Volker Bernaschek vor der Verteilung der Auszeichnungen. Der Mitorganisator und PSV-Obmann ist der Vater des Hallen-Masters. © Ismail Yesilyurt
Letzte Auflage am 2. Weihnachtsfeiertag?
Wird die 46. Auflage des Neumünsteraner Hallenfußballturniers am 2. Weihnachtsfeiertag in der Holstenhalle die vorerst letzte Veranstaltung sein, oder gibt es doch noch eine Zukunft für die traditionsreiche Veranstaltung?
Wirtschaftliche Gründe geben den Ausschlag
So viel ist sicher. „Ich und der PSV Neumünster werden das Turnier nicht weiter austragen“, bestätigte Fußballobmann Volker Bernaschek gegenüber Youkick auf Nachfrage. Obwohl die Sponsorengelder für das beliebte Turnier weiterhin stabil blieben, reichte es am Ende nicht. „Das hat ausschließlich wirtschaftliche Aspekte. Die Holstenhallen haben eine Preisanpassung für die Hallenmiete vorgenommen, die auch nachvollziehbar ist“, räumte Bernaschek ein. Daher ist die getroffene Entscheidung ein Gebot der Vernunft, künftig auf eine Austragung zu verzichten. „Wir hatten über 20 Jahre einen guten Preis und sind dabei immer gut rausgekommen. Es ist allerdings auch schade, dass damit ein gewaltiges Stück Tradition verloren geht“, hegt der umtriebige Bernaschek auch keinen Groll gegen die Hallenbetriebe.
Erinnerungen an die Anfänge
Dabei kann sich der langjährige Fußballobmann des PSV noch an ganz andere Zeiten erinnern. „Bei der ersten Veranstaltung war ich noch als Spieler dabei. Damals hat uns die Stadt die Holstenhalle einmal im Jahr gratis zur Verfügung gestellt. 1980 wurde das Turnier vom FC Union ins Leben gerufen. Seit der Fusion 1996 hat der PSV die Organisation übernommen. Dabei gab es auch Turniere, die wir zusammen mit dem Kreis oder dem VfR organisiert haben. Insgesamt waren es wohl mindestens 20 Turniere, die vom PSV ausgerichtet wurden. Neben dem Reitturnier ist unsere Veranstaltung die zweitgrößte in Neumünster und hat eine gewisse Tradition.“

Nicht immer am 2. Weihnachtsfeiertag
Dass die Veranstaltung am 2. Weihnachtsfeiertag ausgetragen wird, war nicht immer so. „Das erste Turnier wurde im Februar gespielt. Als ich noch selbst kurze Hosen getragen habe, musste unser Trainer einige Spieler nach Hause schicken, weil alle dabei sein wollten“, kann sich der ehemalige Union-Spieler Bernaschek noch gut an die Anfangsjahre erinnern, als alle Spieler darauf brannten, in der Holstenhalle zum Einsatz zu kommen.
Publikumsmagnet mit großer Strahlkraft
Stets eine feste Größe war die große Beliebtheit – nicht nur beim Neumünsteraner Publikum. Das Turnier in der Holstenhalle war über Jahrzehnte fester Bestandteil des Neumünsteraner Sportkalenders und sorgte neben der großen sportlichen Rivalität regelmäßig nicht nur für guten Sport, sondern auch immer wieder für viele Emotionen – sowohl bei den Spielern als auch unter den stets zahlreich vertretenen Fanlagern.
Hoffnung auf gute Zuschauerzahlen zum Abschied
„Wir waren immer gut besucht und hatten meist zwischen 1100 und 1500 Besucher in der Halle. Im letzten Jahr waren wir bei den Zuschauerzahlen erstmalig nicht vierstellig, hatten aber auch nur acht Mannschaften am Start. Jetzt sind wieder zehn Mannschaften dabei, und ich hoffe, was die Zuschauerzahlen betrifft, dass wir wieder an alte Zeiten anknüpfen können“, ist Bernaschek zuversichtlich, was die vorerst letzte Veranstaltung betrifft.
Eingespieltes Organisationsteam im Einsatz
Damit das Turnier wie seit Jahren reibungslos über die Bühne geht, ist viel Vorlauf vonnöten. Dabei kann sich Bernaschek auf ein eingespieltes, hoch motiviertes Helferteam verlassen. „Wir sind im Organisationsteam immer zwischen zwölf und 14 Leute, die mit anpacken und Hand in Hand arbeiten. Wir hatten schon viele tolle gemeinsame Erlebnisse. Gerd Freisler vom Kreisfußballverband ist einer von vielen Freiwilligen und seit 25 Jahren im Orga-Team. Jan Malte Ganz übernimmt seit Jahren die Funktion als Hallensprecher und hat den Posten von Helmut Röhrs übernommen, der zuvor über Jahre die Veranstaltung moderiert hat. Es macht richtig viel Spaß, immer die gleichen Gesichter zu sehen“, kann sich Bernaschek auch diesmal auf ein eingespieltes Team verlassen.
Rückkehr zum Parkettboden
Zuletzt wurde in Neumünster seit 2022 dreimal auf Kunstrasen gespielt. Da jedoch der TuS Hartenholm als Eigentümer des Kunstrasens am 20. Dezember die Kreishallenmeisterschaften für den Kreis Segeberg austrägt, wird bei der vorerst letzten Veranstaltung wieder auf Parkettboden gespielt.
