Das Spiel bezog seine Attraktivität durch die vielen intensiven Zweikämpfe – hier ist Emyre Kayali (RS Kiel) erfolgreich im Tackling gegen Paul Richter (Eckernförder SV). © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Eckernförder SV hat im Topspiel der Landesliga Schleswig seine Klasse unter Beweis gestellt und sich mit einem 2:0-Auswärtssieg bei der SSG Rot-Schwarz Kiel durchgesetzt. In einer intensiven, kampfbetonten Partie war es am Ende vor allem die Cleverness der Gäste, die den Unterschied machte.
Kampfspiel auf schwierigem Geläuf
Schon vor dem Anpfiff war klar: Dieses Spiel würde kein fußballerischer Leckerbissen, sondern ein echter Fight werden. Genau das bestätigte sich über 90 Minuten. Eckernfördes Trainer Maik Haberlag brachte es nach dem Spiel treffend auf den Punkt: „Es war klar, dass es viele persönliche Duelle gibt und dass es auf Kleinigkeiten ankommt – Einwürfe, Ecken, Standards oder auch mal ein Fehler im Strafraum.“
Erschwert wurde das Spiel zusätzlich durch den Platz, der schmal und in keinem optimalen Zustand war. Kombinationen blieben Mangelware, stattdessen prägten Zweikämpfe und zweite Bälle das Geschehen.
Standard bringt die Führung
Torchancen waren in der ersten Halbzeit rar, doch eine Standardsituation brachte die Entscheidung ins Rollen: Ein Freistoß von Henrik Stöterau fand Jost-Bennet Andreas, der den Ball per Kopf zur 1:0-Führung (21.) ins Tor verlängerte. Haberlag zeigte sich zufrieden mit dem Matchplan: „Wir haben es den Stürmern schwer gemacht, Druck aufzubauen. Das hat uns später in der zweiten Hälfte richtig gutgetan.“
Chancenplus trotz Unterzahl
Auch nach der Pause blieb die Partie intensiv. Eckernförde hatte die besseren Möglichkeiten, ließ jedoch zunächst mehrere gute Chancen liegen – unter anderem durch Nils Wölki und Ole Altendorf. Die Kieler hatten nach einem Standard in der 70. Minute gleich drei Mal in einer Szene den Torschrei auf den Lippen. Doch Julian Zülsdorf köpfte den Ball auf der Torlinie weg und auch Keeper Till Suhr war noch am Ball.

Besonders brenzlig wurde es in der Schlussphase: Nachdem Haberlag bereits sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, verletzte sich Julian Zülsdorf am Knie. Die Gäste mussten rund 15 Minuten in Unterzahl überstehen.
Der Trainer kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Zustand des Platzes deutlich: „Da waren richtige Löcher – das geht eigentlich nicht. Genau an so einer Stelle ist es dann passiert. Also ich glaube, es war trotzdem der Zweikampf, der dann zu dieser Verletzung geführt hat.“ Trotz Unterzahl zeigte der Eckernförder SV schließlich große Moral – und hatte sogar die klareren Chancen.
Entscheidung in der Nachspielzeit
In der 93. Minute fiel schließlich die Entscheidung: Nach einem stark ausgespielten Konter blieb die Gäste-Offensive eiskalt und traf zum 2:0-Endstand. Haberlag war entsprechend begeistert: „Ich war sehr, sehr stolz auf die Mannschaft – wie wir das Spiel angenommen haben und die letzten Minuten dann so durchgezogen haben.“

Rot-Schwarz trotz Niederlage mit Top-Saison – Eckernförde mit Top-Ausgangslage
Zwar steckt das Team aus Kiel mit nur vier Punkten aus den letzten fünf Spielen in einer kleine
Ergebniskrise, aber die Mannschaft des engagierten Headcoaches Ove Saß spielt bisher eine unerwartet starke Saison. Vor dem Beginn der Spielzeit 2025/26 sahen viele Experten die Mannschaft aus den Kieler Stadtteilen Kronsburg und Meimersdorf als Kellerkind.
