Kilias Lucas Groß macht seinem Namen alle Ehre – 3 Tore gegen Phönix II

von Ismail Yesilyurt

Das Sahnehäubchen auf eine starke Performance – Lucas Groß (Kilia Kiel) per Heber über Vladyslav Galytsky (1. FC Phönix Lübeck II). © 2026 Ismail Yesilyurt


Ein perfekter Start ins Wochenende für den FC Kilia Kiel: Unter dem Flutlicht des heimischen Stadions feierten die Kilianer am Freitagabend ein Schützenfest gegen die U23 des 1. FC Phönix Lübeck. Beim 6:1 (4:0)-Erfolg überzeugte der Tabellenvierte der Oberliga Schleswig-Holstein mit gnadenloser Effizienz und einem überragenden Lucas Groß, der den „Adlerträgern“ gleich drei Eier ins Nest legte.

Dass es für beide Mannschaften tabellarisch – Kilia auf Platz vier, Phönix auf sieben – eigentlich um nichts mehr geht, war auf dem Kunstrasenplatz am Hasseldieksdammer Weg zu keiner Sekunde spürbar. Von Beginn an legten beide Mannschaften ein Tempo vor, das brutal hoch war. Während die Kilianer aber ihre Chancen in der Box kreierten, versuchten es die Lübecker mit gefährlichen Schüssen, die allesamt knapp das Ziel verfehlten, vor der Strafraumgrenze. So unter anderem durch Tedj Hadj und ein paar Mal durch Ben Jablonski.

Lucas Groß: Ein „Ersatz“ mit Hattrick-Qualitäten

Herausragender Akteur des Abends war Lucas Groß. Der Neuzugang vom Heider SV rückte für den erkälteten Mark Schwabe in die Startelf und nutzte seine Chance eindrucksvoll. Mit drei Treffern und einem enormen läuferischen Pensum war er der ständige Unruherdherd der Kieler Offensive.

Trainer Nicola Soranno war nach Abpfiff voll des Lobes für seinen Angreifer: „Lukas hat sich heute von Beginn an belohnt – mit drei unfassbaren Toren. Er hätte sogar noch eins mehr machen können. Hut ab, ich freue mich vor allem für ihn.“

Auch im Dienst der Mannschaft unterwegs - Lucas Groß (Kilia Kiel) gegen Robie Seibt (re., 1. FC Phönix Lübeck II). © 2026 Ismail Yesilyurt
Auch im Dienst der Mannschaft unterwegs – Lucas Groß (Kilia Kiel) gegen Robie Seibt (re., 1. FC Phönix Lübeck II). © 2026 Ismail Yesilyurt

Mit dabei ist auch ein sehenswerter Treffer des 21-Jährigen zum 5:0. Auf engsten Raum überlupft Groß einen Gäste-Spieler. Und hat dann auch vor Keeper Vladyslav Galytsky die Ruhe und Cleverness eines Harry Kane, um auch den Schlussmann mit einen Heber zu überwinden.

Die Grundlagen für den verdienten Erfolg, der vielleicht um zwei Tore zu hoch ausfiel, sind die Effizienz, die die Kilianer in der ersten halben Stunde an den Tag legen und der unübersehbare Erfolgswille der größten Torfabrik der Liga mit 75 Treffern. Man kam bei der Betrachtung der Action auf dem Platz zu der Feststellung, dass die Gastgeber noch um die Meisterschaft spielen würden. Soviel Ehrgeiz, Power und Einsatzbereitschaft steckt in der Vorstellung des Tabellenvierten.

Überfall-Fußball schockt Phönix II

Bereits in der 7. Minute eröffnete Groß den Torreigen, ehe Jeppe Waschko nur drei Minuten später auf 2:0 erhöhte. Kiel agierte mit einer Energie, als ginge es im Endspurt der Oberliga-Saisonnoch um die Meisterschaft. Diese Leidenschaft imponierte auch Nicola Soranno: „Man hat das Gefühl, wir spielen um was, obwohl wir es tabellarisch nicht tun. Das ist einfach der Charakter dieser Mannschaft.“ Auch der Trainer selbst war an der Seitenlinie bis zum Schlusspfiff mit 100 Prozent dabei: Mit der Energie, die sein Team zeigte.

Die Gäste aus Lübeck hingegen wirkten in der Anfangsphase durch die vielen Diagonalbälle und tiefen Bälle aus dem Kieler Mittelfeld völlig überrumpelt. Zwar blitzte das fußballerische Potenzial der jungen Talente in einigen Aufbausituationen auf, doch in der Defensive fehlte Stabilität.

Groß und Jeppe Waschko zum frühen Wirkungstreffer

Wie beim 1:0. Jannis Voß wird bei seinem Tiefenlauf bedient, bringt den Ball ins Zentrum, wo Groß gedankenschneller als Niko Simsek ist und am Torraum ins linke Eck einschießt. Jeppe Waschko erhöhte kurz darauf auf 2:0. Wieder hatte die Abwehrreihe der Gäste nicht aufgepasst. Wobei der Schnittstellenpass von Philipp Spohn schon weltklasse war.

