TSV Kronshagen wird Favoritenrolle beim 2:0 gegen den Heikendorfer SV gerecht

von Ismail Yesilyurt

Kalvi Rumohr (Heikendorfer SV) in der eigenen Box gegen Erdogan Cumur (li., TSV Kronshagen). © 2026 Ismail Yesilyurt


Der TSV Kronshagen hat zum Auftakt der Landesliga Schleswig seine Ambitionen untermauert. Nach namhaften sommerlichen Verstärkungen zwingen die Kronshagener im Duell der Kieler Randgemeinden den Heikendorfer SV verdient mit 2:0 (1:0) in die Knie.

Gegen kompakt stehende Gäste musste sich die Mannschaft von Trainer Coskun Yamak zunächst geduldig zeigen. Heikendorf trat mit massiven personellen Sorgen und einer Rumpftruppe an. Heikendorfs Coach Mark Hungerecker berichtete: „Allein schon neun Urlauber plus den einen oder anderen Kranken oder Verletzten, hat’s dann natürlich von der Ausgangslage nicht einfach für uns gemacht. Wir haben Kronshagen das Leben schwer gemacht.“ Tatsächlich ließen die Gäste im ersten Durchgang wenig zu und hatten durch Jack Palm sogar eine gute eigene Konterchance, verpassten jedoch die mögliche Führung.

Geduldspiel bricht kurz vor der Pause

Die Hausherren übernahmen wie erwartet die Spielkontrolle und bauten viel Ballbesitz auf. Kronshagens Coach Yamak beschrieb den Matchplan des Gegners: „Heikendorf hat einen Matchplan mitgebracht und wollte erst mal die Null halten, solange es geht, und hat das Zentrum dicht gemacht.“

Keeper Maximilian Müller (Heikendorfer SV) fängt eine Flanke sicher ab. © 2026 Ismail Yesilyurt
Keeper Maximilian Müller (Heikendorfer SV) fängt eine Flanke sicher ab. © 2026 Ismail Yesilyurt

Lange biss sich der Favorit die Zähne aus, ehe kurz vor dem Pausenpfiff der Knoten platzte. Nach einem gut ausgespielten Angriffs über die Außen schlug Lars Wethgrube eine präzise Flanke an den zweiten Pfosten. Rune Möller schraubte sich hoch und köpfte das Leder unhaltbar gegen die Laufrichtung des Keepers ins lange Eck zur umjubelten 1:0-Führung (40.).

Hencke sorgt für die Vorentscheidung – Heikendorf vergibt Anschlusstreffer

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum: Kronshagen ließ Ball und Gegner laufen, um Lücken in der massierten Abwehr zu reißen. Der verdiente Lohn folgte in der 60. Minute: Justus Schröder zog aus rund 18 Metern wuchtig ab. HSV-Schlussmann Maximilian Müller lenkte den strammen Schuss noch überragend aus dem Winkel, doch zu allem Unglück landete der Abpraller genau vor den Füßen von Sebastian Hencke, der problemlos zum 2:0 einschieben musste.

In der Folge versuchte Heikendorf noch einmal alles, um zurück ins Spiel zu finden. Über den eingewechselten Junus Telli (dessen späten Abschluss in der 82. Minute der Ex-Heikendorfer Ole Sand blockte) sowie Dennis Lühr boten sich den Gästen Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Doch entweder scheiterten sie am starken Keeper Paul Frech oder an sich selbst.

Lucas Sylla (TSV Kronshagen) bei einem seiner gefährlichen Läufe auf dem Flügel. © 2026 Ismail Yesilyurt
Lucas Sylla (TSV Kronshagen) bei einem seiner gefährlichen Läufe auf dem Flügel. © 2026 Ismail Yesilyurt

Trotz der Niederlage zog Hungerecker ein gefasstes Fazit: „Dementsprechend mit der Niederlage bin ich nie zufrieden, aber mit dem Auftritt der Jungs bin ich eigentlich… Kann ich nicht viel motzen. Ich glaube, wir haben bis zum Ende gekämpft.“ Für den TSV Kronshagen, der frühzeitig durchwechselte, geht die Reise bereits am kommenden Mittwoch mit einem schweren Auswärtsspiel bei Rot-Schwarz Kiel weiter. Yamak blickt zuversichtlich voraus: „Wir hoffen, dass wir jetzt den Sieg und die Euphorie mitnehmen und in das nächste Spiel ummünzen können.“ Heikendorf bekommt im eigenen Sportpark am Mittwoch mit Inter Türkspor Kiel den nächsten Anwärter auf den Aufstieg zu Gesicht.

Stimmen zum Spiel

Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
Coskun Yamak (Trainer TSV Kronshagen)
  • TSV Kronshagen: Paul Frech – Teyi Lawson-Body, Sebastian Hencke, Malte Kallenbach, Abbas Sharba, Lars Wethgrube (75. Lucas Sylla) – Rune Möller (55. Emre Boz), Premton Jasari, Justus Schröder (63. Ole Sand) – Malte Andres (80. Thorge Jess), Milo Sankowski (63. Erdogan Cumur)
  • Trainer: Coskun Yamak
  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Niklas Kracht (61. Fabian Hoppe), Florian Sossou, Kalvi Rumohr, Michel Feldkamp (80. Javen Jahnke) – Oliver Schmeling – Jack Palm, Ronny Palm, Tim Mordhorst, Piet Feldkamp (61. Junus Telli) – Dennis Lühr,
  • Trainer: Mark Hungerecker
  • Schiedsrichter: Mika Kröhnert (Holstein Kiel)
  • Assistenten: Steve Marquardt, Jonas Rockstein
  • Tore: 1:0 Rune Möller (40.), 2:0 Sebastian Hencke (60.)

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