Der Eckernförder SV hingegen bleibt Zweiter und untermauert seine Ambitionen auf eine sofortige Rückkehr in die Oberliga eindrucksvoll. Die Defensive steht stabil, die Serie wächst auf 14 Spiele ohne Niederlage – eine echte Ansage im Rennen um den Relegationsplatz zwei zur Oberliga.
Fazit: Mentalitätssieg mit Signalwirkung
Dieses Spiel war kein Spektakel, aber ein echter Gradmesser. Der Eckernförder SV hat gezeigt, dass er nicht nur spielerisch, sondern auch kämpferisch bestehen kann – selbst in Unterzahl und unter schwierigen Bedingungen. Kiel hingegen fehlten die Ideen und die Durchschlagskraft. Eckernförde dagegen hat mit diesem Sieg nicht nur drei Punkte geholt, sondern auch ein klares Signal an die Konkurrenz gesendet.
Stimme zum Spiel
SSG Rot-Schwarz Kiel: Ruether – Kiewald, Elsner (83. Jarik), Hopp – Hillmer (72. Lemke) – Kannenberg (72. Suchocki), Kayali, Backhaus, Lohr (86. Koop) – Zeller, Iheagwaram.
Trainer: Ove Saß.
Eckernförder SV: Suhr – Bamler, Andreas (60. Knittel), Zülsdorff, Wolf, Huber (57. Mohr) – Stöterau (66. Wagner), Sachse, Justen – Apitz (72. Altendorf), Wölki (74. Dagtekin).
Trainer: Maik Haberlag.
SR: Thao-Vy Nguyen (IF Stj. Flensborg).
Ass.: Lennart Kunde, Lukas Zänker.
Z: 120.
Tore: 0:1 Jost Andreas (21.), 0:2 Luc Justen (90.+3).
26. Spieltag – Landesliga Schleswig
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 18.04.26 | SpVg Eidertal Molfsee – TSV Hattstedt | 4:0 |
| 18.04.26 | TSV Friedrichsberg-B. – SVE Comet Kiel | 6:3 |
| 18.04.26 | SSG Rot-Schwarz Kiel – Eckernförder SV | 0:2 |
| 18.04.26 | TSV Kropp – TSV Kronshagen | 2:2 |
| 18.04.26 | SC Weiche Flensburg 08 II – TSV Klausdorf | 5:2 |
| 19.04.26 | TSV Rantrum – Heider SV II | 11:0 |
| 19.04.26 | TSB Flensburg – SV Frisia 03 | 2:1 |
| 19.04.26 | TuS Jevenstedt – SV Dörpum | 0:1 |
Tabelle Landesliga Schleswig
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TSB Flensburg (Ab) | 25 | 92:21 | 71 |
| 2 | Eckernförder SV (Ab) | 25 | 56:24 | 55 |
| 3 | SpVg Eidertal Molfsee (Ab) | 26 | 82:52 | 46 |
| 4 | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 25 | 67:38 | 46 |
| 5 | SSG Rot-Schwarz Kiel | 24 | 50:46 | 44 |
| 6 | SC Weiche Flensburg 08 II | 25 | 63:48 | 41 |
| 7 | TSV Klausdorf | 25 | 63:52 | 41 |
| 8 | TSV Rantrum | 25 | 84:50 | 40 |
| 9 | SV Dörpum | 25 | 58:51 | 34 |
| 10 | TSV Kronshagen | 26 | 32:36 | 29 |
| 11 | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 25 | 49:68 | 28 |
| 12 | TSV Kropp | 25 | 36:58 | 24 |
| 13 | TSV Hattstedt (Auf) * | 26 | 41:69 | 22 |
| 14 | TuS Jevenstedt | 25 | 30:59 | 21 |
| 15 | SVE Comet Kiel (Auf) | 26 | 38:89 | 14 |
| 16 | Heider SV II (Auf) * | 26 | 38:118 | 9 |
