Islam Matene (Holstein Kiel II) nach seinem 2:0 gegen Kilia Kiel. © 2026 Ismail Yesilyurt
Gelungener Start für die U23 von Holstein Kiel in die Restrunde der Flens-Oberliga: Im Kieler Stadtduell setzt sich der Tabellenzweite mit 2:0 gegen Kilia Kiel durch und verkürzt den Abstand auf Spitzenreiter SV Todesfelde auf vier Punkte. Der Sieg geht insgesamt in Ordnung, auch wenn die Gastgeber in der zweiten Halbzeit einige heikle Momente zu überstehen hatten.
Abtasten nach der Winterpause
Die Partie begann verhalten. Nach der langen Winterpause war beiden Mannschaften anzumerken, dass es das erste Pflichtspiel des Jahres war. Viel spielte sich zwischen den Strafräumen ab, klare Torchancen blieben zunächst aus. Die Heimelf presste offensiv viel. Auch Kilia, auch wenn nicht so vermehrt.
Nach rund 20 Minuten wurde es erstmals gefährlich. Kilias Marc Schwabe setzte sich am Mittelkreis durch, entschied sich jedoch gegen den direkten Weg zum Tor und spielte nach außen. Durch eine Ungenauigkeit verlor der Angriff an Tempo und Torgefahr.
Hamze Muqaj trifft aus der Distanz
Holstein nutzte wenig später seine erste echte Möglichkeit. Hamze Muqaj zog aus etwa 22 Metern ab. Der Ball setzte auf dem nassen Kunstrasen des Adsch-Werner-Platzes auf und schlug links unten ein. Kilia-Keeper Tom Pachulski wurde auf dem falschen Fuß erwischt und war machtlos.
In der Folge blieb die Begegnung ausgeglichen. Beide Abwehrreihen arbeiteten aufmerksam. Besonders Drilon Trepca überzeugte bei den Gästen mit gutem Stellungsspiel und konsequenter Unterstützung der Defensive.
Druckphase und das 2:0 vor der Pause
Mit zunehmender Spieldauer gewann die Mannschaft von Trainer Willi Weiße, der am Saisonende Holstein Kiel zwei verlassen wird, an Sicherheit. Über die Flügel kam Holstein nun häufiger vor das gegnerische Tor. Nachdem Felix Boelter (Holstein Kiel II) und Marc Schwabe im Gegenzug zwei Kopfballchancen nicht verwerten können (31.), verdient sich die Mannschaft von Willi Weiße bis zum Seitenwechsel ihre Führung. So traf in der 34. Minute Cengizhan Koc, der das Holstein-Spiel aus dem Mittelfeld sehr gut dirigiert, aus der Distanz den Pfosten.

Kurz darauf prüfte Muqaj per Kopf nach Flanke von Islam Matene erneut Pachulski, der stark reagierte. Matene, von Florian Foit und Ove Witt eng und gut bewacht, zeigte mehrfach sein Potenzial. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte wurde der Algerier belohnt: Nach einer Ecke von Felix Boelter köpfte er zum 2:0 ein.
Islam Matene vorausschauend aus dem Spiel
Zur zweiten Halbzeit blieb Matene vorsichtshalber in der Kabine, da er bereits verwarnt war. „Ja, es war mir zu heiß. Ich finde, seitdem ich hier bin, habe ich schon zu oft Unterzahl gespielt und da gab es ja die eine Aktion in der ersten Hälfte und da wollte ich einfach kein Risiko eingehen. Und ich dachte mir dann, dadurch, dass er auch das zweite gemacht hat, da kann man einen Stürmer dann auch ruhigen Gewissens runternehmen“, erklärte Holstein-Trainer Willi Weiße.
