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© 2025 Olaf Wegerich
Zur Saison 2026/27 hat das International Football Association Board (IFAB) das Regelwerk umfangreich angepasst. Der Fokus liegt dabei fast ausnahmslos auf einem Ziel: Die Erhöhung der effektiven Netto-Spielzeit und die konsequente Bestrafung von Zeitspiel.
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Änderungen und deren Einordnung:
Die wichtigsten Regeländerungen 2026/27
| Bereich | Änderung | Konsequenz bei Verstoß |
| Auswechslungen | Spieler müssen das Feld innerhalb von 10 Sekunden verlassen. | Der einwechselnde Spieler darf erst nach 1 Minute bei der nächsten Unterbrechung rein. |
| Einwürfe | Der Schiedsrichter zählt 5 Sekunden per Handzeichen herunter. | Ballbesitz geht an den Gegner. |
| Abstöße | Der Schiedsrichter zählt 5 Sekunden per Handzeichen herunter. | Eckball für den Gegner. |
| Verletzungen | Spieler, die auf dem Feld behandelt werden, müssen das Feld für 1 Minute verlassen. | Spieler muss 1 Minute (laufende Zeit) draußen bleiben (Ausnahmen: Torhüter, schwere Verletzungen). |
Weitere Anpassungen
- VAR-Protokoll: Der Videobeweis darf nun auch bei einer eindeutig falsch gegebenen zweiten Gelben Karte (die zum Platzverweis führt) sowie bei Spielerverwechslungen eingreifen. Wettbewerbe können zudem optional entscheiden, ob der VAR auch bei offensichtlich falsch gegebenen Eckbällen korrigierend eingreift.
- Schiedsrichter-Bodycams: Wettbewerbsveranstalter können ihren Unparteiischen Bodycams zur Verfügung stellen, um Disziplinarverfahren zu unterstützen.
- Vorteilsbestimmung: Bei einem Foul, das eine klare Torchance vereitelt (DOGSO), gibt es keine Verwarnung mehr, wenn der Schiedsrichter Vorteil laufen lässt und daraus direkt ein Tor erzielt wird. Zum Beispiel, wenn nach einer Notbremse doch noch das Tor erzielt wird, gibt es keine Verwarnung bzw. Rote Karte. Zudem können Schiedsrichter nun auch bei fehlerhaft ausgeführten Spielfortsetzungen (z. B. ein leicht regelwidriger Einwurf) Vorteil entscheiden, wenn der Gegner den Ball sofort erobert.
- Ausrüstung: Schmuck und Accessoires sind erlaubt, sofern sie sicher abgedeckt sind und keine Gefahr darstellen.
Pro: Erhöhung der Spielattraktivität
- Effektive Spielzeit: Die konsequente Einführung von Countdowns bei Einwürfen und Abstößen nimmt den Teams die Möglichkeit, durch Verschleppung das Spieltempo zu zerstören. Das macht den Fußball dynamischer.
- Klare Kriterien: Der „1-Minuten-Zwang“ für behandelte Spieler verhindert das sogenannte „taktische Hinlegen“, bei dem Teams kurz vor Schluss bei knapper Führung oft medizinische Unterbrechungen provozieren, um Zeit zu gewinnen.
- Mehr Gerechtigkeit durch VAR: Dass nun auch eine fälschlicherweise gegebene Gelb-Rote Karte korrigiert werden kann, schließt eine der größten Lücken im VAR-System der letzten Jahre.
Kontra: Umsetzung und Spielcharakter
- Schiedsrichter-Belastung: Die Schiedsrichter müssen nun neben dem Spielgeschehen auch noch Stoppuhren oder Countdowns im Kopf haben. Das erhöht die Komplexität der Spielleitung erheblich.
- Hektik: Kritiker könnten anmerken, dass der Sport durch die strikten Zeitlimits in Stress ausartet. Besonders im Amateurfußball, wo es weniger Unterstützung gibt, könnte die Umsetzung (z. B. das 10-Sekunden-Limit bei Auswechslungen) schwer zu kontrollieren sein.
Fazit: Der Fußball bewegt sich mit diesen Regeln Richtung „schnell und fair“. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Regeln die Spielkultur nachhaltig verbessern.
