Thies Kochanski (MTSV Hohenwestedt) erzielte den Ausgleich. © 2026 Olaf Wegerich
Nach zuletzt drei Niederlagen kann der MTSV Hohenwestedt im Heimspiel gegen den TSV Nordmark Satrup mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden nach einer starken kämpferischen Leistung zumindest einen Punkt im zähen Kampf um den Klassenerhalt mitnehmen. Björn Lass (25.) hatte die Gäste mit einem Traumtor in Führung gebracht, die Thies Kochanski (71.) in der zweiten Hälfte egalisieren konnte. Damit endet auch die schwarze Serie der Gastgeber von 385 Minuten ohne eigenen Treffer. Da zeitgleich der TuS Rotenhof die Kaltenkirchener TS mit 1:0 besiegen konnte, rutschte der MTSV in der Flens-Oberliga auf den 13. Platz. Der TSV Nordmark Satrup verteidigte mit dem Remis den 10. Platz und hat sich mit 31 Punkten ein komfortables Polster im Kampf um den Klassenerhalt geschaffen.
Helmcke mit der ersten Chance
Die Gastgeber begannen ohne ihren weiterhin verletzten Kapitän Tjark Sievers und den gesperrten Killian Pingel sowie mit Rene Helmcke und Fabian Engbrecht in der Spitze sehr schwungvoll. Bereits nach vier Minuten prüfte Rene Helmcke mit einem platzierten Hechtkopfball nach Flanke von Jannis Brandt zum ersten Mal den Satruper Torhüter Jonas Wolz, der den Ball zur Ecke lenken konnte.
Helmcke verletzt raus
Bereits nach fünfzehn Minuten mussten die Gastgeber verletzungsbedingt zum ersten Mal wechseln, als Rene Helmcke, der bis dahin in der Sturmspitze ordentlich Alarm gemacht hatte, nach einem harten Zweikampf einen Schlag auf den Knöchel abbekommen hatte und vermutlich mit einer schweren Prellung durch Mika Hirsch ersetzt werden musste. „Der Fuß ist schon ganz blau angelaufen“, sagte Betreuer Thomas Kirchner später.
Nachdem die kurze Anfangsoffensive der Gastgeber verpufft war, spielte sich das Geschehen meist im Mittelfeld ab, wo von beiden Seiten verbissen und mit viel Leidenschaft die Zweikämpfe geführt wurden. Richtig gefährlich wurde es erst, als Nick Falke (22.) eine scharfe Hereingabe von Clemens Nielsen nur knapp verpasste.
Geniestreich von Lass
Doch dann führte ein Geniestreich von Björn Lass (25.) zum Führungstreffer der Gäste. Dabei sah der Satruper, dass der MTSV-Torhüter Calvin Schultz ein Stück zu weit von seinem Tor postiert war, und traf mit einem beherzten Schuss aus gut 35 Metern.

Nielsen verpasst den zweiten Treffer
Mit dem Gegentreffer ging die Ordnung beim MTSV für einige Minuten komplett verloren, und nur 60 Sekunden nach dem Führungstreffer leisteten sich die Gastgeber einen fatalen Abspielfehler im Aufbauspiel. Dadurch kam der Ball zu Clemens Nielsen, der frei durch war, in Bedrängnis jedoch knapp über das Tor zielte. Darauf angesprochen sagte der MTSV-Coach: „Wir können nicht alles spielerisch lösen. Das ist Entscheidung der Spieler auf dem Platz. Wir können den Jungs von außen nur mitgeben, das zu unterlassen.“
Auf der Gegenseite reklamierten die Hohenwestedter nach einer scharfen Hereingabe von Henrik Schnoor, die aus wenigen Metern einen Satruper an der Hand traf, vergeblich auf Elfmeter. Wahrscheinlich hat Kröhnert hier richtig gelegen, nicht zu pfeifen, denn der Satruper wurde aus kürzester Entfernung getroffen und machte keine unnatürliche Handbewegung.
Schultz kann klären
Das Spiel nahm nun deutlich an Intensität zu, und die Zweikämpfe wurden von beiden Seiten mit äußerster Härte geführt. Die nächste Großchance hatten die Gäste, als Tom Karshüning (31.) am rechtzeitig aus dem Tor herauseilenden Calvin Schultz scheiterte.

