Norina Körfer und Stephan Mohr sorgen für Harmonie im Bösdorfer Frauen-Chor

von Michael Felke

Die Frauen von Fortuna Bösdorf befinden sich auf einem positiven Weg. ©Fortuna Bösdorf


Nicht zu beneiden war Stephan Mohr zu Beginn der Saison. Der Fußballobmann und Trainer der Frauenmannschaft des SV Fortuna Bösdorf musste fünf Spielerinnen, die seit Jahren das Rückgrat seiner Mannschaft bildeten, ersetzen. Für den umtriebigen, aber kleinen Dorfverein – weit weg von allen Ballungszentren – eine Aufgabe, an der nicht wenige gescheitert wären. Doch der SV Fortuna Bösdorf trotzte allen Widrigkeiten und rangiert nach zehn Spielen mit 14 Punkten auf dem siebten Platz.

„Einfach kann jeder“, sagte sich Stephan Mohr, der im ersten Schritt mit Pauline Otte, Lisa Weiß, Sarah Lembke und Sarah Jürgens vier Spielerinnen reaktivierte. Im zweiten Schritt gelang es dem ehemaligen Berufssoldaten sieben junge Spielerinnen für sein Team zu gewinnen, die zwar zum großen Teil noch nie auf dem Großfeld gespielt hatten und außerdem keine Landesligaerfahrung besaßen, aber mit Herz und viel Leidenschaft von Beginn an bei der Sache waren. „Die Mädels musste ich gleich ins kalte Wasser werfen. Eigentlich hat jede, die am Spieltag da war, auch gespielt. Bei unserem kleinen Kader kommt es auf jede einzelne an“, freut sich Trainer Mohr über das Engagement von Selina Mielke, Hanna Beuck, Neele Hansen, Sarah Tegge, Sina Thomsen, Rosalie Jaus und Franziska Wirth.

Franziska Wirth, Judith Huber am Ball, Lina Beuck. © Stephan Mohr
Franziska Wirth, Judith Huber am Ball, Lina Beuck. © Stephan Mohr

Spielzüge und taktische Varianten auf Landesliganiveau waren verständlicherweise nur in Grundzügen vorhanden. Die Bösdorferinnen besannen sich klugerweise darauf, dass zu spielen, was man kann: einfachen Fußball ohne Schnörkel, konsequente Abwehrarbeit und klarer Zug zum Tor. „Spielsituationen einfach lösen. Ein schnelles Umschalten auch mit langen Bällen oder weiten Abschlägen haben uns einige Treffer beschert“, schildert Mohr, dessen Schachzug, auf eine Spieleröffnung zu verzichten und auf „Karo-einfach“ zu setzen, schnell gefruchtet hat. Torjägerin Lina Beuck (11 Treffer) kam voll auf ihre Kosten und wurde von der umsichtigen Passgeberin Johanna Lange immer wieder mit Bällen „gefüttert“. In der Abwehr bestach Helena Melzer mit enormen Einsatz und weit überdurchschnittlicher Zweikampfquote. Und im Tor wuchs Inken Nüser über sich hinaus. Die Feldspielerin vertrat die etatmäßige Torfrau Jasmin Matysiak, die als Schiedsrichterin in die Regionalliga aufstieg und an den meisten Spieltagen nicht zur Verfügung steht, gleich sieben Mal.

Kapitänin Norina Körfer ist der Ruhepol im Bösdorfer Team. © Stephan Mohr
Kapitänin Norina Körfer ist der Ruhepol im Bösdorfer Team. © Stephan Mohr

„Wir können mit dem Erreichten sehr zufrieden sein, dürfen uns aber nicht ausruhen. Fünf Punkte Abstand zur Abstiegszone sind nur auf den ersten Blick beruhigend. Die Klasse ist sehr ausgeglichen. Ein Durchhänger reicht, und schon ist man unter Druck“, mahnt der Fortuna Coach, der vor allem auf den Gemeinschaftssinn der Mannschaft setzt. „Da macht Norina Körfer, unsere Mannschaftsführerin, sehr viel. Norina hat immer Zeit für ein Gespräch, ist sehr ausgleichend und tut viel für die Harmonie“, weiß Stephan Mohr, dass gerade der Zusammenhalt in einem Dorfverein Bäume versetzen kann.

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