Luca Brügmann (Reinfeld) gegen Jannis Brandt (MTSV). © 2025 Olaf Wegerich
Bitterer Rückschlag für den MTSV Hohenwestedt. Im Heimspiel gegen den Tabellenletzten SV Preußen Reinfeld kassiert die Mannschaft von Trainer Arend Müller nach der wohl schlechtesten Saisonleistung eine ernüchternde 0:3 (0:3)-Heimniederlage und befindet sich nun wieder im Abstiegskampf. Drei völlig desolate Minuten in der ersten Hälfte, die Reinfeld zu drei Toren nutzte, reichten gegen erschreckend ideenlose Gastgeber, um als verdienter Sieger vom Platz zu gehen. Trotz der bereits sechsten Heimniederlage halten die Gastgeber den 11. Platz, können aber am Sonntag noch vom TuS Rotenhof überholt werden. Die Mannschaft von Axel Junker verlässt nach dem zweiten Erfolg in Serie erstmals seit dem 6. Spieltag den letzten Tabellenplatz, könnte aber am Sonntag noch von Inter Türkspor Kiel eingeholt werden.
MTSV mit Schnoor und Dreierkette
Bei den Gastgebern stand Henrik Schnoor, der für das Spiel erst am Morgen aus Zagreb eingeflogen war, in der 3-5-2-Startformation, wie sie schon in Heide recht erfolgreich praktiziert wurde, auf der linken Abwehrseite. Mit dem erkrankten Louis Klatt und dem gesperrten Felix Ploog war die übliche Viererkette gesprengt.

Die Mannschaft von Trainer Arend Müller, der erstmals seit seiner erfolgreichen Operation wieder an der Seitenlinie stand, erwischte zunächst einen recht guten Start und hatte Pech mit einem Abseitstor, dem allerdings zurecht die Anerkennung verweigert wurde.
Ein frühes Geschenk des Reinfelder Torhüters Matthies Meyer, der Tjark Sievers ohne Not anspielte, wusste der überraschte Hohenwestedter nicht richtig zu nutzen, da er auch sofort von zwei Abwehrspielern erfolgreich am Torschuss gehindert wurde.
Drei Gegentore in drei Minuten
Dann kamen die wilden drei Minuten, die den Gastgebern komplett das Genick brachen. Zunächst fuhren die Gäste einen zielstrebigen Angriff über die rechte Seite, und die scharfe Hereingabe von Lennox Beck landete am ersten Pfosten, wo Torhüter Mats Hinrichs in seinem 230. Oberligaspiel, Torben Matz sowie der Reinfelder Angreifer Marvin Miljic im unübersichtlichen Getümmel um den Ball stritten. Dabei versuchte Hinrichs den Ball wegzuschießen und traf Miljic (22.) so unglücklich, dass der Ball zur Gästeführung im Tor landete.
Ballverlust von Behnke wird bitter bestraft
Dann verlor Michael Behnke in der Vorwärtsbewegung den Ball an Timon Henk (23.). Der machte einige Schritte, zog aus gut 18 Metern ab und traf unhaltbar für Hinrichs in den rechten Giebel.

Zweites Traumtor von Henk
Doch damit nicht genug. Knapp 120 Sekunden später eine nahezu identische Situation, als erneut Timon Henk in zentraler Position diesmal aus gut 20 Metern zum Abschluss kam und mit Hilfe der Lattenunterkante den dritten Gästetreffer erzielte.
MTSV ohne Ideen und Zweikampfhärte
Obwohl Trainer Arend Müller und Co-Trainer Florian Kramme immer wieder versuchen, mit lautstarken Ansagen das Team wachzurütteln, verfällt der MTSV nach den drei schnellen Gegentoren zunehmend in Schockstarre. Dabei ist Reinfeld alles andere als ein angsteinflößender Gegner, aber der MTSV hat einfach einen rabenschwarzen Tag erwischt, an dem ihnen nichts gelingen will. Oft gehen wichtige Zweikämpfe verloren oder Pässe landen im Niemandsland.
Knaak mit der Chance auf den Anschlusstreffer
So plätschert das Spiel bis zur Pause dahin, ehe Kjell Knaak nach einem langen Ball am bis dahin nahezu beschäftigungslosen Torhüter Matthies Meyer mit einem halbhohen Ball ins lange Eck scheitert.

Hinrichs verhindert weiteren Gegentreffer
Nach einer wohl mehr oder weniger deutlichen Halbzeitansprache von Trainer Arend Müller sind die Gastgeber bereits Minuten vor Wiederanpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Jannik Romahn auf dem Platz und haben Megadusel, dass Torhüter Mats Hinrichs (48.) unmittelbar nach Wiederanpfiff eine Riesenchance der Gäste mit einer starken Parade an den Pfosten lenken kann.
MTSV nicht zwingend genug
In der zweiten Hälfte finden die Gastgeber auch langsam besser in das Spiel, ohne dabei große Dominanz zu versprühen. Weiterhin ist das Spiel zu fehlerbehaftet, sodass Reinfeld leichtes Spiel hat, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Zwar kommen Tjark Sievers mit einem Freistoß (67.), Killian Pingel mit einer Direktabnahme (67.), René Helmcke mit einem Distanzschuss sowie Kjell Knaak überhastet über das Tor, aber die Gäste laufen nie ernsthaft Gefahr, den Anschlusstreffer zu kassieren.
Bei ihren wenigen Konterchancen hatten die wesentlich zielstrebiger agierenden Gäste die Chance, weitere Treffer nachzulegen. Spätestens nach der sechsten Niederlage im erst neunten Heimspiel gilt festzuhalten, dass der MTSV einen regelrechten Heimkomplex entwickelt hat.
Stimmen zum Spiel
MTSV Hohenwestedt: Hinrichs – Schnoor, Behnke (46. Hirsch), Brandt (74. Dolling) – Kochanski, Matz (46. Helmcke), Tjark Sievers, Rathje (46. Schwarz), Engbrecht – Pingel, Knaak.
Trainer: Arend Müller.
SV Preußen Reinfeld: Meyer – Böckelmann, Vogel, Böbs – Nagorny, Möller (90.+6 Yussef), Henk (89. Schlatow), Brügmann, Beck (70. Czeschel) – Miljic (69. Schmalfeld), Kaben (76. Dankert).
Trainer: Axel Junker.
Schiedsrichter: Jannik Romahn (SV Hemmingstedt).
Assistenten: Jannes Flaszynski und Maik Tams.
Zuschauer: 180 auf dem Sportplatz Wilhelmshöhe in Hohenwestedt.
Tore: 0:1 Marvin Miljic (22.), 0:2 Timon Henk (23.), 0:3 Timon Henk (25.).
