Adesanya.
Trainer: Danny Cornelius.
SR: Marcel Malla (Bielefeld).
Ass.: Tom Schröder, Aaron Wirth.
Z.: 10.
Gelb-Rote Karte: FCM (86.).
Tore: 1:0 (17.) Nico Zapel, 1:1 (37.) Kastriot Alija, 1:2 (81.) Radovan Karaman, 2:2 (87.) Nico Zapel.
