Ramiz Demir (am Ball, VfB Lübeck) traf in beiden Testspielen insgesamt drei Mal. © Ismail Yesilyurt
Der VfB Lübeck bleibt in der Wintervorbereitung auf Kurs. Auch im zweiten Testspiel fuhren die Grün-Weißen einen Sieg ein und setzten sich am Sonnabendmittag auf dem Kunstrasen an der Lohmühle vor rund 80 unerschrockenen Zuschauern bei klirrender Kälte mit 3:1 (0:1) gegen den SV Siedenbollentin aus der NOFV-Oberliga durch. Wie schon beim Auftakterfolg gegen den ETSV Hamburg zeigte der Regionalligist dabei vor allem nach der Pause eine deutlich reifere Vorstellung.
Früher Rückstand, fehlende Konsequenz vor der Pause
Die Anfangsphase gestaltete sich ausgeglichen, mit ersten Abschlüssen auf beiden Seiten. Cheftrainer Guerino Capretti gab den beiden Probespielern Arber Mrijaj und Fabrizio Fili von Beginn an das Vertrauen. Gemeinsam mit Kapitän Marvin Thiel standen sie als einzige Akteure auch nach dem Seitenwechsel noch auf dem Platz. Früh jedoch musste der VfB einem Rückstand hinterherlaufen: In der 6. Minute vollendete der frühere Lübecker Lukas Knechtel einen Konter eiskalt zur Gästeführung. In der Folge übernahm Lübeck zunehmend die Kontrolle, ließ vor der Pause jedoch die nötige Klarheit im letzten Drittel vermissen.
Aktiver VfB dreht die Partie
Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild. Der VfB trat nun deutlich aktiver auf, spielte zielstrebiger nach vorne und belohnte sich in der 53. Minute mit dem verdienten Ausgleich durch Rohin Shivani. Die Partie blieb offen, ehe die Grün-Weißen in der Schlussphase noch einmal spürbar anzogen. Colin Ulrich drehte das Spiel in der 75. Minute, nur drei Minuten später machte Ramiz Demir mit einem souverän verwandelten Foulelfmeter alles klar.
Felix Drinkuth feiert Comeback
Ein positives Signal setzte zudem Felix Drinkuth. Der zur Rückrunde zurückgekehrte Angreifer feierte sein Comeback, stand erstmals wieder im Kader und kam im ersten Durchgang zum Einsatz. Stürmer Antonio Verinac fehlte hingegen weiterhin angeschlagen.
Nächster Härtetest gegen Kolding IF
Zwei Tests, zwei Siege – die Bilanz der Lübecker kann sich sehen lassen. Am kommenden Freitag wartet jedoch eine neue Herausforderung: Um 13 Uhr trifft der VfB mit Kolding IF auf einen dänischen Zweitligisten und damit auf den bislang anspruchsvollsten Gegner der Vorbereitung.
Guerino Capretti zieht differenziertes Fazit
Cheftrainer Guerino Capretti zog ein differenziertes Fazit: „In der ersten Halbzeit hat mir unser Spiel mit Ball nicht so gut gefallen. Wir haben zu kompliziert gespielt und waren zu fehlerhaft. Gegen den Ball war der Gegner ein Stück galliger als wir, das hat mir nicht gefallen. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann deutlich besser gemacht – auch wenn wir komplett gewechselt haben. Die Jungs haben einfach gespielt, viele Stationen gefunden, sich zahlreiche Torchancen herausgespielt und die Partie am Ende verdient gedreht. Insgesamt war es ein guter Test, aus dem wir viele Erkenntnisse gezogen haben. Jetzt steht morgen noch eine Trainingseinheit an, dann ist die zweite Woche der Vorbereitung beendet.“
VfB Lübeck:
1. Halbzeit: Diestel – Amadi, Menke, Mrijaj, Thiel – Albrecht, Fili, Istefo – Farrona Pulido, Drinkuth, Abu-Alfa.
2. Halbzeit: Böhmker – Sachau, Melenivskyi, Mrijaj, Thiel – Shivani, Ramaki, Fili – Ulrich, Demir, Karimani.
Trainer: Guerino Capretti.
SV Siedenbollentin: Delpino – Hartig, Kortüm, Selchow (63. teetz), Eidtner, Müller, Knechtel (46. Kuhn), Klimko, Fijalkowski (46. Keil), Ladwig, Appiah (63. Harsch).
Trainer: Christoph Haker.
SR: Ole Schulz (VfL Bad Schwartau).
Ass.: Khaled El -Rifai, Lovis Nesemann.
Z.: 80.
Tore: 0:1 Lukas Knechtel (6.), 1:1 Rohin Shivani (54.), 2:1 Colin Ulrich (74.), 3:1 Ramiz Demir (79.).
