Heider SV mit dem 1:1 gegen den TuS Rotenhof gut bedient

von Olaf Wegerich

Tarek von Böhlen (Heider SV) gegen Cedric Nielsen (TUS Rotenhof). © 2026 Olaf Wegerich

Der Heider SV bleibt auch im dritten Punktspiel unter dem neuen Trainer Leif Hahn ungeschlagen, muss sich am 7. Spieltag der Flens-Oberliga beim 1:1 (1:0) vor eigenem Publikum gegen den TuS Rotenhof aber mit einem Punkt begnügen. In einem durchschnittlichen Oberligaspiel brachte Hendrik Fleige (38.) die Gastgeber kurz vor der Pause in Führung. Nach dem Seitenwechsel konnte der TuS durch einen von Felix Knuth (56.) sicher verwandelten Foulelfmeter vor 350 Zuschauern im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße den 1:1-Ausgleichstreffer erzielen. Vor allem in der zweiten Hälfte zeigten die Gastgeber einen mutlosen und enttäuschenden Auftritt und hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn der TuS Rotenhof aufgrund einer Vielzahl von Chancen den Platz als Sieger verlassen hätte. Durch das erneute Remis verharren die Dithmarscher weiter in der unteren Tabellenhälfte. Der TuS Rotenhof klettert nach dem vierten Remis auf den 12. Platz.

Storb, Selcuk und Arndt wieder im Kader

Mit Patrick Storb, Azat Selcuk und Fabian Arndt standen drei der zuletzt ausgefallenen Heider Spieler zumindest wieder im Kader. Zum Einsatz kamen alle in der zweiten Hälfte. Lediglich Vasyl Tanchak, der aber bereits wieder am Training teilnimmt, schaffte nicht den Sprung in den Spieltagskader.

Der Heider SV begann wieder mit Thede Reimers als alleinigem Sechser, davor aber mit zwei Zehnern (Mathis Harms und Hendrik Fleige). „In der offensiven Besetzung wollten wir teilweise sogar mit drei Spielern in den offensiven Zwischenräumen agieren, um diesen Bereich gezielt zu überladen und dort Überzahlsituationen zu schaffen. Das war bewusst so angelegt und sollte uns ermöglichen, zwischen den Linien mehr Anspielstationen und Kombinationen zu erzeugen“, erklärte Heides Trainer Leif Hahn die Positionierungen gegenüber Youkick.

Mats Henke (TUS Rotenhof) hier gegen Jonah Gieseler (Heider SV) hatte Pech mit einem Lattentreffer. © 2026 olaf Wegerich
Mats Henke (TUS Rotenhof) hier gegen Jonah Gieseler (Heider SV) hatte Pech mit einem Lattentreffer. © 2026 olaf Wegerich

Struck mit der ersten Chance

Die Gäste begannen zunächst sehr schwungvoll und hatten durch einen Flachschuss, den Felix Struck (4.) nach einem Freistoß von Mats Henke aus der eigenen Hälfte knapp neben den zweiten Pfosten setzte, eine erste gute Gelegenheit.

Die Gastgeber befanden sich in der Folge zwar stets in der Vorwärtsbewegung, doch gegen die kompakte Hintermannschaft der Gäste gab es zunächst kein Durchkommen, weil viele gut gemeinte Pässe einfach keinen Abnehmer fanden.

Die Mannschaft von Trainer Leif Hahn spielte geduldig weiter, hatte viel Ballkontrolle, und nach einer flachen Hereingabe des aufgerückten Lennart Busch von der linken Seite kann Hendrik Fleige (16.) im Zentrum den Ball unter Bedrängnis nicht richtig unter Kontrolle bringen.

Vier Minuten später kann Mika Kieselbach eine scharfe Hereingabe von Mathis Harms mit dem Kopf nicht richtig verwerten.

Auf der Gegenseite scheitert der Ex-Heider Jann-Ole Fiebelkorn (21.) mit einem harmlosen Abschluss nach einem langen Ball von Felix Knuth.

Nur zwei Minuten später ist Christopher Thomsen im Heider Tor erstmals ernsthaft gefordert, als er einen Flachschuss von Cedric Nielsen (23.) von der Strafraumgrenze abwehren muss.

