Salih Ramo (SpVg Eidertal Molfsee) erzielte den 2:1-Siegtreffer gegen den SC Weiche Fensburg 08 II (Szene aus dem Hinspiel). © 2025 Ismail Yesilyurt
Die SpVg Eidertal Molfsee bleibt auch im zweiten Punktspiel des Jahres 2026 in der Erfolgsspur. Mit einem 2:1-Auswärtssieg bei der Reserve des SC Weiche Flensburg 08 kletterte die Mannschaft von Trainer Nedim Hasanbegovic vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz der Landesliga Schleswig. Auf dem neuen, großen Kunstrasen an der Bredstedter Straße lieferten sich zwei der spielstärksten Teams, das Hinspiel dominierte Weiche mit einem 4:0, der Liga ein intensives und attraktives Duell.
Weiche mit Führung, Molfsee antwortet sofort
Beide Mannschaften fanden schnell ins Spiel und suchten spielerische Lösungen. Die Gastgeber aus Flensburg gingen nach gut einer Viertelstunde in Führung: Nach einem Angriff über die rechte Seite, bei dem Ilidio Pastor Santos und Jonas Kabus vorbereitet hatten, prallte ein Abschluss von Nico Empen an den Pfosten, Elias Kurzbach reagierte am schnellsten und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie.

Die Antwort der Gäste ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Hasanbegovic hatte nahezu dieselbe Elf aufgeboten, die schon beim 7:2-Erfolg gegen TuS Jevenstedt überzeugt hatte – mit einer Veränderung: Für Marvin Blümke begann Selim Cetintürk auf der linken Außenbahn. Dieser Wechsel zahlte sich schnell aus. „Wir sind gut reingekommen, wie letzte Woche schon von Anfang an“, sagte Hasanbegovic. „Dann kombinierte der Gegner über außen durch, flankt rein, an den Pfosten, Abpraller, steht einer vom Gegner und macht den rein. Trotzdem haben wir nicht aufgehört, Fußball zu spielen.“ Nur wenige Minuten nach dem Rückstand fasste sich Cetintürk aus rund 16 Metern ein Herz und traf trocken zum 1:1.
Salih Ramo trifft kurz vor der Pause
Eidertal übernahm mehr und mehr die Kontrolle, kombinierte sicher und setzte Weiche immer wieder unter Druck. „Wir wussten, dass der Gegner diesmal ein Stück weit stärker wird, haben aber trotzdem versucht, unser Spiel zu machen – und das ist uns letztendlich gelungen“, so Hasanbegovic. Kurz vor der Pause belohnte sich seine Mannschaft für den Aufwand: Salih Ramo zog aus der Distanz ab, der Ball flog unhaltbar ins Netz – 1:2 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. „Ein super Schuss von Salih, Weitschuss, und dann zappelte der im Netz. Das war kurz vor der Halbzeit natürlich noch mal für die Jungs echt gut“, sagte der Trainer.
Auf der Gegenseite war Weiche-Coach Dimitry Kehl trotz des Rückstands mit großen Teilen des Auftritts seines Teams einverstanden. „Gutes Spiel von beiden Mannschaften, viel Fußball gesehen, viele gute Sachen von beiden“, bilanzierte er. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe mit dem besseren Ende für Molfsee.“
Weiche drückt nach der Pause – Eidertal verteidigt leidenschaftlich
Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Bild zunächst. „In der ersten Halbzeit hatte Molfsee ein bisschen mehr Ballbesitz, die waren spritziger, die wollten ein bisschen mehr“, sagte Kehl. „In der zweiten Halbzeit, fand ich, haben wir ganz gut Druck gemacht, Ball gut laufen lassen, haben ein paar Sachen in der Kabine angesprochen und im Zentrum viel besseren Zugriff gekriegt.“ Weiche II schob die Gäste phasenweise tief in die eigene Hälfte und arbeitete konsequent am Ausgleich.
Auch Hasanbegovic sah diese Schwächephase: „Wir hatten so zwischen der 55. und 79. Minute ein bisschen Probleme, wo Weiche immer mehr kam und bei uns vielleicht die Souveränität fehlte.“ Dennoch hielt seine Mannschaft dagegen, verteidigte den Strafraum kompakt und setzte immer wieder Nadelstiche. „Die Jungs, die reingekommen sind, haben sich echt gut eingefügt. Wir haben einen geilen Fight hingelegt, man merkt, dass die Jungs immer weiter zusammenwachsen“, lobte der Coach.

Weiche erspielte sich in dieser Phase einige gute Gelegenheiten, ließ sie aber ungenutzt. „Wir hatten genug Chancen, hätten hier oder da mal einen machen müssen“, ärgerte sich Kehl. „Aber entweder dann falsche Entscheidung getroffen oder nicht gut genug im Abschluss gewesen. Am Ende kannst du nur gewinnen, wenn du ein Tor mehr schießt als der Gegner“, kennt Kehl die Arithmetik im Fußballspiel
Möglichkeiten auf beiden Seiten
Auf der anderen Seite boten sich Eidertal mehrfach Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. „Wir hatten öfter die Chance noch zum 3:1“, berichtete Hasanbegovic. Ein Treffer von Sören (Schnoor, Anm. d. Red.) wurde wegen Abseits zurückgenommen, weitere Konterchancen blieben ungenutzt. „Auf jeden Fall hatten wir genug Kontermöglichkeiten“, so der Trainer, der am Ende dennoch mit dem Ergebnis hochzufrieden war: „Wir haben das Ding nach Hause gebracht. War auch nicht immer so – es war ein geiles Gefühl für alle, echt schon sehr emotional zum Schluss.“
Kehl stellte seiner Mannschaft trotz der knappen Niederlage ein gutes Zeugnis aus. „Unterm Strich ist es sicherlich nicht unverdient aufgrund der Chancenanzahl, dass Molfsee gewonnen hat“, räumte er ein. „Aber nichtsdestotrotz war die Leistung erst mal in Ordnung. Wir spielen schon eine ganz gute Saison mit ein paar erfahrenen Spielern wie Ilidio, Nico, Tanju, Jonas Kabus. Man muss den jungen Spielern immer wieder Spielzeit geben und sie ins kalte Wasser schmeißen, damit sie dazulernen.“ Es fehle seinem Team in manchen Phasen noch „ein bisschen Erfahrung, auf Deutsch gesagt die Abgewichstheit“, wie der Weicher Sportlehrer schmunzelnd formulierte.
SC Weiche Flensburg 08 II: Sörensen – Santos, Kehl (46. Andresen), Treede, Hassanoglu – Kurzbach (82. Ruppert), Attisso (77. Jan Fritze), Barth – Kabus, Empen, Bajrami (77. Kaya).
Trainer: Dimitry Kehl.
SpVg Eidertal Molfsee: Kuckella – Ramo, Foelster, Alberts, Kristen (73. Braesch) – Wüllner, Wiegand – Aouci (68. Laugwitz), Schütt, Cetintürk – Prempeh (85. Schnoor).
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
SR: Dajinder Pabla (TuS Jevenstedt).
Ass.: Leon Volkmer, Stefan Wätcke.
Z.: 50.
Tore: 1:0 Elias Kurzbach (18.), 1:1 Selim Cetintürk (20.), 1:2 Salih Ramo (45.+2).
