Lasse Böttcher und Arne Schmuck vom SHZ-Verlag bei der Übergabe der Torjägerkanone. © 2026 Olaf Wegerich
Nach vielen vergeblichen Versuchen ist dem TuS Nortorf in der letzten Saison endlich der lange anvisierte Aufstieg in die Landesliga gelungen. Das lag neben einer ganz starken Mannschaftsleistung und einem neuen Trainer, der viele positive Impulse setzte, vor allem an der Treffsicherheit von Lasse Böttcher, der mit 31 erzielten Treffern auch Torschützenkönig in der Verbandsliga West wurde.
Die von Ligaobmann Patrick Mohr stimmig zusammengestellte Mannschaft dominierte die Verbandsliga West nach Belieben und konnte mit 16 Punkten Vorsprung auf Verfolger TSV Heiligenstedten frühzeitig den Meistertitel einfahren.
Unter Ex-Regionalliga- und Oberligaspieler Jan-Niclas Bräunling, der auf seiner ersten Trainerstation gleich den Meistertitel einfahren konnte, verlor die TuS-Liga nur ein Spiel und ist seit 25 Punktspielen unbesiegt.
Die in allen Mannschaftsteilen stark besetzten Mittelholsteiner wurden über die gesamte Saison ihrer Favoritenrolle jederzeit gerecht und dürfen sich nun in der Landesliga beweisen. Neben der besten Defensive mit nur 23 Gegentoren ragte vor allem die Angriffsreihe mit 105 erzielten Treffern heraus.
Herausragend dabei: Lasse Böttcher, der aus allen Lagen trifft und mit seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor für viel Furore gesorgt hat. Zusammen mit Malte Lucht – der ebenfalls 17 Tore zum Meistertitel beisteuern konnte – war der 27-jährige Böttcher einer der vielen Garanten für den souveränen Aufstieg.
Verdienter Lohn für Lasse Böttcher und seine herausragende Saison: Der gebürtige Neumünsteraner erhielt am letzten Mittwoch vor dem mit 2:0 gewonnenen Testspiel gegen den Oberligisten VfR Neumünster von SHZ-Redakteur Arne Schmuck die Torjägerkanone. Natürlich ging der Führungstreffer auch auf das Konto von Böttcher.
Auch Trainer Jan-Niclas Bräunling weiß um den Wert von Böttcher und ist von seinen Qualitäten für die Mannschaft überzeugt. „Lasse ist nicht nur ein sehr, sehr wichtiger Spieler für die Mannschaft, sondern für uns im Trainerteam ein wichtiger Ansprechpartner und ein super Typ! Auf dem Feld habe ich selten einen Spieler erlebt, der so viel für die Mannschaft arbeitet. Zusätzlich hat er eine gute Technik und hatte in der letzten Saison dann auch gerade im 16er einen guten Abschluss und stand häufig da, wo ein Stürmer stehen muss.
Für die kommende Saison traue ich Lasse wieder eine gute Saison zu. Ich glaube, dass seine Entwicklung noch nicht am Ende ist.“

Interview mit Lasse Böttcher
Was bedeutet dir der Gewinn der Torjägerkrone?
Der Gewinn der Torjägerkrone bedeutet mir sehr viel. In der vergangenen Saison hatte ich mir die Marke von 20 Toren als Ziel gesetzt. In der Rückrunde bin ich dann richtig in einen Lauf gekommen und hatte dieses Ziel relativ schnell erreicht. Deshalb wollte ich anschließend unbedingt auch noch die 30-Tore-Marke knacken. Dank meiner Teamkollegen, die vor allem in den letzten Spielen alles dafür gegeben haben, dass ich die Torjägerkanone bekomme, und weil ich den großen Rückhalt der gesamten Mannschaft gespürt habe, ist mir auch das gelungen. Als Stürmer ist eine solche Auszeichnung etwas ganz Besonderes. Trotzdem möchte ich betonen, dass meine Teamkollegen einen ganz erheblichen Anteil an diesem Erfolg haben.
Was hast du dir für die kommende Saison sportlich vorgenommen?
Ich möchte mich auch in der Landesliga beweisen und noch mehr Verantwortung übernehmen, damit wir als Mannschaft wieder oben mitspielen können. Natürlich hoffe ich, dass ich die Euphorie und den Flow, den ich seit der Rückrunde als Stürmer verspüre, mit in die neue Saison nehmen kann und der Mannschaft weiterhin mit meinen Toren helfe.
Du spielst schon seit über zehn Jahren im Verein. Wie ist diese außergewöhnliche Vereinstreue zu erklären, und gab es schon einmal Angebote von höherklassigen Vereinen für dich?
Für mich ist der TuS Nortorf etwas ganz Besonderes und spielt eine wichtige Rolle in meinem Leben. Mit vielen meiner Mitspieler spiele ich schon seit vielen Jahren zusammen, und wir haben ein außergewöhnlich enges Verhältnis zueinander. Gerade in meiner besonderen Situation, dass ich aus Hamburg zu jedem Training und jedem Spiel anreise, spüre ich seit vielen Jahren die Unterstützung, den Rückhalt und das Vertrauen des Vereins sowie meines Trainerteams.
Der TuS Nortorf bedeutet für mich vor allem die enge Verbundenheit mit meinen Mitspielern. Deshalb nehme ich die weite Anreise gerne auf mich, und ein Vereinswechsel kam für mich bislang nie ernsthaft infrage.
