Timo Bamler (re., Eckernförder SV) gelingt in Überzahl rechtzeitig das 2:3, aber zu mehr reicht es gegen Rapid Lübeck nicht. © Ismail Yesilyurt
Fast schon sensationell: Der SC Rapid Lübeck spielt seine allererste Saison in der Oberliga Schleswig-Holstein und sorgt nach einem perfekten Start weiter für Furore. Nach Erfolgen gegen den Heider SV beim Saisonauftakt (3:1) und im Derby gegen Phönix II (3:1) lieferten die Lübecker am dritten Spieltag beim Aufsteigerduell auch beim Eckernförder SV und siegten mit 3:2 (3:1). Damit ist die Mannschaft um das Trainerduo Christian Arp und Dario Bilic als einziges Team der Liga noch verlustpunktfrei und grüßt sensationell von der Tabellenspitze der Flens-Oberliga.
Frühe Effizienz: Rapid schlägt eiskalt zu
Dabei hätte das Spiel vor 137 Zuschauern eine ganz andere Richtung nehmen können, wie Eckernfördes Mittelfeld-Akteur David Wagner nach der Partie analysierte: „Ja, wir kommen sehr gut rein, haben gleich super Chancen über Malte Clausen, der aus acht Metern, ja, das 1:0 machen muss.“ Statt der frühen Führung für die Gastgeber schlugen die Lübecker eiskalt zu.
Sehenswertes 1:0
Tino Arp brachte nach einer tollen One-Touch-Kombination über mehrere Stationen die Gäste in der 6. Minute mit der Pike ins lange Eck in Führung. Kurz darauf legte derselbe Spieler nach: Nach einem Ballverlust im Aufbau schoss Tino Arp (22.) – noch leicht abgefälscht durch die Beine von Timo Bamler – zum 2:0 ein. Beiden Toren gingen unnötige Ballverluste der Heimelf in der eigenen Hälfte voraus. Und es kam noch bitterer für den ESV: Nur sechs Minuten später erhöhte der schnelle Jonas Dürr nach einem perfekten Konter und Weltklasse-Steckpass von Leon Bilic in der 28. Minute gar auf 3:0 für den Aufsteiger. Alle ersten drei Schüsse der Gäste saßen.
Die ESV-Elf von Neutrainer Mamadou betrieb jedoch nicht die Vogel-Strauß-Politik. Mit viel Moral kamen die Gastgeber durch Rayan Hansen (30.), der nach einen Pass in die Schnittstelle LV/IV ausnutzte. Rapid-Keeper Maksim Galtsew war noch am Ball dran, der landete zum wichtigen 1:3-Anschlusstreffer im Netz. Noch vor dem Pausenpfiff versäumte es des ESV jedoch, den Rückstand weiter zu verkürzen.
Eckernförde drängt in Überzahl
Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Dynamik. Rapid stellte sich in seinem System kompakt etwas tiefer und lauerte auf Konter. Die Aufgabe für die Gäste wurde zusätzlich erschwert, als Raphael Theiss nach einer Notbremse an Nils Wölki (ein Festhalten an der Hose) in der 55. Minute die Rote Karte sah.

Timo Bamler verkürzt auf 2:3
Eckernförde drängte danach vehement auf den Ausgleich. Nach einer Eckballvariante traf Timo Bamler in der 60. Minute aus der Drehung im Strafraum zum 2:3, womit die Hausherren endgültig witterten. David Wagner beschrieb das Gefühl auf dem Platz: „Ich hatte das die ganze Zeit das Gefühl, wir schaffen es noch mindestens den Ausgleich zu machen, wenn nicht sogar zu gewinnen.“
Rapid bringt Sieg über die Zeit
Trotz optischer Überlegenheit und Überzahl in der Schlussphase reichte es für die Gastgeber jedoch nicht mehr ganz zum 3:3, da Rapid leidenschaftlich verteidigte und den knappen Vorsprung über die Zeit brachte. Während Eckernförde trotz starker Leistung mit leeren Händen dastand, feierten die Gäste aus der Hansestadt einen historischen Saisonstart an der Tabellenspitze.
Unter dem Strich musste auch Wagner anerkennen: „Ja, Rapid: gute junge Mannschaft. War für uns mehr möglich. Deswegen schade, aber sie waren halt effektiver vorm Tor und dementsprechend dann ist es im Fußball so, dass du dann auch leider verdient gewinnst.“
Der Eckernförder SV hat dem 4:2 gegen den VfB Lübeck II und 1:2 in Satrup nun drei Punkte auf dem Konto. Am kommenden Freitag hängen im Heimspiel gegen die U23 von Holstein Kiel die Trauben sehr hoch. Hat der ESV die passende Leiter? Auf den Spitzenreiter wartet auf dem heimischen Kunstrasenplatz Kasernenbrink das nächste Derby gegen die U21 des VfB Lübeck. Gibt es die nächste historische Bestmarke?
Stimme zum Spiel
- Eckernförder SV: Till Suhr – Timo Bamler, Jost-Bennet Andreas, Johann Thomas Schneekloth – Rayan Hansen (46. Leon Apitz), Ole Altendorf, Philipp Helpling (71. Jannes Mohr), David Wagner, Jannes Röschmann (63. Ömer Dagtekin) – Nils Woelki (71. Niclas Krause), Malte Clausen (46. Christian Peters),
- Trainer: Mamadou Sabaly
- SC Rapid Lübeck: Maksim Galtsew – Kevin Knott, Kevin Voeks (88. Emeraude Betani-Baku), Raphael Theiss, Emmanuel Rivera – Ivan Taritas (84. Walid El Gafsi), Leon Bilic – Lasse Meier, Tino Arp (90.+8 Aidan Cann), Phil Morr (60. Mario Nagel) – Jonas.Dürr (86. Maksym Kozodoiev),
- Trainer: Christian Arp
- Schiedsrichter: Claudius Bohnke (SV Eichede)
- Assistenten: Mika Baghai-Anaraki, Tom Domberger
- Zuschauer: 137
- Rote Karte: Theiss (55., Rapid)
- Tore: 0:1 Tino Arp (6.), 0:2 Tino Arp (22.), 0:3 Jonas Dürr (28.), 1:3 Rayan Hansen (30.), 2:3 Timo Bamler (60.)
