TSV Gremersdorf verdaddelt 3:1 gegen Flintbek – Abstieg sehr nahe

von Ismail Yesilyurt

Artem Winter (TSV Gremersdorf), der hier im Hinspiel Chris Rober (TSV Flintbek) vom Ball trennte, traf zum 1:1. © 2025 Ismail Yesilyurt


Der TSV Gremersdorf hat im Abstiegskampf der Verbandsliga Ost eine dicke Chance verpasst, den großen Abstand zum rettenden Ufer zu verkürzen. Trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung verlor der Tabellenletzte bzw. Vorletzte nach dem Rückzug des TSV Bordesholm am Ende mit 3:5 gegen den TSV Flintbek (das Hinspiel endete 1:1) und bleibt mit nur fünf Punkten aus 16 Spielen abgeschlagen zurück. Elf Punkte beträgt der Abstand.

Früher Rückschlag – später Rückfall

Dass Ippig erneut kurzfristig umbauen musste, passte ins Saisonbild. Maximilian Bormann, einer der wichtigsten Männer in der Zentrale, fiel aus. Vielleicht wirkte Gremersdorf in der Anfangsphase deswegen so sortiert wie ein Wäschekorb nach einem Sturm.

Mit Kapitän Maximilian Bormann (li., TSV Gremersdorf) fehlte einer der Hauptleistungsträger. © 2025 Ismail Yesilyurt
Mit Kapitän Maximilian Bormann (li., TSV Gremersdorf) fehlte einer der Hauptleistungsträger. © 2025 Ismail Yesilyurt

Flintbek nutzte das eiskalt. Nach zwei Minuten klingelte es zum 0:1 durch Jan Ratjen. „Wir waren völlig ungeordnet“, erklärte Ippig später. Und der Heim-Coach legte noch einen Klassiker hinterher: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.“ Nicht das erste mal, dass Gremersdorf ohne Erfolg das Toilettenpapier suchte.

Der Gastgeber hätte sogar 0:2 hinten liegen können – doch dann kam der Ruck, den man im Tabellenkeller sonst nur beim Stromausfall spürt.

Der Gremersdorfer Kurzrausch – vom 0:1 zum 3:1

Innerhalb von zehn furiosen Minuten drehten die Ostholsteiner das Spiel: durch Artem Winter (28.), Rune-Filip Jaekel (30.) und Dustin Gabbey (36.) legte die Ippig-Truppe ein 3:1 vor. Der Aufsteiger spielte plötzlich wie befreit – und blieb es auch, bis kurz vor der Pause eine Szene passierte, die Ippig wohl noch bis Neujahr verfolgen wird.

Moritz Wagner, letzter Mann, wollte unbedingt zwei Gegner ausdribbeln. Spoiler: Gegner Nummer zwei fand das nicht witzig. Ballverlust, Flintbek verkürzte in der Nachspielzeit auf 2:3. Und als wäre das nicht genug, setzte Flintbeks Lennart Petersen noch einen Freistoß ans Lattenkreuz: Mit 3:2 ging’s in die Pause.

Flintbek dreht das Spiel – Gremersdorf gehen die Körner aus

In Halbzeit zwei spielte sich viel im Mittelfeld ab – bis Gremersdorf den nächsten Ball am Mittelkreis „verdaddelte“, wie Ippig es nannte. Luca Schemborski bedankte sich und machte das 3:3.

Spätestens jetzt kippte das Spiel endgültig. Nordheim traf nach einem Konter (77.) zum 3:4. „Wenn du unten stehst, dann läuft alles gegen dich“, rannte nach einem langen Ball Keeper Fabian Mandt gegen einen Mitspieler. Tief in der langen Nachspielzeit (90.+7) machte Nordheim den Sack endgültig zu, nachdem ganz Gremersdorf in die Flintbeker Hälfte ausgewandert war.

Zwei Kicker, die das Spiel ihrer Mannschaft antreiben - Lennart Petersen (TSV Gremersdorf) und Moritz Hübner (re., TSV Flintbek). © 2025 Ismail Yesilyurt
Zwei Kicker, die das Spiel ihrer Mannschaft antreiben – Lennart Petersen (TSV Gremersdorf) und Moritz Hübner (re., TSV Flintbek). © 2025 Ismail Yesilyurt

„Leider fehlten uns dann die Möglichkeiten von der Bank und auch einfach die Kraft, um dann noch das Spiel noch mal zu drehen, sodass wir dann kurz vor Schluss noch das 5:3 bekommen.

Flintbek feiert – Gremersdorf muss sich sammeln

Während Flintbek mit nun 22 Punkten und sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz entspannt in die Pause geht, muss Gremersdorf: die Wunden lecken, die Weihnachtsfeier genießen, und Ende Januar wieder neu anfangen. Ohne Wunderverlauf wird es natürlich schwer. Ippig bleibt ehrlich: „Ja, alles sehr bitter und traurig.“

Fazit: TSV Gremersdorf verliert trotz 3:1-Führung gegen TSV Flintbek, bleibt tief im Abstiegskampf der Verbandsliga Ost, während TSV Flintbek den nächsten wichtigen Sieg einfährt und sich weiter stabilisiert. Der 3:5-Rückschlag ist für Gremersdorf ein weiteres Kapitel einer bislang extrem schwierigen Saison. Mit den hohen Wellen, gegen die Christian Ippig mit seinem Team anschwimmen muss, wird es eher eine Mission Impossible als ein Märchen mit dem Erreichen des rettenden Ufers.

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