Glasklarer Handelfmeter verweigert
Dann eine Szene, die die Gemüter der Gastgeber völlig zu Recht erregte, als Louis Klatt (40.) von der linken Seite eine scharfe Hereingabe in den Strafraum schlug und der Ball am ausgestreckten Unterarm von Sebastian Waterhues landete. Eigentlich ein glasklarer Elfmeter. Die Gastgeber forderten vehement und lautstark einen Handelfmeter, doch Schiedsrichter Kröhnert winkte ab und entschied zum Entsetzen der Gastgeber auf Weiterspielen.
„In der Halbzeit habe ich den Schiedsrichter auf die beiden Situationen angesprochen“, sagte MTSV-Coach Arend Müller. „Da entgegnete er mir: ‚Ja, hätte man geben können. Den einen, da hast du recht.‘“ Das sorgte bei Müller für Kopfschütteln. „Diese Reaktion finde ich einfach arrogant. Für uns geht es um sehr viel. Mit seinen Entscheidungen hat er Einfluss auf das Spiel genommen.“
Kurz vor der Halbzeit dann noch eine weitere unschöne Situation, als Tim Sienknecht auf Höhe der Mittellinie einen Einwurf ausführen wollte und sich der Satruper Nick Falke davor positionierte, um die schnelle Ausführung zu verhindern. Beim Einwurf touchierte der Ball dann leicht den Kopf von Falke, der sich anschließend theatralisch zu Boden fallen ließ.
Daraufhin zeigte Schiedsrichter Kröhnert beiden Spielern die Gelbe Karte. „Der Satruper Spieler blockiert ganz klar den Einwurf. Das war Schauspielerei“, hatte Müller wenig Verständnis dafür, dass sein Spieler in der Situation ebenfalls mit einer Gelben Karte bedacht wurde.
Umstellungen tragen Früchte
Nach der Pause stellten die Gastgeber dann um, und Thies Kochanski bildete zusammen mit Fabian Engbrecht die Spitze. Mika Hirsch spielte fortan auf der rechten Seite. Eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte, denn die Gastgeber spielten nun wesentlich druckvoller und zielstrebiger.
Ploog glänzt als Vorbereiter – Kochanski trifft zum Ausgleich
Vor allem die Hereinnahme von Felix Ploog – der nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit einer scharfen Hereingabe ins Zentrum, die Thies Kochanski (71.) zum 1:1-Ausgleichstreffer nutzte, auf sich aufmerksam machte – trug schnell Früchte. Entsprechend zufrieden war Müller mit seinem Wechsel. „Felix hat ordentlich Alarm gemacht über die linke Seite.“

Um keine weiteren bösen Überraschungen zu erleben, nahm Müller zwölf Minuten vor Spielende Tim Sienknecht vom Platz, bei dem durchaus die Gefahr bestand, dass er sich noch eine Ampelkarte einfangen könnte. Für ihn kam Torben Matz, der mit seiner großen Erfahrung dazu beitragen konnte, dass hinten nichts mehr anbrannte.
Auch Abwehrchef Henrik Schnoor präsentierte sich als ein würdiger Kapitän in Abwesenheit von Tjark Sievers, bei dem die große Hoffnung besteht, dass er im nächsten Heimspiel gegen den TuS Rotenhof nach seiner Verletzung wieder einsatzbereit ist.
Stimmen zum Spiel
Trainer Arend Müller (MTSV Hohenwestedt):
Den Punkt haben wir absolut verdient gewonnen. Wir waren über die neunzig Minuten sehr präsent und hätten aus dem Spiel mehr mitnehmen müssen. Die beiden Situationen mit den nicht gegebenen Elfmetern waren sehr unglücklich. Ab jetzt sind alle Spiele für uns Endspiele. Das wird noch ein heißes Rennen. Wir werden uns noch wundern, was für Ergebnisse in den kommenden Wochen noch reinrauschen. Am Mittwoch spielt Rotenhof gegen Eutin. Es kann schon sein, dass wir danach unter dem Strich stehen.
