Bönebüttel-Husberg nutzt seine Chancen konsequenter

von Markus Till

Hannes Schallert (in weiss, hier noch für den PSV Neumünster), machte den Deckel zum Sieg zu. © 2023 Olaf Wegerich

Der SV Bönebüttel-Husberg hat sich im Duell mit dem TSV Flintbek mit 3:1 durchgesetzt und nach Einschätzung beider Seiten verdient gewonnen. Während die Gastgeber vor allem durch ihre deutlich höhere Qualität bei den Torchancen überzeugten, fehlte Flintbek trotz einer engagierten und phasenweise feldüberlegenen Vorstellung die nötige Konsequenz im letzten Drittel.

Flintbek muss an der Seitenlinie improvisieren

Der TSV Flintbek musste die Begegnung unter ungewöhnlichen personellen Voraussetzungen bestreiten. Trainer Stephan Mordhorst und auch Co-Trainer Marcel Naeve standen nicht zur Verfügung. Daher übernahm Torwarttrainer Lars Naeve die Verantwortung an der Seitenlinie und leitete die Geschicke der Mannschaft.

Die Gäste ließen sich von dieser Situation zunächst jedoch nichts anmerken und nahmen den Schwung aus ihrer guten Leistung der Vorwoche mit nach Bönebüttel. Vor allem hinsichtlich Intensität und Einsatzbereitschaft zeigte sich Flintbek von Beginn an präsent und fand gut in die Begegnung.

Belohnt wurde der ordentliche Auftakt mit der frühen Führung. Niklas Kock brachte den TSV mit einem direkt verwandelten Freistoß in Front. Anschließend entwickelte sich jedoch eine weitgehend ausgeglichene Partie, in der die Hausherren zunehmend gefährlicher wurden.

Flintbek musste in der ersten Hälfte gegen den kräftigen Wind anspielen. Dadurch besaß Bönebüttel-Husberg auch die besseren Möglichkeiten. TSV-Spieler Andreas Büssau sprach nach der Partie seinem Torhüter Tjark Klarmann sein Lob aus.

Tjark Klarmann hatte nicht viel zu tun, musste aber zwei Mal hinter sich greifen. © 2023 Ismail Yesilyurt
Der TSV Flintbek blieb dank der überragenden leistung von Tjark Klarmann nach 45 Minuten weiter im Spiel. © 2023 Ismail Yesilyurt

„Tjark hat einige Bälle überragend gehalten. Das Spiel hätte da auch schon kippen können“, erklärte Büssau. Dennoch gelang den Gastgebern noch vor der Pause der Ausgleich zum 1:1.

Syben sieht zahlreiche vergebene Möglichkeiten

Bönebüttels Trainer Thorsten Syben bewertete die erste Hälfte deutlich zugunsten seiner Mannschaft. Der Pausenstand habe den tatsächlichen Verlauf nur unzureichend widergespiegelt. „Zur Halbzeit steht es nur 1:1. Wir hatten zweimal den Pfosten und zweimal die Latte“, sagte Syben. Seine Mannschaft hätte nach seiner Einschätzung bereits zu diesem Zeitpunkt mit vier oder fünf Toren führen können.

Dass die Begegnung zur Pause dennoch offen war, lag neben der mangelnden Chancenverwertung der Hausherren auch an den starken Paraden des Flintbeker Torhüters. Während Bönebüttel-Husberg wiederholt gefährlich zum Abschluss kam, blieb Flintbek durch das Unentschieden weiter im Spiel.

Wind wird zum unfreiwilligen Vorlagengeber

Nach dem Seitenwechsel erwischte zunächst der TSV die bessere Phase. Flintbek kam mit viel Druck aus der Kabine, drängte die Hausherren zurück und verpasste es, die gute Phase mit einem weiteren Treffer zu belohnen. Stattdessen schlug der Wind auf der anderen Seite entscheidend zu. Ein eigentlich am Tor vorbei gehender Ball wurde durch eine Böe aufgehalten und ins Flintbeker Gehäuse getragen.

