Marc Zeller führt seine Erfolgsstory weiter -Treffer Nummer 23 und 24 gab es für den Liga-Toptorschützen. © 2024 Ismail Yesilyurt
Der TuS Jevenstedt ist in die Restrunde der Landesliga Schleswig nicht so gut gestartet. Wobei alles relativiert werden muss, spielte man doch gegen zwei Topteams. Nach dem 2:7 gegen die SpVg Eidertal Molfsee in der Vorwoche folgte nun ein 0:3 gegen die SSG Rot-Schwarz Kiel. Die Kieler, Tabellendritte, nutzten die individuellen Fehler der Gastgeber eiskalt aus und holten sich drei wichtige Auswärtspunkte für einen längeren Aufenthalt im Topbereich der Tabelle. Dennoch bleiben die Jevenstedter über dem Strich – am kommenden Wochenende wartet ein Sechs-Punkte-Spiel in Schleswig beim TSV Friedrichsberg-Busdorf.
Solide Defensive – doch Fehler vor der Pause
„Erste Halbzeit haben wir das eigentlich ganz gut gemacht, haben defensiv richtig gut gestanden“, sagte TuS-Trainer Jilani Ben Mahmoud, dessen Taktik und Marschroute aufging. Doch zwei individuelle Pannen innerhalb von fünf Minuten warfen die Gastgeber zurück: In der 37. Minute verlor die Defensive den Ball im eigenen Strafraum, eine ungestörte Flanke folgte – Marc Zeller reagierte am schnellsten und traf zum 0:1. „Wir spielen dann sogar noch einen Roten an, der Ball wird nach außen gelenkt, die Flanke wird nicht verhindert“, schilderte Mahmoud.
Nur fünf Minuten später der nächste Fauxpas: Ein Spieler „haut über den Ball“, Zeller erhält die Vorlage und schießt zum 0:2. Rot-Schwarz-Trainer Ove Saß lobte auch die Disziplin seiner Abwehr: „Wir wussten, was uns erwartet – ein Gegner, der sich vor die Box schmeißt, um alles zu verteidigen. In der derzeitigen Situation haben sie über 90 Minuten leidenschaftlich gekämpft.“
Marc Zeller schraubt Bestmarke höher
Marc Zeller zeigte wieder einmal seine Klasse vor dem gegnerischen Gehäuse. Der erfolgreichste Kieler Torschütze in der Nachkriegszeit schraubte die Bestmarke um zwei weitere Tore hoch. In der aktuellen sind es nun 24 Goals – bisher auch Bestwert in beiden Landesliga-Staffeln.
Comeback von Lukas Seefeldt – Konter entscheidet
Nach der Pause steigerte sich Jevenstedt merklich. Trainer Mahmoud brachte den nach längerer Verletzung zurückgekehrten Lucas Seefeldt, der sofort Torgefahr ausstrahlte. „Zweite Halbzeit war insgesamt okay von uns. Lukas war gesundheitlich längere Zeit raus, hat gleich wieder gemerkt, dass er Torgefahr ausströmt“, sagte der Coach. In der 57. Minute verpasste Seefeldt knapp, links am Tor vorbei. „Das waren Chancen, da hätten wir noch mal rankommen können.“

Rot-Schwarz blieb jedoch die kühlere Mannschaft. „Nach dieser ewig langen und zähen Wintervorbereitung war es wichtig, von Sekunde eins an da zu sein“, betonte Saß. Sein Team nutzte einen schwachen Freistoß der Gastgeber für einen schnellen Konter: Emre Kayali traf in der 69. Minute zum 0:3. „Das 0:3 eigentlich auch wieder aus unserer Sicht blöd gelaufen. Freistoß nicht gut reingeschlagen, danach Konter“, ärgerte sich Mahmoud.
„Leistungssteigerung, aber cleverer Gegner“
Trotz des klaren Niederlage sah Mahmoud eine Verbesserung: „Insgesamt eine Leistungssteigerung gegenüber dem Eidertal-Spiel. Zweite Halbzeit mindestens gleichwertig.“ Er räumte jedoch ein: „Rot-Schwarz ist cleverer und hat unsere individuellen Fehler sofort ausgenutzt. Wäre mit bisschen mehr Glück auf einen Punkt spielbar gewesen.“
Saß war hoch zufrieden nach den zweiten 45 Minuten: „In Summe waren es ja nachher zwei Chancen in zehn Minuten in der zweiten Hälfte, in denen Seefeldt dann noch mal, ja mit individueller Klasse vorbeikommt und zwei Abschlüsse setzt. Ja, die dann aber auch das Endergebnis der Offensivbemühungen waren. So ehrlich muss man dann sein. Dementsprechend finde ich auch, dass der Sieg in Summe absolut verdient ist und wir mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können.“
Für Jevenstedt wird der Druck nun spürbar. „Es gibt jetzt keine Ausreden mehr, da müssen wir punkten“, warnte Mahmoud vor den Duellen gegen die Mitkonkurrenten Friedrichsberg und Kropp. „Noch sind wir überm Strich, aber es wird Zeit.“
Stimmen zum Spiel
TuS Jevenstedt: Titus Rohwer – Mathis Mrosek (46. Peters), Gunther, Lühder, Jonas Richter – Hogrefe, Luca Rohwer, Tom Solterbeck, Till (64. Sievers) – Sofia (46. Ecke), Meyert (46. Seefeldt).
Trainer: Jilani Ben Mahmoud.
Rot-Schwarz Kiel: Ruether – Hopp, Kiewald, Elsner (69. Todt) – Lembke, Hillmer, Kayali (76. Lüdtke), Backhaus, Logemann (46. Franke) – Jarik (58. Franciosi), Zeller (83. Koop).
Trainer: Ove Saß.
SR: Torge Feldt
Ass.: Lasse Semelhaack, Emirhan Kaptan.
Z.: 50.
Tore: 0:1 Marc Zeller (37.), 0:2 Marc Zeller (42.), 0:3 Emre Kayali (69.).