Kilia mit starker Reaktion
Trotz eingeschränkter Trainingsbedingungen im Winter präsentierte sich Kilia nun deutlich verbessert. „Ich glaube, man hat nicht gesehen über neunzig Minuten, welche Mannschaft, ja seit vier Wochen nicht auf dem Platz stand und trainieren konnte und welche Mannschaft es konnte. Und von daher, habe ich den Jungs gerade gesagt, am Ende war es natürlich heute sehr leidenschaftlich, aber ist die Messlatte, die wir uns gesetzt haben heute, dass wir es können“, sagte Kilias Chefcoach Nicola Soranno
In der 49. Minute vergab Ove Witt nach einem Eckball aus kurzer Distanz die große Chance zum Anschlusstreffer gegen Lio Rothenhagen. Wenig später rettete Tim Ottilinger bei einem Kopfball auf der Torlinie für seinen bereits geschlagenen Keeper. Ein Distanzschuss von Jannis Voß zwang Rothenhagen in der 66. Minute zu einer starken Parade.
Ab dem Wiederbeginn hatte sich Holstein etwas zurückgezogen und geriet unter Druck. Ein Treffer zum 1:2 hätte der Partie eine neue Dynamik verleihen können. Doch die Gastgeber blieben stabil. „Ich hätte mir gewünscht für die Jungs, dass wir mal ein Anschlusstor gemacht hätten und dann hätte ich mal sehen wollen, wie Holstein vielleicht ein bisschen ins Schwanken gekommen wäre“, war ein Großteil der Zuschauer in einer interessanten und kurzweiligen zweiten Hälfte gleicher Meinung wie Soranno.
Konterchancen bleiben ungenutzt
Mit zunehmender Spielzeit schwanden bei Kilia die Kräfte, während Holstein auf Konter setzte. Chancen zur Vorentscheidung waren vorhanden: Ikem Ugoh per Kopf, Kjell Knaak aus kurzer Distanz sowie eine Doppelchance in der Nachspielzeit blieben neben weiteren ausbaufähigen Situatione, wo der finale Pass zu ungenau waar,ungenutzt. Pachulski verhinderte mehrfach das mögliche 3:0.

Verdienter Erfolg
Unterm Strich verdiente sich Holstein Kiel II den Sieg vor allem durch die stärkere Phase vor der Pause und dem Plus an klaren Möglichkeiten. Kilia Kiel zeigte nach dem Seitenwechsel eine beeindruckende Leistungssteigerung und verlangte dem Tabellenzweiten alles ab.
„Und aber, was noch viel wichtiger ist, dass sich die Jungs dann auch gut so in die Mannschaft eingebracht haben. Weil ich finde, dass wir heute als Gruppe und als Mannschaft einfach ein gutes Spiel gemacht haben und einfach auch gegen den Ball gab ja schon auch die eine oder andere Druckphase. Zum Beispiel, wo Kilia dann mal einen Tick drückender war, einfach gemeinsam wegverteidigt haben und so die Bereitschaft hatten, auch füreinander zu laufen“, resümierte Weiße, für dessen Team nun zwei weitere Topspiele warten.
Erst treffen die Störche am kommenden Samstag zuhause auf den Heider SV. Eine Woche danach am Sonntag kommt es zum Showdown der Regionalligaabsteiger, wenn die U23 beim Spitzenreiter SV Todesfelde antritt. Auch Kilia Kiel hat ein ordentliches Startprogramm vor der Brust. Am kommenden Freitag gegen den Tabellenvierten SV Eichede und eine Woche später beim PSV Neumünster.
Stimmen zum Spiel
Holstein Kiel II: Rothenhagen – Ottilinger, Petersen, Medlin – Boelter (83. Meyer), Koc, Ugoh, Parduzi – Muqaj (90.+2 Rüzgar), Winter – Mugaj, Matene (45. Sohn/88. Knaak)), Winter.
Trainer: Willi Weiße,
Kilia Kiel: Pachulski – Jakubowski, Foit, Witt, Meseberg (76. Waschko) – Voss – Trepca (76. Groß), Alt, Yazgan (46. Niebergall), Müller (67. Klein) – Schwabe (62. Nwokoma).
Trainer: Nicola Soranno.
SR: Malte Gerhardt (Kieler MTV).
Ass.: Sven Asmussen, Tobias Illner.
Z.: 220.
Tore: 1:0 Muqaj (22.), 2:0 Matene (45.+1).
