„Ich hoffe, da passiert nichts mehr“

von Olaf Wegerich

Szene aus dem Hinspiel mit Mathis Harms (Heider SV) und Görkem Güvenir (re., Kaltenkirchener TS). © 2025 Volker Schlichting


Auf den Heider SV wartet am kommenden Samstag um 14.00 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei der Kaltenkirchener TS eine harte Bewährungsprobe. Der Aufsteiger konnte unter Trainer Martin Genz aus den letzten sechs Heimspielen fünf Siege einfahren. Lediglich dem TSV Nordmark Satrup gelang es, einen Punkt aus dem Marschweg-Stadion zu entführen. Das Hinspiel zum Saisonauftakt ging mit 4:0 deutlich an die Dithmarscher, doch zwischenzeitlich ist der Aufsteiger vor allem dank seiner Heimstärke längst in der Oberliga angekommen und hat sich dabei ein sattes Polster von bereits 20 Punkten erarbeitet. Auch bei der 0:3-Niederlage bei Spitzenreiter SV Todesfelde im Kreisderby am letzten Sonntag hätte die KTS aufgrund ihrer mutigen und couragierten Spielweise ein deutlich besseres Ergebnis verdient gehabt.

Heider SV mit fünf neuen Ausfällen

Der Heider SV reist als bestes Auswärtsteam der Liga nach Kaltenkirchen, hat aber allerlei Sorgen im Gepäck. Mit Patrick Storb und Steffen Neelsen stehen zwei wichtige Spieler aus dem Abwehrverbund wegen der fünften gelben Karte nicht zur Verfügung. Der stets fleißige Yusef Abdelrahman sah beim Spiel der Heider U23 in Jevenstedt für eine Notbremse die rote Karte und wird ebenfalls fehlen. Hinzu kommt, dass Angreifer Hendrik Fleige aufgrund seiner Zerrung im Oberschenkel definitiv ausfallen wird. Beim Dienstagstraining verletzte sich dann auch noch Kreativspieler Fabian Arndt, als er sich bei der letzten Aktion einen Muskelfaserriss zuzog und ebenfalls fehlen wird. Trainer Markus Wichmann nahm es mit Galgenhumor: „Am letzten Wochenende musste ich noch einem Spieler absagen. Jetzt stehen mir nur noch 13 Feldspieler zur Verfügung. Ich hoffe, da passiert nichts mehr.“

Jubelt Hendrik Fleige (Heider SV) auch im Topspiel gegen die U23 von Holstein Kiel. © 2025 Volker Schlichting
Hendrik Fleige (Heider SV). © 2025 Volker Schlichting

„Wir fahren da als Favorit hin. So wollen wir auch auftreten“

Doch trotz des wieder einmal stark geschrumpften Kaders hat Wichmann volles Vertrauen in die ihm noch zur Verfügung stehenden Spieler und äußert sich hier zum bevorstehenden Spiel in Kaltenkirchen: „Wir fahren da als Favorit hin. So wollen wir auch auftreten. Wir wollen die drei Punkte da mitnehmen. Die KTS hat nach dem Trainerwechsel ordentlich Punkte eingeheimst. Wir haben sie schon auf Video gesehen oder schon vom Hinspiel kennengelernt. Eine schnelle Truppe, die jetzt auch anfängt, Fußball zu spielen. Gute Zweikampfführung – das wird eine richtig schwere Aufgabe für uns. Gerade dort, aber wir sind darauf vorbereitet und würden gerne so lange wie möglich den 2. Platz innehalten und werden alles versuchen, die drei Punkte mitzunehmen.“

Von Kreis- in die Oberliga: Tarek von Böhlen gelingt Sprung

Aus einer guten Heider Mannschaft, die sich gegen den MTSV Hohenwestedt mit 4:2 durchsetzen konnte, ist vor allem die Entwicklung von Tarek von Böhlen beachtlich, der im letzten Jahr noch in der Kreisliga gespielt hatte. Dazu sagte Hannes Nissen, der Geschäftsführer des Heider SV: „Tarek ist phänomenal reingekommen aus der Kreisliga. Er macht es herausragend gut und hat auch noch ganz viel Potenzial. Er ist ein Supertyp und bringt eine gute Stimmung in das Team.“ Zum letzten Heimspiel des Jahres sagte Nissen: „Wir haben trotz vieler Fehler verdient gewonnen.“

Tarek von Böhlen (Heider SV) gegen Tom Zarpe (PSV). © 2025 Olaf Wegerich
Tarek von Böhlen (Heider SV) gegen Tom Zarpe (re., PSV). © 2025 Olaf Wegerich

Ähnlich wie für seinen Trainer ist aber auch für Nissen die Marschroute vor dem Spiel im Marschweg-Stadion klar definiert: „Wir sind optimistisch und gewillt, die gute Form zu halten und auch in Kaltenkirchen den nächsten Dreier zu holen. Das wird sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe. Eine Mannschaft, die gut in Form ist, die viele Punkte geholt hat unter dem neuen Trainer. Aber wir fahren da natürlich hin, um drei Punkte zu holen. Das ist ganz klar das Ziel, und dementsprechend werden wir es auch angehen.“

Mannschaft von Neutrainer Martin Genz selbstbewusst

Aber auch bei der Kaltenkirchener TS geht man selbstbewusst in das Kräftemessen mit dem amtierenden Vizemeister. Trainer Martin Genz schildert hier seine Sicht der Dinge vor dem Heimspiel gegen den Heider SV: „Die Ausgangssituation ist für uns unverändert. Wir haben wieder ein Spiel gegen eine Topmannschaft der Liga. Zuerst waren wir beim Tabellen­ersten, jetzt haben wir den Tabellenzweiten zu Besuch. Das ist natürlich immer eine spannende Herausforderung für uns.

Ich fand auch unser Spiel gegen Todesfelde sehr gut. Mit etwas mehr Spielglück und mit der einen oder anderen Torchance, wenn wir sie machen, habe ich schon die Hoffnung, dass da etwas geht – auch jetzt gegen Heide. Natürlich ist Heide der absolute Topfavorit in dem Spiel, nichtsdestotrotz finde ich unseren Fußball momentan sehr erfrischend, und es bringt auch als Neutraler Spaß zuzusehen.

Trainer Martin Genz (Kaltenkirchener TS). © 2025 Ismail Yesilyurt
Trainer Martin Genz (Kaltenkirchener TS). © 2025 Ismail Yesilyurt

Von daher bin ich optimistisch, dass wir auch zu Hause, wo wir ja eine gewisse Heimstärke zeigen konnten, mindestens einen Punkt bei uns lassen können. Vielleicht gelingt uns ja auch eine ganz große Überraschung mit einem Dreier. Das wäre im Kampf gegen den Abstieg natürlich ein ganz großes Ding. 17 bis 20 Punkte werden wir sicher noch brauchen. Von daher haben wir jetzt erst die halbe Miete und können und wollen uns daher aktuell überhaupt nicht ausruhen.“

Nur zwei Kicker aus dem KTS-Kader nicht dabei

Personell sieht es beim Aufsteiger auch gut aus. Bis auf Jan Zimmermann und Jannes Arps kann Trainer Martin Genz auf den vollen Kader zurückgreifen.

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