Mathis Harms (Heider SV) glänzte als Vorbereiter beim Führungstreffer hier gegen Lorenz Billerbeck (TUS Rotenhof). © 2026 Volker Schlichting
Mathis Harms (Heider SV) glänzte als Vorbereiter beim Führungstreffer hier gegen Lorenz Billerbeck (TUS Rotenhof). © 2026 Volker Schlichting

Fleige mit dem Führungstreffer – Harms glänzt als Vorbereiter

In einem intensiven, aber auf beiden Seiten auch immer wieder fehlerbehafteten Spiel können die Heider durch einen trockenen, halbhohen Schuss von Hendrik Fleige (38.) auf Höhe der Strafraumgrenze noch vor der Pause in Führung gehen. Dass der Treffer überhaupt fallen konnte, war ein Verdienst von Mathis Harms, der sich zuvor robust gegen zwei Gegenspieler behaupten konnte und dann perfekt für Fleige auflegte.

Hahn mit erster Halbzeit zufrieden

„Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit ein wirklich gutes Spiel gemacht haben. Wir hatten viel Kontrolle und Struktur im Ballbesitz und haben auch gegen den Ball sehr ordentlich gearbeitet. Nach Ballverlusten wollten wir bewusst hoch gegenverteidigen und dadurch mögliche Kontersituationen früh unterbinden. Das ist uns in der ersten Halbzeit überwiegend gut gelungen. Was uns gefehlt hat, war, unsere Vorteile und die guten Räume, die wir teilweise gefunden haben, noch häufiger in klare Situationen im letzten Drittel zu bringen. Trotzdem hatten wir einige gute Abläufe. Insbesondere unser Tor war aus meiner Sicht sehr gut herausgespielt und ein gutes Beispiel dafür, wie wir die Räume im Zentrum bespielen wollten“, zeigte sich Heides Trainer Leif Hahn von dem Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten sehr angetan.

Jann-Ole Fiebelkorn (TUS Rotenhof) gegen Thede Reimers (Heider SV). © 2026 Olaf Wegerich
Jann-Ole Fiebelkorn (TUS Rotenhof) gegen Thede Reimers (Heider SV). © 2026 Olaf Wegerich

Rotenhof nach der Pause wie verwandelt

Das sollte sich nach dem Wiederanpfiff des wieder einmal souverän die Partie leitenden Tim Marvin Meyer vom TuS Hartenholm schlagartig ändern, denn nach dem Seitenwechsel übernahmen erst einmal die Gäste aus Rendsburg das Kommando und schnürten die Heider in deren Hälfte förmlich ein. Dabei wusste die Mannschaft von Trainer Henning Knuth, die nun unbekümmert aufspielte und sich eine Vielzahl von Torchancen erspielte, auch spielerisch zu überzeugen.

Freistoß von Henke an die Latte

Die Gastgeber standen in dieser schwierigen Phase, als die Gäste vollends die Kontrolle übernahmen, massiv unter Druck und hatten zunächst Glück, dass ein abgefälschter Freistoß von Mats Henke (49.) nur die Torlatte touchierte.

Rotenhof trifft durch Foulelfmeter von Knuth zum Ausgleich

Nach einem Foulspiel von Rafail Lampros an dem durchgebrochenen Cedric Nielsen gab es einen Foulelfmeter für die Gäste, den Felix Knuth (56.) eiskalt zum 1:1-Ausgleichstreffer verwandelte.

Felix Knuth (TUS Rotenhof) verwandelt den Foulelfmeter zum 1-1 Ausgleich. © 2026 Olaf Wegerich
Felix Knuth (TUS Rotenhof) verwandelt den Foulelfmeter zum 1-1 Ausgleich. © 2026 Olaf Wegerich

Heide mit vielen Einwechselungen

In einer sehr zerfahrenen Partie brachte Heide nach einer Stunde mit Patrick Storb (für Marvin Wolf) und Fabian Arndt (für Helge Kroeger) frische Kräfte. Vor allem Storb mit seiner Kopfballstärke – so zumindest der Plan – hätte bei möglichen Standards für die entscheidenden Momente sorgen können.

