Torreigen im Aufsteiger-Duell zum Oberliga-Start: ESV bezwingt Lübecker Nachwuchs nach frühem Rückstand

von Ismail Yesilyurt

Der Ausgleichstreffer von Luc Justen (vorne, Eckernförder SV) war ein markanter Punkt auf dem Weg zum Sieg. © Ismail Yesilyurt


Im Aufsteigerduell behält der Eckernförder SV gegen die U21 des Regionalligisten VfB Lübeck verdient mit 4:2 die Oberhand. Beide Teams, der ESV aus der Staffel Schleswig und der VfB aus der Staffel Holstein standen sich vor nicht ganz zwei Monaten gegenüber. In zwei Aufstiegsspielen der Tabellenzweiten der Landesliga wurde ein direkter Aufsteiger gesucht.

Die Lübecker hatten das Hinspiel mit 3:2 gewonnen, mussten aber nachträglich aufgrund eines Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers ein 0:5 im Rückspiel verdauen. Das endete 1:1.

Die Partie begann für die Grün-Weißen perfekt: Nach einer frühen Ecke köpfte Orgen Marashi das Leder bereits in der 1. Minute zur Führung ein. Doch der ESV schüttelte die anfängliche Nervosität schnell ab. Mittelfeldspieler David Wagner schilderte den Start: „Erst Mal war es natürlich der Hinrundenstart, endlich wieder Oberliga. Dementsprechend natürlich schon irgendwie was Besonderes auch für uns. Auch wenn wir mittlerweile doch erfahrene Spieler dabei haben, war auch dementsprechend der Start die ersten fünf bis zehn Minuten bisschen mit Nervosität geprägt. Und das schlug dann auch gleich um, dass VfB Lübeck eine geschenkte Ecke von uns gleich verwandeln konnte.“

ESV dreht das Spiel vor der Pause

Die Hausherren, erstmals unter der Regie von Neutrainer Mamadou Sabaly, fanden durch ihr taktisches Umschaltspiel und ihre hohe Disziplin zurück in die Partie. Nach starker Vorarbeit des jungen Jannes Röschmann war es Luc-Jonathan Justen, der den Ausgleich zum 1:1 markierte (25.). Nur vier Minuten später nutzte Rayan Hansen einen kapitalen Patzer im Lübecker Aufbauspiel eiskalt aus und drehte die Partie auf 2:1 (29.).

Coach Oliver Stutzky (VfB Lübeck II) musste bei der Startformation aufgrund Ligaabgabe wieder improvisieren. © 2024 Ismail Yesilyurt
Coach Oliver Stutzky (VfB Lübeck II). © Ismail Yesilyurt

Aus Sicht des VfB Lübeck war diese Phase symptomatisch. Trainer Oliver Stutzky haderte nach dem Abpfiff mit den Gastgeschenken: „Mit dem 1:0 war es ein perfekter Start. Danach passiert eigentlich relativ wenig auf beiden Seiten. Wir bringen uns aber um den Lohn, weil wir relativ einfache Fehler machen. Der Gegner hatte drei Möglichkeiten, von denen wir ihnen zwei schenken.“

Vorentscheidung nach der Pause

Auch im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber viel Ballbesitz und damit der Partie ihren Stempel auf. Kurz nach Wiederbeginn war es Nils Wölki, der eine Flanke von Justen mustergültig zum 3:1 einköpfte (51.). Als Maximilian Aberger nach einem Foulspiel im Strafraum die Gelb-Rote Karte sah und Leon Apitz den fälligen Elfmeter zum 4:1 verwandelte (70.), schien die Partie beim Stand von in Unterzahl spielenden Lübeckern entschieden.