Tino Klein (Kilia Kiel) trifft hier gegen Louis Grobauer (1. FC Phönix Lübeck II) zum 4-0-Pausenstand. © 2026 Ismail Yesilyurt
Tino Klein (Kilia Kiel) trifft hier gegen Louis Grobauer (1. FC Phönix Lübeck II) zum 4-0-Pausenstand. © 2026 Ismail Yesilyurt

Auch der von Linksverteidiger Tom Warncke, der später verletzt raus musste, in der 25. Minute. Wobei die Hansestädter in ihre eigene Abseitsfalle auf Höhe der Mittellinie tappten: Auf der linken Seite hob Kevin Knott das Abseits auf und rechts marschierte der Spieler des Tages durch und umkurvte Galytsky zum 3:0. Tino Kleins 4:0 (45.) aus spitzem Winkel im Strafraum schraubten das Ergebnis noch vor der Pause auf ein deprimierendes 0:4 aus Sicht von Phönix hoch.

„Wir waren in der Anfangsphase überhaupt nicht da“

Lübecks Trainer Kevin Wölk fand nach dem Spiel deutliche Worte für den Auftritt seiner Elf in den ersten 45 Minuten: „Wir waren in der Anfangsphase überhaupt nicht da. Uns wurde heute aufgezeigt, dass Struktur gegen so eine Mannschaft wie Kilia alles ist. Wir hatten Jungs auf dem Platz, die den Anspruch haben, höher zu spielen – aber das habe ich heute nicht gesehen.“

Halbzeitfazit: 30 Minuten lang rupften die Landeshauptstädter die Adler, nutzten vier ihrer sechs Chancen sehr effizient und belohnten sich für ein klasse Vorstellung. In der letzten Viertelstunde gestaltete sich die Begegnung dann auf Augenhöhe.

Phönix zeigt Moral, Kilia setzt den Schlusspunkt

Das setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort. Wobei Kilia Kiel nun das Ergebnis im zweiten Abschnitt nicht passiv, sondern aktiv verteidigte mit Offensivpressing. Nach einem Hin und Her zeigte zum Ende hin die Wölk-Truppe schließlich, welches Potential im Regionalliga-Unterbau schlummert. Phönix hatte nun seine besten Torchancen, aber in der aufkeimenden Phase, in der die Lübecker dem nächsten Treffer dieser Partie näher kamen, schlug erneut Lucas Groß eiskalt zu und markierte mit dem Tor des Tages seinen dritten Treffer zum 5:0 (75.). Zuvor hatte der agile Stürmer schon mit einem Flugkopfball gegen den gut reagierenden Keeper Galytsky für einen weiteren Höhepunkt gesorgt.

Torschütze Kevin Knott (1. FC Phönix Lübeck II) am Ball gegen Drilon Trepca (Kilia Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt.JPG
Torschütze Kevin Knott (1. FC Phönix Lübeck II) gegen Drilon Trepca (li., Kilia Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

Zwar gelang Kevin Knott in der 82. Minute noch der verdiente Ehrentreffer, nach einem Eckball stand der Torschütze völlig blank am langen Pfosten, für die Moral der „Adlerträger“, doch den Schlusspunkt setzte Drilon Trepca in der 90. Minute zum 6:1-Endstand. Wölk nahm die deutliche Niederlage trotz des „kaputten Wochenendes“ als Lerneffekt mit: „Es ist gut, dass man mal was vor die Hörner bekommt. Das ist Material, mit dem wir für die Entwicklung der Jungs arbeiten können.“

Mit diesem Sieg festigt Kilia Kiel seinen Status als Heimmacht, während Phönix Lübeck II die englischen Wochen nutzen muss, um schnellstmöglich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Stimmen zum Spiel

Kevin Wölk (Trainer 1. FC Phönix Lübeck)
Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)

26. Spieltag – Oberliga SH

Datum Begegnung Erg.
17.04.26 FC Kilia Kiel – 1. FC Phönix Lübeck II 6:1
17.04.26 Eutin 08 – Heider SV 3:1
18.04.26 MTSV Hohenwestedt – TSV Nordmark Satrup -:-
18.04.26 TuS Rotenhof – Kaltenkirchener TS -:-
18.04.26 PSV Union Neumünster – SV Todesfelde -:-
18.04.26 SV Preußen Reinfeld – SV Eichede -:-
19.04.26 Inter Türkspor Kiel – Holstein Kiel U23 II -:-
19.04.26 VfR Neumünster – Oldenburger SV 1865 -:-
Pos Verein Sp. Bilanz Tore Pkt.
1 SV Todesfelde (Ab) 25 21-2-2 67:24 62
2 Holstein Kiel U23 II (Ab) 25 16-4-5 64:24 52
3 FC Kilia Kiel 26 15-4-7 75:34 49
4 SV Eichede 23 14-7-2 51:23 49
5 Heider SV 26 12-5-9 52:53 41
6 VfR Neumünster 23 12-3-8 50:42 39
7 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) 24 11-4-9 52:46 37
8 Polizei SV Union Neumünster 24 10-5-9 53:45 35
9 Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf) 24 9-5-10 39:47 32
10 TSV Nordmark Satrup 23 9-3-11 31:33 30
11 Oldenburger SV 24 7-4-13 47:63 25
12 MTSV Hohenwestedt 24 6-3-15 36:56 21
13 TuS Rotenhof 24 5-6-13 40:64 21
14 Eutin 08 24 5-6-13 26:52 21
15 Inter Türkspor Kiel (Auf) 25 6-2-17 27:66 20
16 SV Preußen Reinfeld 24 3-3-18 28:66 12

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