Team von Nicola Soranno souverän – Druck auf Konkurrenten nach 5:0 gegen Pansdorf

von Ismail Yesilyurt

Führung durch Jan Matti Seidel. Marcel Venzke (17) und Keeper Patrick Raube (Pansdorf) kommen nach der Retttungsaktion von Philip Kunert (verdeckt) zu spät. © 2023 Ismail Yesilyurt


Der FC Kilia Kiel verteidigt souverän die Tabellenspitze in der Flens-Oberliga. Nach dem 5:0 gegen den abstiegsbedrohten TSV Pansdorf, der auf dem ersten Nichtabstiegsplatz in Position ist, führen die Kilianer mit 4 bzw. 5 Punkten vor dem SV Eichede und SV Todesfelde die Oberliga Schleswig-Holstein an.

Pansdorfs 5-4-1 hat zentrale Schwächen

Der TSV Pansdorf trat in Kiel mit einem 5-4-1 auf. Damit versuchte die Elf von Helge Thomsen, tiefstehend in der eigenen Hälfte den haushohen Favoriten in der Offensive zu lähmen, vielleicht auch zu zähmen. Doch gegen den besten Angriff in der Liga mit 78 Toren in 19 Spielen muss schon alles passen. Die beiden Außen in der Fünferkette-Abwehrkette der Gäste mit Lars Wossidlo auf rechts und Kapitän Holger Mess auf der anderen Seite standen etwas höher. Damit sollte sicherlich der Spielfluss von Kilia auf den Flügeln gebremst werden.

Team von Helge Thomsen leistet das, was es kann

Was auch passabel gelang. Nun ist es aber so, dass Kilia Kiel mehr im Repertoire hat. Dann geht es halt öfter durch die Mitte zum Tor. Wie beim Führungstreffer. Julius Alt schiebt den Ball flach durchs Mittelfeld zu Tom Warncke, der mit seinem rechten Zauberfuß, auch wenn Kilias Sechser ein Linksfuß ist, durch die drei Pansdorfer Innenverteidiger den startenden Yannik Jakubowski bedient. Der Kieler Stürmer umkurvt Keeper Patrick Raube, doch seinen Schuss grätscht Philip Kunert von der Linie. Im Nachsetzen ist schließlich Jan Matti Seidel gedankenschneller als Marcel Venzke und erzielt seinen 12. Saisontreffer.

Schuss von Benjamin Petrick zum 2:0 nicht unhaltbar

Beim 2:0, durch einen Flachschuss aus dem Zentrum von Benjamin Petrick aus 20 Metern, scheint Raube seine Orientierung verloren zu haben. Vielleicht geblendet durch die Sonne steht der Gäste-Torwart viel zu weit links vor seinem Heiligtum. Ansonsten nimmt man diesen Flachschuss mit der Mütze auf.

3:0 durch Tom Warncke ein Leckerbissen

Auch das 3:0 zeigt die große Klasse der Mannschaft von Nicola Soranno. Natürlich wieder durch die Mitte. Tom Wüllner passt vom gegnerischen Mittelkreis auf den zentral vor dem Pansdorfer Strafraum gelaufenen Warncke. Der nutzt mit einem Ballkontakt Mitspieler Jakubowski als „Wandspieler“. Den Doppelpass verwertet Kilias Nummer 5 aus 11 Metern zum 3:0.