Der eingewechselte Leon Apitz und der Eckernförder SV konnten in der zweiten Halbzeit den Rückstand nicht mehr wettmachen. © 2024 Ismail Yesilyurt
Mit dem Treffer von Leon Apitz (Eckernförder SV) war das Match entschieden, auch wenn die Lübecker in der Schlussphase alle Kräfte möbilisierten. © Ismail Yesilyurt

Dennoch bewiesen die Hansestädter Moral. „Dann hatten wir die letzten fünfzehn Minuten eigentlich in Überzahl, müssen es eigentlich nur noch runterspielen und wollten zu oft schnell den Konter suchen, weil Lübeck halt so hoch stand. Und haben das Spiel nicht mehr richtig kontrolliert. Und so wurde es in den letzten zehn Minuten noch so ein Schlagabtausch und das kann Lübeck dann besser lösen mit Eins-gegen-eins-Situationen und bestrafen uns auch noch einmal“, bemerkte Wagner, dass man den Gegner damit noch einmal ins Spiel holte.

Anès Hadj verkürzt auf 2:4

In der Schlussphase verkürzte Anès Hadj nach feiner Kombination und Vorarbeit von Darius Taiwo auf 2:4 (84.). Trotz weiterer Möglichkeiten in Überzahl durch Bosse Heinemeyer, Darius Taiwo und Lennox Beck reichte es für die Grün-Weißen nicht mehr für mehr.

Stutzky zog trotz der Niederlage ein positives Zwischenfazit zur Leistung: „Wir fangen uns dann und machen das 2:4 durch Anès Hadj. Danach spielen eigentlich nur noch wir. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Leistung, das Ergebnis ist aber natürlich ausbaufähig.“ Die U21 des VfB Lübeck bekommt bereits am Dienstag, den 4. August 2026, auswärts beim Oldenburger SV die Chance auf die ersten Zähler der Saison.

Rayan Hansen und Jannes Röschmann mit Top-Einstand

Beim ESV kamen mit Rayan Hansen und Jannes Röschmann zur ihrer Premiere in der höchsten Landesklasse. „Die sich mit einem Tor und einer Vorlage belohnen. Beide aus der eigenen Jugend“, freute sich David Wagner mit einem Augenzwinkern, „dann kann ich auch bald aufhören.“ Der 33- Jährige hat seine sportliche Zukunft auch schon im Kopf: Nach seiner aktiven Karriere will der Linksfuß einen Trainerjob übernehmen. Zunächst steht aber die Gegenwart an. Und die führt den Eckernförder SV am Dienstag zur fast einstündigen Fahrt in der Englischen Woche zu Nordmark Satrup, die ihr Auftaktspiel bei Phönix Lübeck II mit einer 2:4- Niederlage beendeten.

Stimme zum Spiel

David Wagner (Eckernförder SV)
  • Eckernförder SV: Till Suhr – Jannes Mohr, Jost-Bennet Andreas, Johann Schneekloth (82. Niklas Wolf) – Jannes Röschmann (46. Timo Bamler), Luc-Jonathan Justen, Philipp Helpling, David Wagner, Leon Apitz – Nils Woelki (54. Christian Peters), Rayan Hansen (64. Niclas Krause)
  • Trainer: Mamadou Sabaly
  • VfB Lübeck II: Louis Siefert – Samuel Schwoon (14. Bosse Heinemeyer),Maximilian Aberger, Timm Steiner (68. Kevin Majewski), Paul Yeboah-Boateng (79. Leo Zerbe) – Darius Taiwo, Julian Seitz (79. Serhii Filimonenko), Jordan Marquardt (61. Afif Haji Hussein), Lennox Beck – Orgen Marashi, Anès Hadj,
  • Trainer: Oliver Stutzky
  • Schiedsrichter: Frederik Simon (Heikendorfer SV)
  • Assistenten: Kevin Soll, David Lemke
  • Zuschauer: 110.
  • Gelb-Rote Karte: Aberger (70., VfB).
  • Tore: 0:1 Orgen Marashi (1.), 1:1 Luc-Jonathan Justen (25.), 2:1 Rayan Hansen (29.), 3:1 Nils Woelki (51.), 4:1 Leon Apitz (70., Strafstoß), 4:2 Anès Hadj (84.)

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