So kommt Holstein aus der Talsohle: intensives 1:1 gegen SV Elversberg

von Ismail Yesilyurt

Jonas Therkelsen (Holstein Kiel) genießt seinen Ausgleichstreffer gegen Elversberg mit der Ruhe eines Skandinaviers. © 2026 Ismail Yesilyurt


Am 24. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga trennten sich Holstein Kiel und der SV Elversberg vor 12.086 Zuschauern im Holstein-Stadion mit einem intensiven 1:1-Unentschieden. Ein Ergebnis, das den Spielverlauf gut widerspiegelt: viel Kampf, Phasen der Kontrolle und eine gute Reaktion der Gastgeber, die ihre bittere Niederlagenserie unterbrechen konnten. Mit etwas Matchglück gehen die Störche als Sieger vom Platz, denn bei den nennenswerten Chancen gab es ein Plus für die Kieler.

Comeback von Tim Walter

Das Duell gegen den Aufstiegsaspiranten aus dem Saarland war zugleich das Comeback von Tim Walter auf der Kieler Trainerbank. Der ehemalige Coach des VfB Stuttgart und des Hamburger SV übernahm die Mannschaft vor drei Tagen in einer schwierigen Phase – Holstein stand mit nur 25 Punkten auf Platz 14 und hatte fünf Pflichtspielniederlagen in Serie kassiert.

Erste Halbzeit – geduldig, aber chancen- und ideenarm

In den Anfangsminuten ist schon etwas von dem Impuls zu spüren, den der Trainerwechsel mitbringen soll. Die Holstein-Akteure sind viel aggressiver gegen den Ball, und auch das Grundtempo ist höher als in den letzten Partien. Die Fans als zwölfter Mann ziehen ebenfalls mit: Jede gelungene Aktion in den intensiven Zweikämpfen und bei einigen Balleroberungen wird lautstark unterstützt.

Jonas Therkelsen (Holstein Kiel) gegen Jan Gymerah (SV Elversberg) vor den Augen von Holstein-Trainer Tim Walter. © 2026 Ismail Yesilyurt
Jonas Therkelsen (Holstein Kiel) gegen Jan Gymerah (SV Elversberg) vor den Augen von Holstein-Trainer Tim Walter. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Wir wussten auch, was auf uns zukommt. Elversberg steht nicht zu Recht da oben. Das ist einfach qualitativ eine sehr gute Mannschaft. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir das wirklich herausragend gemacht, weil das Einzige, was wir wollten, ist, einfach so Intensität ins Spiel zu bringen“, bilanzierte Tim Walter später. Er lobte vor allem die Mentalität seiner Jungs, die versuchten, den Ball energisch zurückzuerobern.

Nach und nach wird die Begegnung im ersten Abschnitt zu einem taktischen Tauziehen. Hier ein paar Zentimeter vor, da ein paar Zentimeter vor – das Spielgeschehen präsentiert sich zwischen den Strafräumen. Es zeichnet sich überhaupt nicht ab, dass hier ein Team aus dem unteren Viertel gegen eines aus dem oberen der 2. Bundesliga spielt. Beide Seiten verteidigen sehr kompakt und konzentriert, sodass es den Offensivreihen nicht gelingt, entscheidende Schritte einzuleiten beziehungsweise klare Chancen zu kreieren.

Erst in der 34. Minute gibt es den ersten Höhepunkt der Partie im Strafraum der Gäste. Nach einer schönen Aktion und Hereingabe von John Tolkin bringt Andu Kelati artistisch per Spagatschritt im Sprung aus etwa zehn Metern den Ball auf das SV-Gehäuse. Das Spielgerät geht knapp rechts vorbei. Ein paar Minuten später muss sich SV-Keeper Nicolas Kristof bei einem Abschluss von Kelati mächtig strecken, um das Leder um den Pfosten zu lenken.

Die Störche haben zu Beginn und am Ende des ersten Spielabschnitts die besseren Karten. Zu einer gewinnbringenden Hand wird es aber nicht, da die favorisierte Wagner-Truppe ihre große Geduld, vor allem in der Defensivarbeit, nicht verliert.

Führung für Elversberg – schnelle Antwort der Störche

Nach dem Seitenwechsel nimmt die Partie mehr Fahrt auf – zunächst mit der ersten Chance für die Heimelf: Phil Harres zielt aus der Drehung im Strafraum knapp neben das Tor. Elversberg übernimmt nach und nach die Kontrolle, ohne sich in der Kieler Box gefährlich zu positionieren. Eine Direktabnahme aus 30 Metern von Poreba, knapp über die Latte, bringt etwas Gefahr.

Phil Harres (Holstein Kiel)bei seiner Chance aus der Drehung in der ersten Halbzeit gegen Elversberg. © 2026 Ismail Yesilyurt
Phil Harres (Holstein Kiel) bei seiner Chance aus der Drehung in der ersten Halbzeit gegen Elversberg. © 2026 Ismail Yesilyurt

So fällt das 0:1 eigentlich aus dem Nichts. Günther geht mit Tempo über die linke Seite. Die scharfe Hereingabe findet im Zentrum den völlig unbewachten David Mokwa, der den Ball über die Torlinie bugsiert.

Ein großer Schockmoment für die Spieler und auch für das Publikum, das größtenteils verstummt. Viel zu einfach fällt dieses Gegentor. Den Stimmungskiller beseitigt sofort Jonas Ketelsen. Holsteins bester Spieler neben Zec legt in der Nähe des Mittelkreises los, zieht bis in den Strafraum der Elversberger und trifft nach einer starken Einzelaktion platziert zum 1:1.

Stefan Schwab (Holstein Kiel) mit Grundtugenden gegen Lasse Günther (SV Elversberg). © 2026 Ismail Yesilyurt
Stefan Schwab (Holstein Kiel) mit Grundtugenden gegen Lasse Günther (SV Elversberg). © 2026 Ismail Yesilyurt

Der Ausgleichstreffer sorgt für eine gute Phase der Walter-Elf. Die Kieler sind nun wieder präsenter und haben anschließend in einer ausgeglichenen Partie nicht das Quäntchen Glück für zwei weitere, wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Fazit

Der Punkt für Holstein Kiel war mehr als nur ein Punktgewinn. Vielmehr war es ein Zeichen, dass man sich aus einer schwierigen Phase herausarbeiten kann, wenn man bereit ist zu leiden. Der Anfang ist gemacht!

Pressekonferenz

Holstein Kiel – SV Elversberg PK

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