Wichtiger Faktor in der Rechnung von Coach Nicola Soranno - Tom Warncke (in rot, Kilia Kiel) gegen Pansdorfs Paul Meins. © 2023 Ismail Yesilyurt
Wichtiger Faktor in der Rechnung von Coach Nicola Soranno – Tom Warncke (in rot, Kilia Kiel) gegen Pansdorfs Paul Meins. © 2023 Ismail Yesilyurt

Kilia-Potpourri an Individualisten auch im Team stark

Das Problem bei der Truppe von Helge Thomsen: Die Abwehrkette ist zu starr, weniger dynamisch. Die Mannschaftsteile verzahnen nicht eng genug und die Spieler sind alle zu brav. Zu passiv und nicht aktiv genug. Vor allem im Mittelfeld. Die überlegenen Gastgeber können ihr Spiel aufziehen und sich den Kontrahenten zurecht legen. Wobei natürlich von außen betrachtet, gegen ein Team mit starken Individualisten, die auch im Team gut funktionieren, es sich einfach sagen lässt. Spielt doch schließlich Platz 1 gegen 13.

Nicola Sorannos Elf trotz kleiner Störungen sicher

Nach dem Seitenwechsel bringen die Kilianer, auch mit dem ersten Pflichtspieltor von Winterneuzgang Rasmus Tobinski, die Ernte sicher nach Hause. Auch wenn Keeper Finn-Niklas Kornath insgesamt drei Mal richtig gut eingreifen muss. In der 2. Minute gegen den nach einem Einwurf in den Strafraum aufgerückten zentralen Innenverteidiger Marcel Venske, in der 58. Minute gegen den frei auf ihn zulaufenden Joel Denker und dann auch noch gegen Malte Villbrandt (77.).

So frei darf man einen Rasmus Tobinski nicht lassen. Nach einem Chipball an den zweiten Pfosten von Tom Wüllner köpft Rassi zum Endstand ein. © 2023 Ismail Yesilyurt
So frei darf man einen Rasmus Tobinski nicht lassen. Nach einem Chipball an den zweiten Pfosten von Tom Wüllner köpft Rassi zum Endstand ein. © 2023 Ismail Yesilyurt

Berat Ayyildiz mit guter Note

Der FC Kilia Kiel, bei dem die lange verletzten Eckpfeiler Serhat Yazgan (kam schon zum Einsatz) und Luca Aouci (im Testspielen dabei) die künstlerischen Darbietungen demnächst aufpeppen werden, lässt in Hälfte eins und zwei noch den einen oder anderen (u.a. Jakubowski, Trepca, Petrick) liegen. Aber ein ordentlicher Auftritt, vor allem in den ersten 45 Minuten und mit Berat Ayyildiz als sehr modernen Verteidiger in bestechender Form, reicht zum sicheren Sieg aus beim Start des Vier-Heimspiele-Festivals. Sollten die Partien gegen den PSV Neumünster, VfB Lübeck II und Inter Türkspor Kiel an den folgenden drei Samstagen zuhause erfolgreich beendet werden, ist der Druck auf die Konkurrenz im Meisterschaftkampf immens.

Stimmen zum Spiel

Helge Thomsen (Trainer TSV Pansdorf)
Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)
Serhat Yazgan (Kilia Kiel)

FC Kilia Kiel – TSV Pansdorf 5:0 (3:0)

FC Kilia Kiel: Kornath – Lawson-Body (71. Ramo), Wüllner, Harder, Ayyildiz – Warncke (62. Yazgan) – Trepca (62. Müller), Alt, Seidel, Petrick (78. Polonski) – Jakubowski (62. Tobinski).
Trainer: Nicola Soranno.

TSV Pansdorf: Raube – Wossidlo (46. Villbrandt), Kunert (67. Manthe), Venzke, Sommer (82. Facklam), Mess – Denker, Will, Meins, Krueger (67. Boebs) – Hahn (82. Gerlach).
Trainer: Helge Thomsen.

Schiedsrichter: Chris Olimsky (MTV Tellingstedt) brachte die anfangs innerhalb und außerhalb des Spielfeldes hektische Begegnung sicher zum Schlusspfiff.
Assistenten: Simon Schmeling, Malte Voß.

Zuschauer: 127.

Tore: 1:0 Seidel (10.), 2:0 Petrick (13.), 3:0 Warncke (35.), 4:0 Jakubowski (51.), 5:0 Tobinski (74.).

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