Nur sieben Minuten später musste auch Geburtstagskind Jonah Gieseler – der am Samstag seinen 29. Geburtstag feierte – entkräftet den Platz verlassen. „Jonah war unter der Woche etwas angeschlagen und hatte kleinere muskuläre Probleme. In der zweiten Halbzeit hat er es dann gespürt. Deshalb wollten wir hier bewusst kein Risiko eingehen“, begründete Coach Hahn die Vorsichtsmaßnahme.

Für Gieseler kam Azat Selcuk, der sich nach überstandener Fußverletzung gleich prächtig einfügte und für einigen Wirbel sorgte. Auch Mathis Harms und Rafail Lampros gingen leicht angeschlagen in das Spiel und wurden später ausgewechselt.

Doch es dauerte bis zur 74. Minute, ehe die Gastgeber nach einem langen Ball von Mathis Harms, den Mika Kieselbach nicht richtig verwerten konnte, mit viel Wohlwollen den Ansatz einer Torchance für sich verbuchen konnten.

Kopfballduell der Kapitäne. Jonah Gieseler (Heider SV) gegen Felix Knuth (TUS Rotenhof). © 2026 Olaf Wegerich.
Kopfballduell der Kapitäne. Jonah Gieseler (Heider SV) gegen Felix Knuth (TUS Rotenhof). © 2026 Olaf Wegerich.

Knuth trifft den Pfosten

Deutlich zielstrebiger und entschlossener agierten die Gäste, die vierzehn Minuten vor Spielende sogar zu einer Doppelchance kamen. Zunächst trifft Felix Knuth aus dem Gewühl mit einem Flachschuss nur den Torpfosten – hier wäre Christopher Thomsen im Heider Tor völlig chancenlos gewesen –, dann landet der Ball beim eingewechselten Henry Grothopp (76.), dessen sofortigen Schussversuch die Heider mit vereinten Kräften blocken können.

Dann beruhigt sich das Spiel für einige Minuten, aber den Gastgebern, die defensiv zwar sehr kompakt stehen, gelingt in der Vorwärtsbewegung kaum einmal eine Aktion. Immer wieder sorgen Fehlpässe für Ballverluste, die der TuS seinerseits für schnelle Umschaltaktionen nutzt.

Selcuk scheitert knapp

Erst in den Schlussminuten wird es noch einmal richtig wild, und dann können sich die Heider durch den gut aufgelegten Azat Selcuk (90.), der über die rechte Außenbahn zunächst zwei Gegenspieler aussteigen lässt und dann aus wenigen Metern knapp verzieht, endlich die erste gute Gelegenheit der zweiten Hälfte herausspielen.

Torhüter Tobias Quincke vom TUS Rotehof erwischte einen starken Tag. © 2026 Volker Schlichting
Torhüter Tobias Quincke vom TUS Rotehof erwischte einen starken Tag. © 2026 Volker Schlichting

Monsterparade von Thomsen gegen Lahrs

Auf der Gegenseite zwingt der eingewechselte Jonte-Noel Lahrs (90.+1) mit einem Schlenzer aus gut zwanzig Metern Richtung rechten Giebel den Heider Torhüter Christopher Thomsen zu einer Monsterparade.

Kurz danach wird noch Kenneth Traulsen bei seinem Schussversuch geblockt, und ein abgefälschter Ball des spät eingewechselten Thies Bütow bringt ebenfalls keinen Erfolg.

Die letzte Aktion gehört den Gastgebern, als der glücklose Mika Kieselbach (90.+3) einen Chipball von Azat Selcuk nur knapp verfehlt.

Doch den Siegtreffer hatte der Heider SV an diesem Tag nicht verdient. Mit dem Remis sind die Dithmarscher nach der zweiten Hälfte gut bedient.

Heides Trainer Leif Hahn und Schiedsrichter Tim Marvin Meyer vom TUS Hartenholm hatten den perfekten Austausch. © 2026 Olaf Wegerich
Heides Trainer Leif Hahn und Schiedsrichter Tim Marvin Meyer vom TUS Hartenholm hatten den perfekten Austausch. © 2026 Olaf Wegerich

Heides Trainer zieht Bilanz

Gegenüber unserem Medium analysierte Heides Trainer Leif Hahn noch einmal ausführlich die zweite Hälfte und schilderte detailliert, warum sich die Gastgeber dabei so schwer taten. „Unser Ziel für die zweite Halbzeit war, genau an diese Leistung aus der ersten anzuknüpfen. Das ist uns dann leider nicht ausreichend gelungen. Rotenhof wurde deutlich intensiver, und wir haben gleichzeitig durch einige einfache Fehler sowie eine insgesamt zu schnelle und teilweise unkontrollierte vertikale Spielweise zunehmend die Kontrolle über das Spiel verloren. Dadurch haben wir zu viele Ballverluste produziert und Rotenhof immer wieder Umschaltsituationen ermöglicht.

