Lucas Groß (li., Kilia Kiel) gegen Felix Boelter (Holstein Kiel II). © 2025 Ismail Yesilyurt
Beim amtierenden Meister der Oberliga Schleswig-Holstein denkt man gerne an den 2. August 2025 zurück. Mit einem 5:1-Kantersieg im Kieler Derby gegen die zweite Mannschaft des Bundesligisten Holstein Kiel ließ Kilia Kiel gleich am ersten Spieltag im ganzen Land aufhorchen und unterstrich damit seine Ambitionen. Wie schon im Vorjahr nahm die Mannschaft von Nicola Soranno den ersten Platz ins Visier.
Dämpfer gleich am zweiten Spieltag
Doch der süße Erfolg gegen die Jungstörche wirkte nachhaltig toxisch. Schon im Auswärtsspiel in der Englischen Woche beim VfR Neumünster gab es den ersten Dämpfer. Der Meister, der in der Vorsaison ohne Niederlage am Ende der Spielzeit ganz oben stand, unterlag am zweiten Spieltag mit 1:2.
Das anschließende 3:0 gegen Nordmark Satrup blieb lange Zeit der letzte Sieg. Acht Spiele in Folge wartete Kilia auf einen Dreier, inklusive des Landespokal-Achtelfinales gegen den Regionalligisten VfB Lübeck, das mit 1:3 verloren ging. Den Tiefpunkt dieser Pleiten- und Pechphase markierte das 3:3 gegen den PSV Neumünster. Trotz einer 3:0-Führung bis zur 75. Minute musste sich der FC am Ende mit einem Punkt begnügen.
Personelle Probleme mit ein Grund für die zwischenzeitliche Krise!?
Trotz guter Vorstellungen war bei der Mannschaft vom Hasseldieksdammer Weg irgendwie der Wurm drin, die Begegnungen wirkten wie verhext. Auch die vielen fehlenden Spieler zu Saisonbeginn aufgrund von Urlaub und Verletzungen spielten eine Rolle. Selbst die vorhandene Kaderbreite konnte diese personellen Engpässe nicht vollständig kompensieren.

Vor diesem Hintergrund erschien die Entscheidung, auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde und damit auf einen möglichen Platz in der Regionalliga Nord zu verzichten, umso nachvollziehbarer. Sie bestätigte gewissermaßen das Bauchgefühl der Vereinsführung, das sicherlich auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigte.
Starker Jahresabschluss
Mit dem 3:1-Erfolg gegen Aufsteiger Kaltenkirchen wurde die Talsohle schließlich durchschritten. Es folgten fünf weitere Siege in Serie vor der Winterpause, die für einen versöhnlichen Jahresabschluss 2025 sorgten, auch wenn die beiden Hauptziele letztlich außer Reichweite gerieten.
Beim traditionsreichen und beliebten LOTTO-MASTERS in der Wunderino Arena blieb Kilia lediglich Zuschauer. Auch im Aufstiegsrennen spielen die Kilianer aktuell keine Rolle mehr. Als Tabellenfünfter ist Kilia Kiel jedoch erster Verfolger des Spitzenquartetts. Im Optimalfall ist noch Rang zwei möglich. Mit einem Sieg im Nachholspiel bei Holstein Kiel kann am Sonntag der erste Schritt in diese Richtung gelingen.