Büssau sprach rückblickend von einem „richtigen Eiertor“: „Der Ball wäre sonst daneben gegangen. Der Wind hat ihn aufgehalten und tatsächlich ins Tor getragen.“ Der unglückliche Gegentreffer veränderte den Charakter der Partie. Flintbek versuchte mit Rückenwind weiterhin Druck auszuüben, fand spielerisch aber nicht mehr konsequent genug zu klaren Abschlüssen.

Flintbek fehlt die Durchschlagskraft

Die Gäste besaßen nun zwar mehr Spielanteile, konnten daraus aber kaum zwingende Torgefahr entwickeln. Zu häufig griff der TSV zu langen Bällen, die über das gesamte Spielfeld flogen und keinen Abnehmer fanden.

„Wir waren feldüberlegen, haben aber keine Torchancen herausgespielt“, bilanzierte Büssau. Seine Mannschaft habe es nicht so umgesetzt, wie sie es sich in der Halbzeitpause vorgenommen hatte.

Bönebüttel-Husberg blieb dagegen durch Konter gefährlich. Erneut verhinderte der Flintbeker Torhüter Klarmann zunächst eine frühere Entscheidung, zudem rettete einmal der Pfosten für die Gäste. In der Schlussphase führte schließlich ein weiterer Gegenstoß zum 3:1 und damit zur Entscheidung.

Beide Seiten sprechen von verdientem Heimsieg

Trotz der unterschiedlichen Wahrnehmung einzelner Spielphasen herrschte bei der Bewertung des Ergebnisses weitgehend Einigkeit. Büssau bezeichnete die Partie insgesamt als ausgeglichen, sah den Erfolg der Gastgeber wegen der deutlich besseren Chancenqualität aber als verdient an.

„Das muss man einfach so festhalten. Gratulation an Bönebüttel“, sagte der Flintbeker Büssau. Unzufrieden sei seine Mannschaft vor allem mit der fehlenden Konsequenz im Angriff. Mit Intensität und Leidenschaft könne man dagegen durchaus zufrieden sein und nach dem nun folgenden spielfreien Wochenende wieder an die Leistung anknüpfen. Syben sprach ebenfalls von einem „hochverdienten Sieg“ seiner Mannschaft. Besonders gefiel ihm, wie couragiert die Gastgeber nach der Pause auftraten und den Vorsprung schließlich verteidigten.

Bönebüttel bleibt beim Klassenerhalt im Soll

Nach sieben Saisonspielen steht Bönebüttel-Husberg nun bei zwölf Punkten. Für Syben befindet sich der Aufsteiger damit voll im Soll. Der Klassenerhalt bleibe das primäre Ziel, betonte der Trainer. Seine Mannschaft komme jedoch immer besser in der Liga an und gewöhne sich zunehmend an die starken Gegner.

„Jeder Punkt zählt im Moment“, erklärte Syben. Der Erfolg gegen Flintbek war für ihn daher nicht nur verdient, sondern auch ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum angestrebten Ligaverbleib.

Stimmen zum Spiel

Andreas Büssau (TSV Flintbek)
Thorsten Syben (Trainer SV Bönebüttel-Husberg)
  • SV Bönebüttel-Husberg: Erik Kühl – Tobias Milz, Maxime Vollstedt, Yannick Wulf, Tom-Louis Hartz – Hannes Schallert (89. Steffen Todt), Jaden Döbler (75. Yannick Greier), Fynn Rose, Jan Lipke, Henrik Clausen (67. Bo Blöcker) – Lukas Bente (89. Yannick Gläske)
  • Trainer: Thorsten Syben
  • TSV Flintbek: Tjark Klarmann – Corvin Rehder, Andreas Buessau (85. Rojan Eren), Florian Wischnewski (65. Malik Ferhat) – Christoph Rober, Niklas Kock, Jan Ratjen, Max Arnecke – Toke Koerner (73. Alexander Schiefelbein), Sebastian Klimmek, Joshua Vinh Grimm
  • Trainer: Lars Naeve
  • Schiedsrichter: Tim Schröder
  • Assistenten: Jannes Neufert, Kian Rohwerder
  • Zuschauer: 67
  • Tore: 0:1 Niklas Kock (15.), 1:1 Jaden Döbler (29.), 2:1 Yannick Wulf (54.), 3:1 Hannes Schallert (85.)

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