Das war aus meiner Sicht auch der Hauptgrund dafür, dass wir uns nach vorne deutlich weniger klare Situationen erspielen konnten. Wenn uns die Kontrolle und die saubere Struktur im Ballbesitz fehlen, werden auch die offensiven Räume schwieriger zu bespielen. Die Wechsel haben daran zunächst wenig verändert, weil das Problem weniger in einzelnen Positionen oder Spielern lag, sondern eher darin, dass wir als Mannschaft nicht mehr die gleiche Ruhe, Verbindung und Absicherung im Spiel hatten wie in der ersten Halbzeit. Dadurch wurden unsere Offensivspieler, unabhängig davon, wer auf dem Platz stand, deutlich seltener in gute und verwertbare Situationen gebracht.

Rotenhof hatte in dieser Phase dann auch gute Umschaltsituationen und Chancen. In den letzten zehn Minuten haben wir noch einmal deutlich mehr Druck entwickelt.“

Insgesamt zeigte sich der Heider Coach aber mit dem Endergebnis zufrieden. „Unterm Strich war aufgrund unserer ersten Halbzeit vielleicht mehr für uns drin. Über die gesamten 90 Minuten betrachtet, gerade weil Rotenhof in der zweiten Halbzeit ebenfalls gute Umschaltsituationen und Chancen hatte, ist das Unentschieden aus meiner Sicht wohl gerecht.“

Stimmen zum Spiel

Henning Knuth (Trainer TuS Rotenhof)
Hendrik Fleige (Heider SV)
Patrick Storb (Heider SV)
  • Heider SV: Thomsen – Busch, Lampros (71. von Böhlen), Neelsen, Kroeger (60. Arndt) – Reimers – Wolf (60. Storb), Gieseler (67. Selcuk), Harms (85. Abduljabar), Fleige – Kieselbach.
  • Trainer: Leif Hahn.
  • TuS Rotenhof: Quincke – Braun (81. Bütow), Billerbick, Bienwald, Ohm – Felix Knuth, Kenneth Traulsen (75. Jacob) – Struck (75. Lahrs), Nielsen, Henke (67. Grothkopp) – Fiebelkorn (75. Gersteuer).
  • Trainer: Henning Knuth.
  • Schiedsrichter: Tim Marvin Meyer (TuS Hartenholm).
  • Assistenten: Nic Ströhnisch und Philip Zeich.
  • Zuschauer: 350 im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße in Heide.
  • Tore: 1:0 Hendrik Fleige (38.), 1:1 Felix Knuth (56. Foulelfmeter).

Tabelle

Oberliga Schleswig-Holstein
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (↑ 2) Holstein Kiel II 7511 22:91316
2. (↓ 1) VfR Neumünster 7511 19:91016
3. (↑ 4) FC Kilia Kiel 7421 17:9814
4. (↓ 3) SC Rapid Lübeck (N) 7403 13:13012
5. (5) TSB Flensburg (N) 7322 19:11811
6. (↑ 7) 1.FC Phönix Lübeck II 7322 19:18111
7. (↓ 6) Oldenburger SV 7313 16:17-110
8. (8) TSV Nordmark Satrup 7313 12:14-210
9. (↑ 10) Kaltenkirchener TS 7223 12:1208
10. (↓ 9) PSV Neumünster 6222 11:13-28
11. (11) Heider SV 7223 10:19-98
12. (↑ 13) TuS Rotenhof 7142 12:16-47
13. (↓ 12) MTSV Hohenwestedt 6132 14:16-26
14. (14) SV Eichede 6123 7:8-15
15. (↑ 16) VfB Lübeck II (N) 7115 10:21-114
16. (↓ 15) Eckernförder SV (N) 6105 9:17-83

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