Trainer Thomas Knuth (TSV Nordmark Satrup):
Für uns geht das Unentschieden in Ordnung. Es war klar, dass Hohenwestedt viel Leidenschaft und Körperlichkeit auf den Platz bringen wird. In der ersten Halbzeit haben wir etwas gebraucht, um das Spiel anzunehmen, erst mit dem Geniestreich von Laß wurden wir etwas besser, haben allerdings auch kaum Torchancen für die Gastgeber zugelassen und wieder mal gut verteidigt. Nach dem Wechsel waren wir aus meiner Sicht ganz gut im Spiel und konnten sie gut von unserem Tor fernhalten. Mit dem ersten Torschuss für Hohenwestedt in der zweiten Halbzeit bekommen wir das Gegentor. Wir haben offensiv leider oftmals den letzten Pass nicht hinbekommen, um noch mal richtig gefährlich zu werden. Wolz hält dann noch mal im Eins-gegen-eins stark. Für uns ist wichtig das wir den Abstand halten konnten.
MTSV Hohenwestedt: Schultz – Klatt (69. Ploog), Schnoor, Schröder, Dahm, Brandt (62. Dolling) – Rathje (8. Clasen), Sienknecht (78. Matz), Kochanski – Helmcke (15. Hirsch), Engbrecht.
Trainer: Arend Müller.
TSV Nordmark Satrup: Wolz – L.Petersen, Sebastian Waterhues, Bracht (82. Naeve) – Reimer (77. Paul Waterhues), Zamanakos, Laß, Karshüning (90+3 Sellmer), Falke – Clemens Nielsen (71. Brian Nielsen), Skrijelj (57. Ottsen).
Trainer: Thomas Knuth und Lars Meyer.
Schiedsrichter: Jan Mika Kröhnert (KSV Holstein Kiel).
Assistenten: Florian Lisiak und Yücel Can Sarapli.
Zuschauer: 118 auf dem Sportplatz Wilhelmshöh in Hohenwestedt.
Tore: 0:1 Björn Lass (25.), 1:1 Thies Kochanski (71.).
26. Spieltag – Oberliga SH
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 17.04.26 | FC Kilia Kiel – 1. FC Phönix Lübeck II | 6:1 |
| 17.04.26 | Eutin 08 – Heider SV | 3:1 |
| 18.04.26 | MTSV Hohenwestedt – TSV Nordmark Satrup | 1:1 |
| 18.04.26 | TuS Rotenhof – Kaltenkirchener TS | 1:0 |
| 18.04.26 | PSV Union Neumünster – SV Todesfelde | 0:3 |
| 18.04.26 | SV Preußen Reinfeld – SV Eichede | 1:3 |
| 19.04.26 | Inter Türkspor Kiel – Holstein Kiel U23 II | -:- |
| 19.04.26 | VfR Neumünster – Oldenburger SV 1865 | -:- |
| Pos | Verein | Sp. | Bilanz | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 26 | 22-2-2 | 68:24 | 65 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 25 | 16-4-5 | 64:24 | 52 |
| 3 | SV Eichede | 24 | 15-7-2 | 54:24 | 52 |
| 4 | FC Kilia Kiel | 26 | 15-4-7 | 75:34 | 49 |
| 5 | Heider SV | 26 | 12-5-9 | 52:53 | 41 |
| 6 | VfR Neumünster | 23 | 12-3-8 | 50:42 | 39 |
| 7 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 24 | 11-4-9 | 52:46 | 37 |
| 8 | Polizei SV Union Neumünster | 25 | 10-5-10 | 53:46 | 35 |
| 9 | Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf) | 25 | 9-5-11 | 39:48 | 32 |
| 10 | TSV Nordmark Satrup | 24 | 9-4-11 | 32:34 | 31 |
| 11 | Oldenburger SV | 24 | 7-4-13 | 47:63 | 25 |
| 12 | TuS Rotenhof | 25 | 6-6-13 | 41:64 | 24 |
| 13 | MTSV Hohenwestedt | 25 | 6-4-15 | 37:57 | 22 |
| 14 | Eutin 08 | 24 | 5-6-13 | 26:52 | 21 |
| 15 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 25 | 6-2-17 | 27:66 | 20 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 25 | 3-3-19 | 29:69 | 12 |
