Heider SV – Als Außenseiter sehe ich uns auf keinen Fall

von Olaf Wegerich

Können Azat Selcuk und der Heider SV für eine Überraschung sorgen. © 2026 Volker Schlichting

Folgt heute nach dem ernüchternden 1:3 zum Saisonauftakt gegen Rapid Lübeck der nächste Tiefschlag für den Heider SV ? So viel ist sicher: Die U23 von Holstein Kiel gilt in der Flens-Oberliga als haushoher Titelfavorit. Alles andere als die souveräne Meisterschaft wäre eine Megasensation. Vor allem finanziell sind die Störche der Konkurrenz im Lande um Lichtjahre enteilt. Zudem wird unter Profibedingungen gearbeitet. Dass vermeintliche Übermannschaften auch anfällig für Ausrutscher sind, hat aber der erste Spieltag eindrucksvoll bewiesen, als der SV Eichede dem Kieler Nachwuchs ein 1:1-Remis abtrotzen konnte.

Und vielleicht müssen sich die Dithmarscher gar nicht so sehr grämen, denn ihr Auftaktgegner aus dem Lübecker Stadtteil St. Lorenz hat auf seinem kleinen Kunstrasenplatz am Dienstag im Lübecker Derby gegen die U23 von Phönix Lübeck beim 3:1-Erfolg für den nächsten Husarenstreich gesorgt und sich erst einmal in der oberen Tabellenhälfte eingenistet. Dabei hatte Phönix, wenn die Profis nicht parallel spielen, mal wieder reichlich Unterstützung aus dem Regionalligakader. Umso beachtlicher, wie sich die „jungen Wilden“ von Rapid als Aufsteiger bisher schlagen – „die sich keinen Kopf um große Namen machen“, wie Trainer Christian Arp am letzten Samstag gegenüber Youkick äußerte.

Das relativiert die Heider Auftaktniederlage natürlich ein Stück weit, aber ärgerlich bleibt sie dennoch. Aber vielleicht wäre es für den Traditionsverein von der Westküste selbst mal an der Zeit, für einen Paukenschlag zu sorgen und einen scheinbar übermächtigen Gegner in die Schranken zu weisen. Die Qualität dazu im Kader ist allemal vorhanden. Das könnte zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison noch einmal einen unheimlichen Schub auslösen.

Aufarbeitung und Vorbereitung auf den Favoriten

Wie nicht anders zu erwarten, spielte die Auftaktniederlage in der Nachbereitung noch einmal eine Rolle. Aber im Fokus stand natürlich in der Hauptsache die U23 von Holstein Kiel – ein Gegner, der den Dithmarschern in der letzten Saison bei der 1:6-Heimniederlage und beim 0:2 im Rückspiel zwei schmerzhafte Niederlagen zufügen konnte. Dazu sagte Heides Trainer Markus Wichmann gegenüber Youkick:

„Das Rapid-Spiel ist nicht vergessen, aber aufgearbeitet. Wir haben am Montag eine Stunde Videoanalyse gemacht und danach intensiv trainiert. Am Dienstag sind wir noch einmal auf ein paar Spielzüge eingegangen mit dem, was wir uns vorstellen, wie wir Fußball spielen wollen – wie wir uns Torchancen erarbeiten wollen, aber natürlich auch noch einmal auf das eine oder andere von Holstein eingegangen, die gegen einen starken Gegner mit einem 1:1 in die Saison gestartet sind. Für mich keine Überraschung. Am ersten Spieltag weiß keiner, wo er steht.“

Selbstbewusstsein trotz schwieriger Ausgangslage

Doch trotz der noch fehlenden Punkte geht Wichmann sehr zuversichtlich und selbstbewusst das Spiel im Citti-Fußball-Park in Kiel an:

„Als Außenseiter sehe ich uns auf keinen Fall. Wir sind in der Lage, in der Liga jeden Gegner schlagen zu können. Da gilt es dann natürlich anders aufzutreten als am 1. Spieltag gegen Rapid. Holstein Kiel ist eine junge Truppe, die von Guder geführt wird. Spielstark, laufstark, mit gutem Pressing, gute Standardsituationen, was wir sehen konnten. Da gilt es von Anfang an hellwach zu sein, um da etwas Zählbares mitzunehmen.“

Verzichten muss Wichmann auf Ex-Profi Christopher Buchtmann, den Adduktorenprobleme zum Zuschauen zwingen.

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